[Montag, 6.9.2021 – Altes Telefon, Schwedenfilm]

Wieder ein sehr geschäftiger Abend, an dem ich hunderttausend Dinge mache und vorm Schlafengehen nicht mehr genau weiss, was ich getan habe. Immerhin erfolgreich Toilettenpapier gekauft. Allerdings wieder erst in der letzten Minute. Ich war bereits auf dem Weg zu den Kassen, als mir der eigentliche Grund meines Supermarktbesuches wieder einfiel.

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Das Telefon, das ich letzten Sommer meinem Neffen geschenkt habe, lässt sich tatsächlich nicht mehr wiederbeleben. Er hat jetzt von seinem Bruder ein gebrauchtes Mittelklasse-Samsung bekommen, das er vorerst benutzt. Aber er hatte vorher mein altes Oneplus6T. Er ist zwar erst 11, aber versteht, dass das ein riesiger Rückschritt ist. Seinen Geschwistern ist das alles ziemlich egal, aber er ist sehr Technik affin.

Wir tauschen uns über Whatsapp aus. Nächste Woche fahre ich nach Südtirol. Ich erinnere mich an das ältere Oneplus 3T, das ich hier noch rumliegen habe. Er staunt immer über solche Sachen. Dass ich einfach so ein Oneplus 3T herumliegen habe. Wenn er bei mir zu Besuch ist, dann verbringt er die erste Stunde immer damit, in meinen Schubladen und Schränken zu schauen und Fragen zu stellen. Wofür ich diesen Laptop verwenden und wofür diesen und wofür diesen. Die Antworten, die ich dazu gebe, sind auch für mich nicht immer schlüssig. Mittlerweile habe ich aber alles Geräte ihm und seinen Geschwistern geschenkt.

Aber das Oneplus 3T noch. Das bringe ich dann mit.

Als ich so durch die Geräte stöberte, hielt ich auch eines der Raspberry Pi’s in der Hand und dann fällt mir plötzlich ein, wie ich das Problem meines Schwedenfilms lösen kann.

Mein Schwedenfilm. Dabei will ich folgendes tun:
Das Sommerhaus meiner Schwiegerfamilie ist ja nur ein bis zwei Monate lang im Sommer bewohnt. Für den Rest des Jahres wird das ganze Grundstück total der Wildernis überlassen. Ich wollte auf dem Dach der Scheune eine Kamera montieren, die einmal pro Stunde ein Foto aufnimmt. Ein ganzes Jahr lang.
Die Schwierigkeit dabei ist vor allem der Strom. Ende August wird da der Strom abgeschaltet und es gibt keinen Akku, der ein ganzes Jahr lang durchhält. Deswegen muss ich mir etwas anderes einfallen lassen. Das naheliegendste ist natürlich ein kleines Sonnenpaneel, was in den hellen Jahreszeiten sicherlich genug Strom produziert, aber im Dezember sind die Sonnenstunden in Schweden eher so einstellig. Und ob der Lichtball, der sich kurz am Horizont blicken lässt, ausreicht um die Kamera zu betreiben, bezweifle ich.

Wie ich dieses Problem löse, weiss ich noch nicht. Aber als ich den Raspi in der Hand hielt, fiel mir ein: das könnte die Grundlage sein. Ein Raspi und eine Webcam, die ich in ein Plastikgehäuse unterbringe.

Ich habe öfter versucht, danach zu googlen, ob andere Menschen auch so etwas gebaut haben, ich wurde aber nie fündig. Es gibt Firmen die sich auf so etwas spezialisiert haben, die bieten teure Lösungen für beispielsweise Langzeit-Baustellendokumentationen an. Aber ich will ja keine teure Lösung.
Aber jetzt wo ich den Raspi in der Hand hielt fiel mir ein: ergänze deine Googlesuchen doch mal um den Begriff Raspberry Pi. Und da wurde ich fündig. Ich bin nicht der einzige, der so etwas machen will. Allerdings habe ich andere Probleme als die. Ein Kanadier hat beispielsweise Wlan von Nachbarn verfügbar, das entfällt bei mir.
Aber ich habe noch Zeit bis April. Im April werden wir für eine Woche in das Haus fahren.

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