[30.11.]

Ich sitze hier und warte auf Mitternacht, weil ich dann gleich ein paar Dinge erledigen werde. Und die dazwischenliegende Zeit kann man effizienterweise tagebuchverbloggen.
Heute nicht viel gemacht, außer mich mit Sachen auf der Arbeit herumgemüht, die sich nicht so umsetzen lassen wie ich sie gerne haben möchte.

Andernseits auch Erfolgserlebnisse gehabt: meine neue Lederjacke. Das heißt, gar nicht so sehr die Jacke, sondern mein Hüftumfang, weil jetzt: Jacke passt um den Hüftumfang herum. Was beim hereinbrechenden Winter durchaus von Vorteil sein kann. Zehn Kilo abgenommen in den letzten zwei Monaten. Vier dieser Wochen habe ich gehungert, mir den Spaß genommen, und danach habe ich einfach anders weitergegessen als früher. Einige Sachen dabei gelernt: mit Essen erschlägt man oft nur einen kurzen Reiz der dem Ziehen an der Zigarette ziemlich ähnlich ist, oder: Wasser ist super! Und mein Körper nimmt immer noch ab, fast als wäre er dankbar und könne sich nun der ganzen Überflüssigkeiten entledigen, die er so lange schon widerwillig mit sich mitschleppt, aber dankbar ist er natürlich nicht, ich weiß schon, dass das Alarmzustand für ihn ist, ein Körper will ja nicht abnehmen, weil er dann denkt, es wäre eine Hungersnot ausgebrochen, oder es gäbe Missernte, weil der Körper ja noch glaubt, er wäre der Körper eines Steinzeitmenschen und nicht eines sitzenden Büroangestellten der zu viel isst und sich zu wenig bewegt und eigentlich immer essen hat, von Alarmzustand kann also keine Rede sein, und von Missernte schon gar nicht, weil Kaisers hat nie niemals keine Missernte, zumindest solange sie bei Kaisers Geld machen wollen, oder solange die Banken frisches Geld nachreichen können, aber wie auch immer, ich lese ja auch viel Schund und ich sagte neulich zu K, vielleicht hätte ich ja Krebs, weil ich mal gelesen habe, dass man bei Krebs auch abnähme, Geiwchtsverlust sei sozusagen ein Indikator für Krebs, weil Krebs: schlauet Ding, nimmt dem Körper das Gewicht und die Gesundheit gleich mit. Aber K beruhigte mich, sie sagte, so ein Zufall wäre zuviel des Zufalls, aber große Worte waren das nicht, und ich fühlte mich ziemlich der Koketterie entlarvt, wobei Entlarvung jetzt voraussetzt, dass das wirklich Koketterie ist, aber mir ist es ernst, und ich wusste nicht wie ich es anders formulieren soll, entlarvung hat so etwas kriminalistisches, das wollte ich immer schon einmal sagen: entlarvung, man fühlt sich so seriös wenn man das sagt, entlarvung entlarvung, irgednwie journalistisch. aber ach.

Noch eine weitere positive Meldung: meine Schwester hat jetzt eine Wohnung gefunden, in einer kleinen Neukölner WG.

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