[Tagebuchbloggen. Samstag, 13.3.2021]

ir hatten für heute eigentlich einen Ausflug geplant gehabt, aber wegen Wetter alles abgesagt. Seit es diese Apps vom Katastrophenschutz gibt, sind die Wettermeldungen ja immer amtlich, und wenn auf dem Display dann eine “amtliche Warnung” aufpoppt, klingt es als würden draussen Aliens patrouillieren.

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Sport. Ich habe 2013 für einige Monaten bei einer Fitnessstudiokette gearbeitet. Nicht im sportlichen Bereich, aber im technischen. Da ich italienisch und (etwas) spanisch spreche, war ich verantwortlich für den Rollout der IT in Italien und Spanien. Die Fitnessstudios wurden mit Monitoren und einer Videostreaming-Technologie erweitert. Ich flog unter der Woche also mit einer dicken USB-Festplatte durch Spanien und Italien und kopierte Fitnessvideos auf die lokalen Server.

Nach drei Monaten kündigte ich den Job. Ich mochte es nicht, ständig unterwegs zu sein. Ich war von Montag bis Freitag immer unterwegs. Zwar an vielen netten Orten wie Barcelona, Verona, Mailand, Sevilla und vielen italienischen, sowie spanischen Kleinstädten, aber dieses ständige Hotelleben, diese seltsame, permanente Oberflächlichkeit, mit der man sich den Orten nähert, das war nichts für mich.
Drei Wochen lang machte das Spass, weil es so aufregend war, weil es das totale Gegenteil eines Alltages war, aber jeder Tag an einem anderen Ort, immer als unverbundener Fremdling, das war dann nicht so meins. Vielleicht wäre es anders gewesen, wenn ich mindestens zwei Wochen an jedem Ort verbracht hätte, aber jeden Tag einen Ortswechsel, das war mir eine zu hohe Schlagzahl. Ich kann mich vor allem daran erinnern, wie ich am Ende der Woche in meinem Bett in Berlin lag und versuchte meine Erinnerungen der Woche in Bildern zu rekonstruieren. Wie diese Bildermasse aus den Erinnerungen zu einem namenlosen, grauen Brei wurde.

Was ich an dem Job jedenfalls übrigbehielt, war diese dicke Festplatte mit hunderten Fitnessfilmen. Diese Filme verwende ich noch ab und zu, wenn ich das Bedürfnis habe, Sport zu betreiben. Ich spiele sie auf meinem Fernseher ab und lege los.

Eines meiner Lieblingsvideos war früher “Bodyshape” mit einer Trainerin namens Judith. Fünfzig Minuten einmal den ganzen Körper durch. Es ist ein paar Jahre her, dass ich diesen Judith-Kurs trainiert habe. Heute aber wieder.
Ich strenge mich ein bisschen zu sehr an. Das viele Gewicht, das ich verloren habe, lässt mich etwas übermotiviert an das Training rangehen. Nach den 50 Minuten merke ich, dass ich nicht mehr richtig laufen kann. Meine Beine fühlen sich übermüdet an. Beim Gehen knicke ich immer wieder ein. Mir ist das schleierhaft. Ich fahre jeden Tag etwa 55 Minuten mit dem Fahrrad und ich habe sehr muskulöse Oberschenkel. Aber das sind vermutlich ganz andere Oberschenkelmuskeln.

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Dass wir gegen Dortmund verlieren würden, war jetzt nicht ganz unwahrscheinlich. Und es ist einigermaßen OK. OK in dem Sinne, dass es jetzt nicht für übermäßig schlechte Laune sorgt, vor allem, weil die Spiele, die wir gewinnen müssen, erst noch kommen. Aber es sieht schon sehr düster aus. Wir haben zur Zeit weniger Punkte als zur gleichen Zeit in der letzten Abstiegssaison. Wir werden also von Spieltag zu Spieltag zittern.

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