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Tröstlich. Vonwegen Trost: in einem Interview hat Wolfgang Herrndorf mal gesagt, dass er in Literatur Trost sucht, dass das in Literatur unabdingbar sei, oder so ähnlich. Das fand ich in seinem Absolutheitsanspruch etwas überdreht, aber tröstlich, dass das nicht nur mir so geht. Oder so ähnlich.

# Die Klagenfurtlesungen. Wir stellen den Fernseher ins Schlafzimmer und bleiben im Bett liegen. Leif Randt verpasse ich, da ich beruflich etwas erledigen muss. Dann mache ich Frühstück. Die darauf folgenden Autoren langweilen uns ärgerlicherweise. Wir sind zerstreut, reden dazwischen, unterhalten uns über das Aussehen der Autoren und krümeln das Bett voll. Ich sehe die Kaltmamsell im Publikum. Ich habe die Kaltmamsell auch letztes Jahr im Publikum gesehen. Sonst erkenne ich nie jemanden, aber die Kaltmamsell erkenne ich immer.
Parallel lese ich auf dem Handy den Hashtag #tddl mit. Ich werde kirre. Was ich über Leif Randt lese, macht mich aber neugierig. Ich lese nach. Der Text hat etwas tröstendes. Vielleicht im Tonfall. Wie man von der Erzählstimme in Vertrauen genommen wird. Aber ich werde eigentümlich sentimental.
Wer vor Ort über die Tage in Klagenfurt schreibt:
Sopranisse
Kaltmamsell
Die ZEIT

# Draußen Wetter.

# Die Görls verlieren das Spiel gegen Japan, ich bin untröstlich. Dass sie auf dem Spielfeld mit den Tränen kämpfen, macht es nicht besser. Es ist so vorbei. Wie sie da mit hängenden Schultern übers Feld gehen, mit dieser Erkenntnis, dass vermutlich gerade der Höhepunkt ihrer Karriere vorübergegangen ist, dass sie als Hauptprotagonisten dieser WM, die als Gradmesser für die Publikumstauglichkeit des Frauenfussballs herhielt, plötzlich nicht mehr im Rennen sind, dass sie vermutlich nie mehr so sehr gefeiert, sportlich so intensiv wahrgenommen werden; das hat mich schon sehr gerührt. Ich sollte vielleicht Leif Randt lesen und mich trösten lassen. Aber das ist natürlich Marmelade.

# Uh, schnell Brötchen holen. Um elf Uhr dreißig werden in Klagenfurt die Preise vergeben.

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