[über sexblogs etc]

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7 thoughts on “[über sexblogs etc]

  • Wenn man über Reisen nach/durch Brasilien spricht, ist man in Gedanken aber schon auch dort, oder? Einfach nur so wissenschaftlich herumtheoretisieren, ohne blühende Phantasien im Niemandsland von ein bißchen Unwägbarkeit und Grenzüberschreitung (Gedanke vs. Tat) ist doch nichts, was zündet oder inspiriert. Ein Gedanke, als die blaue Stunde den Morgen eindämmerte war auch, dass es gerade interessant sein könnte, über die Widersprüchlichkeiten schreibenderweise nachzudenken, diese Momente, wo man sich selber nicht genau über den Weg traut, oder sich ertappt, dass die Gedanken eine freiheitsliebendere Dynamik haben, als man aus vielen, auch guten, Gründen, bereit ist, handelnderweise auszuleben. Vielleicht erinnere ich mich aber auch hauptsächlich an meine Gedanken dazu. Jedenfalls war am Ende das Gefühl, da könnte man materialisiert (im Blog) weiterdenken. Wobei mich das nicht so sehr umtreibt. Meine Furcht ist eher, dass man irgendwann nur noch darüber redet, statt es zu tun. Auf deine Gedanken und Einträge in der Richtung bin ich gespannt. Ich hoffe, es fndet nicht irgendwo anonymisiert und schwer auffindbar statt. Wer wagt, gewinnt.

  • Liebe Gaga, ich verstehe nicht, was du mit den Momenten meinst, an denen man sich nicht selber über den Weg traut. Also ich meine, diese Momente kenne ich. Die sind ja die Essenz der Kunst(Literatur/Musik/etc), so etwas wie der Antagonist, der den Spannungsbogen aufzieht.
    Vermutlich so: beim Sex will der Bogen gespannt werden? (Ah, die Künstlerin spricht 😉 )

    Und zu den anderen Themen: ja.

    Wobei im Nachgang zu diesem Eintrag jemand sagte, würden wir nicht über Sex reden, würden wir wahrscheinlich immer noch nur befruchten. (Frei nach Ikea).
    Der Satz gefiel mir.

  • So ist das, wenn man bei so einem eruptiven Kommentar beim Wort genommen wird (sehr gut). “nicht über den Weg traut” ist nicht die ultimative Formulierung, weil eine Art ‘gefährliches’ sich selbst misstrauen mitzuschwingen scheint. Nein, ich meinte eher spannende Unwägbarkeit. Wenn man an einem Punkt ist, wo sich vielleicht eine Wegkreuzung aufzeigt, bei der man nach links oder rechts oder fast forward – oder zurück gehen kann und es für einen Moment selbst nicht weiß. Und plötzlich ist das Leben wieder wahnsinnig spannend. So eine Situation wie zum Beispiel zu wissen, dass man an einem bestimmten Ort zu einem bestimmten Zeitpunkt auf jemanden treffen könnte, jemanden Konkreten und sich eine Weile unsicher ist, ob man hingehen soll. Weil man ahnt, dass etwas geschehen könnte, das das Leben auf den Kopf stellt. Mindestens erotisch.

    Ich finde Texte, in denen Erotik zutage tritt (damit meine ich durchaus auch Sex) nicht überflüssig oder irrelevant. Vielmehr langweilt mich das sortenreine Genre. Ebenso wie Koch- oder Literatur- oder Kunst- oder Psychologie- oder Mutterschaftsblogs (beliebig erweiterbar). Ich liebe einfach unwägbare Lektüre. Ein Text, bei dem schon spätestens im zweiten Absatz (oder noch schlimmer im ersten) völlig klar wäre, dass die Dynamik und Dramaturgie auf sexuelle Handlungen hinausläuft, würde mich ähnlich langweilen, wie das tausendste Rezept für ein Wiener Schnitzel. Da müsste ich schon eine starke persönliche Affinität zum Autor haben, um interessiert weiterzulesen. Wäre dann aber kein Merkmal eines spannenden Textes.

  • Hilfe! Was ist die WHM-Perspektive????

  • Sorry. Wie ich eben feststellte, lässt sich die Abkürzung nicht mal googeln.

    WHM = White Heterosexual Male

    • Ahhhhh. Wunderbar, ich hatte nach 10 Minuten Recherche aufgegeben. Danke!

  • Im Nachgang zu dieser Diskussion und ihrer Fortsetzung in Neukölln fiel mir noch ein, dass ich meine, heute würde weniger über Sex gesprochen als vor zehn, 15 Jahren. Dass mag der Zeitgeist sein, aber vielleicht ist es auch nur das Alter. Also meins. Und das der Leute, mit denen ich spreche.

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