[woran ich mich erinnern will. KW37]

Mein Textdraft der letzten beiden Wochen ist verloren gegangen. Das ärgerte mich sehr. Ich habe ja immer nur diese Textdatei, sie ist tagelang offen, wie auch mein Laptop, der Text wird einfach ergänzt bis ich den Text heraus-ctrl-x-e und ins Blog kippe und bei Zeile null wieder weiterschreibe. Die Datei ist immer offen und sie ist immer ungespeichert. Wenn der Laptop geht, geht auch der Inhalt der Datei.

Wir wollen schon seit einem Jahr einen neuen Fernseher kaufen. Der Grund dafür ist meine Unzufriedenheit über den Minibildschirm auf dem ich in der Küche Fußball sehe. In der Küche habe ich einen 24 Zoll Monitor an die Wand geschraubt, den ich am Wochenende über einem Chromestick mit Rasenballsport befüttere. Im Wohnzimmer steht ein 40 Zoll Fernseher, der unser Film- und Serienverhalten bedienen muss. Nun hege ich schon länger den Wunsch, einen größeren Fussballfernseher in der Küche zu haben und unseren sogenannten Kinofernseher upzugraden, die Idee war also, den 40 Zoller an die Küchenwand zu schrauben und für das “Filmerlebnis” im Wohnzimmer einen 55 Zoll Fernseher anzuschaffen.
Das hatte aber nie Prio, da ein größerer Fernseher halt wirklich keine Prio in unserem Leben haben sollte und wir mit den Fernsehern wie wir sie haben wirklch leben können und auch leben wollen. Neulich war aber eine Praktikantin meiner Frau bei uns zu Hause und sagte etwas abschätzig: ihr habt aber einen kleinen Fernseher.

Daraufhin änderte ich die Prioritäten. Meine Frau war im Ausland, ich hingegen fuhr mit dem Auto zu Saturn und kaufte einen 55 Zoll Fernseher. Was ich vorher nicht wusste: ein 55 Zoll Fernseher ist fast so groß wie ein Kleinwagen. Mein kleiner Volkswagen ist noch kleiner als ein Kleinwagen, aber mit vornübergekipptem Beifahrersitz und schräg geneigtem Kopf konnte ich fahren und den Fernseher unbeschadet nach Hause bringen.
Ich wollte die ganze Aktion wie eine Überraschung inszenieren. Den Koloss an einen Schwenkarm an die große Wand montieren und warten bis es ihr auffält. Der Fernseher ist aber so ungewohnt groß und das Ambilight im Hintergrund so spektakulär trashig, dass ich mich vor lauter Aufregung nicht einhalten konnte und beschloss, die Überraschung zu ruinieren indem ich ihr Bilder des neues Gefährten per Telegram schickte.
Die Überraschung war wirklich ruiniert.

Woran ich mich auch noch erinnern möchte: der Abend mit dem Team in Oberschwöneweide im Gartenhaus unseres Kollegen. Wie wir mit der Fähre die Spree überquerten um zu seinem Haus zu kommen. Und die Muslime im Team, die das Grillen übernahmen und das zarteste Schweinesteak grillten, das ich je aß.

Auf dem Heimweg über die Axel-Springer-Straße. Vor dem Sitz der BILD ist die ganze Straße für den Verkehr gesperrt. Nur Fußgänger dürfen auf der anderen Straßenseite hinter einem Absperrgitter passieren. Ich fahre auf die Polizistin zu und zeige in Richtung der Passage. Ist das OK? frage ich und weise in dei Richtung in die ich zu fahren gedenke. Sie nickt, bittet mich aber, zu schieben. Ich frage sie was es mit der Sperrung auf sich hat. Sie sagt es sei das Sommerfest der Bildzeitung.
Wenn Zeitungen Karmapunkte hätten. Wie leer muss das Karmakonto bitte sein, wenn du für dein Sommerfest die ganze Straße sperren und durch Polizei beschützen lassen musst.

Alle anderen Notizen sind weg. Daran möchte ich mich nicht erinnern.

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