[Dienstag, 11.5.2021]

Heute ging es mir etwas besser. Es waren am Vortag ein halbes Dutzend ganz unterschiedliche, emotional sehr stressige Sachen innerhalb weniger Stunden passiert. Ich bin etwas beeindruckt, wie hart das an mein Nervenkostüm ging.

Es ist vermutlich ein Vorgeschmack dessen, was bei einem Burnout passiert. Wenn unterschiedliche, stressige Sachen gleichzeitig über einen längeren Zeitraum auf jemandem einwirken. Ich bin eigentlich sehr stressresistent, besser ausgedrückt würde ich sagen, ich empfinde so gut wie nie Stress, ganz selten nur, und wenn es passiert, dann weiss ich es immer ganz gut so zu handhaben, dass es mir nichts antut.

Für mich sind das immer Handhabe-Mechanismen. Für jede Art von emotionalen Stress gibt es einen Handhabe-Mechanismus. Wenn aber zu viele unterschiedliche dieser Situationen auftreten, dann kann man nicht genügend unterschiedliche Handhabe-Mechanismen aus der Hosentasche ziehen und es landet alles geradewegs und ungefiltert im Brustkorb.

Aber ich habe Eisbärensocken geschenkt bekommen. Ich finde es schön, dass Menschen an mich denken, wenn sie Eisbären sehen.

Apropos Eisbären. Da ich hier in unregelmäßigen Abständen die Webcam von Longyearbyen verlinke, finde ich, ist heute wieder ein guter Tag, sie zu verlinken. Und nachts scheint dort wieder die Sonne.

https://longyearbyen.kystnor.no/

Wir sprachen heute auch über unsere Reise dorthin. Norwegen hat das arktische Archipel während der Pandemie ja ziemlich vom Rest der Welt abgekoppelt, aber ab dem Herbst dürfte es wieder etwas zugänglicher werden. Es gibt unterschiedliche Meinungen dazu, welche die beste Jahreszeit für Spitzbergen sei. Am Speziellsten ist vielleicht die sogenannte blaue Jahreszeit im Frühjahr, jene Zeit, in der die Sonne immer knapp über oder knapp unter dem Horizont entschlangstreift. Oder auch die sogenannte goldene Jahreszeit, wo mit der Sonne das Gleiche passiert, aber dann noch ohne Schnee, weshalb die Farbtöne ins Orange, Braune, oder weil es besser klingt: ins Goldene getaucht sind. Am Uninteressantesten ist vermutlich der Sommer. Weil da 3 Monate lang einfach Tag ist. Allerdings kann ich es mir gut als Sommerresidenz vorstellen, wenn Berlin wieder zum Glutofen wird.
Wir planen grob Ende April / Anfang Mai. Da liegt noch viel Schnee, aber die Sonne scheint bereits 24 Stunden am Tag.

Zur Vorgeschichte:
Die Sache mit der Arktis
Die Sache mit der Arktis (fortgesetzt)
Die Sache mit der Arktis (Episode 3)

Leave a Reply

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

%d Bloggern gefällt das: