[Donnerstag, 23.12.2021 – Omikron, wischen, Fabelgewächs]

1800 Quadratmeter für mich alleine. Daran könnte ich mich durchaus gewöhnen. Gegen elf Uhr kommen dann doch noch zwei Kolleginnen ins Büro. Ist auch okay.

Für das neue Jahr muss ich noch sehen, wie ich das mit dem Aufenthalt im Büro durchziehe. Angesichts der aufkommenden Omikronwelle beginne ich eine leichte Abneigung gegen Kontakt zu Menschen zu verspüren. Über die Flure hinweg höre ich einen Kollegen aus der Ferne husten. Ich slacke ihn an, er soll doch bitte nach Hause gehen, dsa höre sich nicht gut an. Er schreibt mir zurück, es sei nur sein Asthma. Er ist wahrscheinlich auch so einer, der einfach gerne im Büro ist.

Es ist kein produktiver Tag, ich beschliesse, dass es ein kurzer Tag für mich sein wird und fahre nach Hause. Eigentlich wollte ich shoppen. Ich brauche ein neues Hemd und auch eine neue Hose, ich habe aber keine Lust auf einen Umweg, also fahre ich direkt nach Hause. Ich wollte noch den Boden wischen. Morgen ist Heiligabend. Heiligabend ist vermutlich schöner, wenn man einen sauber gewischten Boden hat.

-> edit. Ein gewischter Boden erhöht sogar die Vorfreude.

Heute ist auch die neue Lichterkette gekommen. Und ich habe Misteln gekauft. Misteln. Ich bin ja nicht esoterisch, bei solchen Fabelgewächsen springt immer so ein innerer Zwerg hinter den sieben Bergen aus mit hervor und bestäubt mich mit Pilzestaub.
Meine Frau dekoriert den Esstisch. Wir dekorieren nur sehr selten, eigentlich haben wir letztes Jahr das erste Mal den Esstisch dekoriert. Wir haben dann schon verstanden. Also verstanden, dass ein dekorierter Weihnachtstisch etwas macht, also etwas mit der Stimmung macht, eine gewisse Festlichkeit. Ich beschliesse die Lichterkette zwischen die Deko zu drapieren. Es sieht eigentlich gut aus. Wenn wir morgen Abend dann feierlich am Tisch etwas essen, müssen wir allerdings zuerst den ganzen Kram beiseiteschieben, so kann man ja nicht essen.

Dann telefoniere ich per Video mit dem verunfallten Neffen. Er wird morgen wahrscheinlich aus dem Krankenhaus entlassen, damit er mit den Geschwistern und den anderen Weihnachten feiern kann. Vor allem die kleine Schwester konnte sich ein Weihnachten ohne ihren Bruder nicht vorstellen und war regelrecht enttäuscht.

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