[Mittwoch, 10.11.2021 – Russian Leather, Fahradladen]

Ein Kollege arbeitete früher bei Molton Brown in London. Das erzählte er mir vor einigen Monaten nebenbei an der Kaffeemaschine. In jenem Moment nicht wusste er noch nicht, dass ich eigentlich fast nur noch Parfums von Molton Brown verwende, genauer gesagt, die beiden Varianten von Russian Leather, also sowohl das Eau du Toilette, aber noch lieber das Eau de Parfum. Er meinte, er habe noch nie jemanden in Berlin getroffen, der die Marke Molton Brown kennt.
Wir fachsimpeln seitdem immer wieder mal über Gerüche. Erst vor wenigen Wochen, kurz bevor er nach London fuhr. Wir redeten über Geschlechterrollen und Parfums. Er sagte, dass Frauen oft Männer- sowie Frauendüfte tragen, Männer aber nie Frauendüfte. Deswegen ist man auch dazu übergegangen, Duftkategorien anstatt Geschlechterdüfte zu designen, also beispielsweise blumig oder holzig, statt einer Geschlechtszuordnung.

Heute war er wieder da und hatte mir eine Molton Brown Kerze mitgebracht. Russian Leather. Man kann die Essenz des Geruches, ein rauchiges Leder, regelrecht durch die Verpackung riechen.

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Nach der Arbeit traf ich mich wieder mit meiner Frau. Zur Zeit treffen wir uns fast jeden Tag und spazieren zusammen nach Hause. Heute war alles anders. Heute spazierten wir zu meinem Fahrradladen. Die Vorderlampe ist kaputt. An den letzten Abenden geriet ich wegen des fehlenden Lichts in ein paar heikle Situationen mit Autos, die mich zu spät gesehen hatten. Dass ich ohne Licht, mit dunkler Kleidung und Podcasts im Ohr, ziemlich schnell fahre, ist nicht die beste Mischung. Auch die Bremsen sind nicht mehr in Ordnung.

Nachdem ich das Fahrrad im Laden abgegeben hatte, war uns noch nicht so recht danach, den Heimweg anzutreten und so schauten wir in dieses neue georgische Lokal hinein. Wir waren neulich bei einem Spaziergang daran vorbeigelaufen. Ein junges paar aus Georgien öffnete vor einigen Monaten ein Lokal mit georgischen Speisen und Bier von Lammsbräu. Durch die Fenster sah es immer gemütlich aus, also gingen wir hinein, bestellten uns Bier und, nunja, wurden etwas cremig.

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