Ahnengalerie mütterlicherseits (eine chronoligische Aufzählung)

(Weil die Kaltmamsell wieder Familiengeschichte erzählt, fiel mir ein, dass ja noch immer die Fortsetzung meiner Ahnengalerie aussteht. Der zweite Teil soll etwas Licht in die grosse Finsternis meiner Familie mütterlicherseits werfen. Keine Erzählung, sondern eine einfache Aufzählung des Werdegangs der Familie.)

Der Unterkapiller Hof ist ein altes Bauernhaus in den Bergen nördlich von Bozen, auf einem steilen Hang bei dem man wirklich aufpassen muss nicht ins Stolpern zu geraten, weil man sonst leicht einige Kilometer weiter südlich, unten im Dorf erst zum Stillstand kommen könnte. Das Dorf, achthundert Seelen auf 1100 Metern Höhe, unterhält erst seit der in 1955 erbauten Seilbahn eine richtige Verbindung zur Aussenwelt. Es gab zwar immer schon einen sehr steilen Fussweg nach unten ins Etschtal, aber zum Transport von Lasten und anderen Gütern diente bis vor zwanzig Jahren ganz allein die Seilbahn. Der Fussweg wurde mit dem Aufkommen von Autos verbreitet, bekam Ende der siebziger Jahre eine Lage Asphalt, jedoch war das immer eine äusserst abenteuerliche Unternehmung diese steile, enge Strasse mit dem roten Fiat 127 meines Vaters zu erklimmen. Bis zwischen 1985 und 1990 die sogenannte Panorama-Strasse gebaut wurde (eine ganz gewöhnliche Strasse halt, mit richtigen Kurven, statt der vorigen sich steil nach oben schlängelnden Asphaltlage), bediente sich das gewöhnliche Volk nach wie vor der Seilbahn.

Mein Grossvater war der Unterkapiller Bauer. Ein schwarzhaariger Kerl mit ernsten, tiefgelegenen schwarzen Augen. Ich kannte ihn eigentlich nur noch als alten, kranken und immer schlechtegelaunten Mann der seinen Mund nur öffnete wenn man etwas für ihn erledigen sollte. Wenn er nicht anwesend war und man irgendwas angestellt hatte, dann wurde immer aufgeregt getuschelt “Ja bist du denn verrückt, wenn das der Opa sieht!” oder “Lass das ja den Opa nicht wissen”. Ein bitterer Mann vor dem sich alle fürchteten.
Er war der zweitälteste Sprössling seiner Familie. Die älteste war seine Schwester Mathilde. Der Unterkapiller Hof wurde von seinem Vater erbaut. Es ist heute ein bisschen schwierig nachzuvollziehen wie es genau um die Erbschaft des Hofes bestellt war. Normalerweise muss die älteste Tochter wegheiraten und bekommt der älteste Sohn den Hof. Aus irgendeinem Grund, der sich leider nicht mehr recherchieren lässt, sollte Mathilde den Bauernhof erben und der Alois, wie auch die anderen Söhne, sich mit kleineren Anteilen der Ländereien abfinden. Es kam dann zu einem bitteren Streit woraus Mathilde als Verliererin hervorging und von einem Tag auf den anderen nach Schenna bei Meran zog, wo sie eine Stelle als Kindermädchen anging. Dies geschah irgendwann in den zwanziger Jahren. Seitdem hat Mathilde nie wieder einen Fuss ins Dorf gesetzt. Erst ihre Töchter suchten in den achtziger Jahren (als diese selbst schon ältere Frauen waren) Kontakt zur alten Familie in den Bergen.

Der Unterkapiller Alois heiratete meine Grossmutter Maria, die selbst zwei geerbte Wiesen mit in die Familie brachte. Sie gebar ihm nicht viele Kinder. Lediglich vier. Alles Mädchen. Eine bittere Enttäuschung für einen Patriarchen. Maria war eine pragmatische Frau mit einem sehr grossen Herzen und diente vor allem als beruhigender Gegenpol gegenüber dem Vater. Es gab im Hause Unterkapill niemals offenen Streit zwischen Vater und Mutter. Auch wenn die Mutter kein einziges böses Wort fallen liess wenn der Vater ausrastete, so hatte der Mann grossen Respekt vor dieser Frau. Wenn sich die Töchter nämlich im Schutze der Mutter aufhielten, da waren sie auch sicher vor ihm. Dieser Schutz galt wenigstens innerhalb der Küche.

Mein Grossvater war kein gerngesehener Mann. Zwar verweilte er gerne im Wirtshaus, hatte sogar ein überraschendes Talent die Zieharmonika zu bespielen, jedoch war er von Natur aus einer der gerne polarisierte und grobe Mittel anwendete um an seine Ländereien zu kommen. Von meinem Grossvater sagt man er habe nur einen einzigen Freund gehabt und selbst diesen habe er abgrundtief gehasst. Dieser Freund war ein anderer Bauer dem ein ähnlichen Ruf vorauseilte wie ihm selber.

Die beiden ältesten Schwestern Liesl und Rosl waren Zwillinge. Ein ungleiches Paar. Liesl war stark, klug und von gutmütiger Natur. Rosl hingegen war immer etwas kränklich, nicht besonders hell im Kopf und ein ziemlich launischer und jähzorniger Charakter. Liesl und Rosl wurden Leibeigene meines Grossvaters und zur harten Arbeit auf dem Hof verbannt. Beide sind sie bis ins Alter ledig geblieben. Meine Mutter erzählte zwar, dass sie mehrmals kleinere Geschichten mit Männern hatten, die jedoch vom Grossvater sabotiert wurden. Später machte im Dorf das Wort die Runde man solle sich von den Unterkapiller Mädchen fern halten, weil man sich da nur Scherereien einbrockte.

Auf dem Hof wohnte auch Tota, eine jüngere Schwester meines Grossvaters. Inwiefern sie sich mit meinem Grossvater verstand ist mir nicht ganz klar, da ich sie als sehr liebenswürdige Frau in Erinnerung habe. Auch Tota blieb ledig, was vielleicht erklärt warum sie auf dem Hof mit dem Alois wohnen blieb.
Auf unbekannte Weise hatte sich einmal eine junge Magd aus dem Pustertal ins Dorf verirrt. Diese tat einige Jahre lang ihren Dienst gegen Kost und Behausung auf verschiedenen Bauernhöfen und im Wirtshaus und landete schliesslich auch auf dem Unterkapiller Hof. In der Zeit auf Unterkapill wurde sie schwanger. Man weiss nicht von wem, oder jedenfalls will das niemand wissen. Diese junge, ledige und mittellose Frau war völlig überfordert mit dieser Geburt. Schon in den ersten Tagen wollte sie dieses Kind vom Balkon in die Tiefe schmeissen. Man begann das Kind vor ihrer Mutter in Schutz zu nehmen, bis Tota sich dazu entschloss, das Kleinkind aufzuziehen.
Das Kleinkind hiess Vrona und wuchs zusammen mit meinen Tanten auf Unterkapill auf.

Danach kam Marianne zur Welt. Erst eine grossen Enttäuschung für meinen Grossvater, weil es wieder ein Mädchen war, aber auf irgendeiner Weise schaffte es Marianne sich ins das ohnehin schon kleine Herz ihres Vaters einzuschleichen. Platz war da nicht viel und Marianne war dazu auch noch ein grosses Weib das sich gerne breit machte. Wenn mein Grossvater schon ein Herz von der Grösse einer getrockneter Knoblauchzehe hatte, so trug Marianne ein grosses schwarzes Loch in ihrer Brust das das Blut durch ihren Körper pumpte. Marianne war das Mädchen das von der Arbeit verschont blieb und in die Stadt geschickt wurde. Sie sollte Kindermädchen werden. Wenn Marianne von der Stadt nach Hause kam, war sie die grosse Lady, die sich bedienen liess, die ihre ganze Wäsche mitbrachte, die dann Liesl und Rosl händisch waschen durften und wenn sich eine davon dagegen auflehnte, bekam diese es mit Vater zu tun, der nicht davor zurückscheute Stöcke und Geisseln einzusetzen wenn es darum ging seinen Willen durchzusetzen. In den allermeisten Fällen reichte verständlicherweise ein zurechtweisendes Wort.
Ich kann mich als Kind an ganz viele Szenen erinnern in denen in der Küche Streit um Rosl ausbrach. Weil Rosl irgendwas verbockt hatte, weil sie halt ein wenig dumm war, wobei Marianne und ihr Bozner Ehemann Toni (Bäckergeselle, Lederjacke, Schlägertyp) mit Fäusten auf Rosl einschlugen. Gebrochene Nase, Prellungen, Veilchenaugen.
Marianne brauchte Platz da oben auf Unterkapill. Ihr Leben als Putzfrau in Bozen, in Ehe mit einem faulen und etwas dumpfbäckigen Bäckergesellen war nicht gerade ein Leben nach ihren Vorstellungen. Später werden wir erfahren, dass es ihr hauptsächlich darum ging als Alleinerbin des Bauernhofes dazustehen.

Als letzte wurde meine Mutter geboren. Wieder ein Mädchen. Laut Überlieferung meiner Tanten sei mein Grossvater darüber derart böse geworden, dass er auf einige der Anwesenden eingeprügelt habe und das weibliche Geschlecht mit allen erdenklichen Flüchen belegt habe.
Meine Mutter war als Kind lange und viel krank, war ein Nesthäkchen, musste viel umsorgt werden und war immer der Mutter und Liesls kleiner Liebling. Es gab diese beiden Pole: Grossmutter, Liesl und meine Mutter, und auf der anderen Seite Grossvater, Rosl und Marianne. Tota und Vrona zogen in den siebziger Jahren in eine geerbte Mühle unten am Dorfeingang.

Mitte der sechziger Jahre geschah ein kleiner Zwischenfall der das Leben meiner Grossmutter für immer verändern sollte. Während alle draussen auf der Wiese arbeiteten, war sie als einzige im Heustadel damit beschäftigt, Platz zu schaffen für das Heu das am Abend nachkommen sollte. So stopfte sie Unmengen getrockneten Grases durch eine breite Luke nach unten. Durch eine kleine Unachtsamkeit fiel sie in diese Luke, ein kleiner Fall nur, jedoch lag sie dann da unten und konnte nicht mehr aufstehen. Dort blieb sie mehrere Stunden liegen und schrie immer wieder laut um Hilfe. Hilfe kam aber erst als die anderen vom Feld nach Hause kamen. Die Männer die beim Heueinzug halfen, hievten meine Oma erstmal auf eine Bank und versuchten sie zum Sitzen zu bringen. Kurz vor ihrem Tod hat sie mir mal gesagt, dass sie bei diesem ersten Sitzversuch einen Knacks im Rücken spürte und dass das wohl der fatale Moment gewesen sei, der sie für den Rest des Leben an den Rollstuhl fesselte.
Es dauerte ganze zwei Tage bis die Rettungssanitäter aus der Stadt mit der Seilbahn nach oben kamen um sich ein Bild des Zustandes meiner Grossmutter machen zu können. Sie fühlte ihre Beine nicht und in dem Moment war wohl klar, dass sie ins Krankenhaus musste.
Damit war auch ihre Fähigkeit, meinem Grossvater einen Sohn zu zeugen, verschwunden.

Liesl und Rosl waren für mich immer zwei Riesinnen. Grosse und starke Frauen mit den Pranken eines Bären. Als Grossvater krank wurde und die schwere Arbeit auf den Wisen nicht mehr erledigen konnte, arbeiteten Liesl und Rosl alleine. Und zwar mit den Händen. Grossvater war ein Mann der alten Schule. Als Automobile und Traktoren in den Bergen ihren Einzug hielten, wehrte er sich mit allen Mitteln dagegen. Selbst als er der körperlichen Arbeit nicht mehr gewachsen war und die beiden Zwillinge die Anschaffung eines Traktors überlegten, wurde dies kurzerhand verboten. Die Wiesen mussten weiterhin mit der Hand gemäht und die Heuballen mit den Pferden in den Stadel transportiert werden.

Liesl war eine grosse, starke und kluge Frau. Liesl las gerne Bücherund zeichnete. Ausserdem unterhielt lange Jahre eine Brieffreundschaft mit ihrer ehemaligen Deutschlehrerin, die ins ferne Innsbruck gezogen war. Sie war es auch, die meiner Mutter das Lesen schmackhaft zubereitete. Jedoch war ihr das Leben einer geistig gebildeten Frau nicht gegönnt. Erstens fehlte ihr jegliche Bildung, und zweitens ruhte auf ihr die gesamte Last des Unterkapiller Baurnhofes, nachdem der Vater die schwere Arbeit nicht mehr erledigen konnte. Sie wurde dann die eigentliche Unterkapiller Bäuerin.
Die Männer machten ihr schon lange nicht mehr den Hof. Früher stellte sich bei ihr der Vater dazwischen, und mit voranschreitender Zeit war sie den Männern geistig ohnehin meilenweit überlegen. Die Männer hatten eher Angst oder Respekt vor ihr alsdass sie sie als mögliche Heiratskandidatin gesehen hätten. Und andere Männer gab es nicht. Und wenn sie ihre seltenen Besuche in die Stadt unternahm, war sie mit ihren grossen Pranken, ihrem sonnengegerbten Gesicht das aussah wie Leder und ihrem äusserst grobknöchigen Gang wohl alles eher als eine begehrenswerte Frau.
Liesl war die einzige die es fertig brachte Marianne zum Schweigen zu bringen. Grossmutter hatte das nie geschafft. Grossvater wollte das erst nie, und als er viele Jahre später irgendwann merkte, dass Marianne dringend eine richtige Tracht Prügel verdiente, hatte er seine Autorität ihr gegenüber längst verloren.
Liesl griff ein wenn Rosl verprügelt wurde, Liesl sprach Machtworte und gab Marianne mehrmals zu verstehen augenblicklich vom Hof zu verschwinden. Liesl bekam irgenwann auch den vollen Respekt des Grossvaters, allerdings erst als dieser nicht mehr viel mehr machen konnte als gekrümmt durch das Haus zu laufen und die Hühner zu füttern.
Eines Tages, mitte der achtziger Jahre bekam Liesl hohes Fieber. Das Fieber ging nicht mehr weg. Als sie dann aufhörte zu essen und dramatisch abmagerte schickte man sie ins Krankenhaus. Milzkrebs. Zwei Monate später war sie tot.

Der Bauernhof wurde unrentabel und wurde deshalb geschlossen. Geschlossen im jenem Sinne, dass der Hof kein wirtschaftlicher Betrieb mehr war, sondern lediglich ein selbstversorgender Bauernhof. Steuerrechtliche Gründe. Man beschränkte den Betrieb auf zwei Kühe für die Milch, ein oder zwei Schweine für den halbjährlichen Speck und Hennen für Eier und gelegentliche Hühnersuppe.
Rosl, die sich ohnehin schon nur mehr der Pflege der Eltern widmete, konnte nach Liesls Tod den Hof nicht mehr alleine bearbeiten.

Ab jenem Tag hatte Marianne zwei freie Hände. Oder Ellbogen, oder Fäuste. Aus dieser Zeit stammen die meisten Momente bei denen wir Kinder aus dem Haus auf die Wiesen zum Spielen geschickt wurden, weil es wildes Geschrei und lautes Gepolter in der Küche gab. Schon nach wenigen Jahren fingen auch Mariannes Söhne an (beide etwas jünger als ich), sich beim Bearbeiten von Rosl zu beteiligen. Weil darum ging es immer. Rosl würde spinnen, gehöre ins Irrenhaus, hätte dies und jenes zu verschulden und würde sich dauernd gegen Marianne auflehnen. Mein Vater, meine Mutter und Grossmutter nahmen Rosl in Schutz, oder versuchten wenigsten das allerschlimmste zu verhindern. Gegen Marianne, Toni und die beiden Söhne kam man nicht so einfach an. Grossvater sass in der Ecke und schwieg. Mich erschraken diese Gewaltkonflikte immer sehr und fühlte mich bei solchen Szenen viel zu unmündig um einzugreifen. Stattdessen beruhigte ich meine beiden kleinen Schwestern, während wir draussen beim Bach herumstanden und ins Wasser starrten.

Grossvater wurde immer kränker. Einmal sagte er beim Essen in die Runde, Marianne würde uns noch einmal alle erschlagen wenn sie ihren Willen nicht bekäme. Ein Jahr später, 1995, starb er. Der Bauernhof gehörte nun Grossmutter.

Es folgten dann drei oder vier ruhige Jahre. Marianne liess sich oben auf dem Berg kaum noch blicken. Grossmutter kam öfter ins Krankenhaus und immer wieder hiess es sie würde es nicht mehr lange schaffen. Sie hatte groben Gedächtnisverlust, und war recht oft nicht mehr bei Sinnen.
Wenige Monate vor Grossmutters Tod, tauchte Marianne wieder auf und machte sich wieder auf dem Unterkapiller Hof breit. Rosl lebte wegen Grossmutters langen Krankenhausaufenthalten meist alleine auf dem Hof.
Mindestens einmal pro Woche die selbe Szenerie: Marianne erschien auf Unterkapill in Begleitung ihrer Söhne oder ihres Mannes, provozierte Rosl, dann klingelte bei meiner Mutter das Telefon, heulende Rosl am Apparat und meine Mutter musste einschreiten. Einschreiten hiess eine ganze Stunde Berg hinunter- und Berg hinauffahren.
Irgendwann schaffte es Marianne Rosl zu provozieren und die Carabinieri herbei zurufen wonach Rosl in eine geschlossene psychiatrische Anstalt eingewiesen wurde. Sie galt als gemeingefährlich, aggressiv und musste mit Pillen vollgestopft werden.
Kurz darauf wurde von Marianne ein Testament von Grossvater vorgelegt in dem stand, dass er ihr den gesamten Unterkapiller Hof vermacht hatte.
Meine Mutter konnte noch rechtzeitig meine Grossmutter davon überzeugen, sie solle ihre gesamten Ersparnisse auf Rosls Konto überweisen. Einige Tage später starb sie.

Epilog:
Marianne übernahm daraufhin den Unterkapiller Hof. Meine Mutter kaufte mit Grossmutters Geld eine kleine Wohnung für Rosl unten im Dorf. Als sie aus der Psychiatrie entlassen wurde durfte sie Unterkapill nicht mehr betreten.

(Photos in den Kommentaren)

14 Comments

  1. Oma mit kleinem Herrn Mek:

    Opa mit dem kleinen Mek (der erste männliche Nachwuchs, man beachte das ungewöhnlich glückliche Gesicht):

    Gesellige Tafelrunde zu Ehren der Taufe des Herrn Mek.
    Rechts im Stehen der Bäckergeselle Toni. Davor im Sitzen Rosl, links daneben Liesl. In der Mitte, die mit den vielen Haaren: meine Mutter. Links mit dem gelben Oberteil: Marianne.

  2. Traurig ist meisten schön, mein lieber Burnster. Aber das brauche ich Ihnen ja nicht zu sagen.

    Kaltmamsell, ja, stöbern Sie mal drauflos in den alten, staubigen Kisten. Am besten machen Sie in Polen weiter. Das klingt nämlich sehr spannend.

    Frau Arboretum, ich bin mir nie sicher ob Marianne ihren Ehemann anguckt oder meine Mutter. Aber, dass die Hand dort völlig am falschen Platz ist, ist wohl ein Fakt 🙂

  3. Und aus dieser harten Welt ist so ein beseelter Mensch wie Sie herausgekommen?
    Da erschreckt einen die große Welt ja nicht mehr, man kennt die Schrecklichkeiten schon vorher. Aber schön ist die Geschihte auch.

  4. Toni hat, was der Toni hat. Denn Toni ist aus der großen Stadt. Drum lass das mal den Toni machen, denn der Toni, der kann Sachen…

    Schöner Einblick ins kluftige Dorfgeschehen. Ein grimmiger Bergroman, meint man. In meiner Familie ist ja durch zwei Weltkriege viel verloren gegangen an Erinnerungen und Personal.

  5. Auf den Vater. Das ergäbe auch Sinn. Aber das besprechen wir besser nicht hier, liebe Schwester.

    Sehr schade, dass aus dem Hause 37 so viel im Krieg geblieben ist. Nun waren Sie aber auch mittendrin im Geschehen. Hart war es für meine Familie auch, vor allem im ersten Weltkrieg, an der Front, die sich quer über die Gletscher hinzog. Mein Opa auf Vaters Seite erzählte jedoch, dass sie damals auf den Hochalmen immer die kleinen, giftigen Pilze sammelten, die braunen die immer an den Rändern der Kuhfladen wachsen, und mit hinauf an die Front nahmen wodurch das Weiss der Gletscher plötzlich gar nicht mehr so Weiss war wie es sein sollte. Auch war es oftmals gar nicht kalt. Ahja und Hanf, das haben die auch immer geraucht.

    Beseelt, ha, liebes Croco, Sie sind ja nett zu mir. Das kommt aber bloss vom Wein den ich als Kind heimlich trank, weil die alten Männer immer einen kleinen Boden übrigliessen. Des Weines reine Seele.

  6. “Von meinem Grossvater sagt man er habe nur einen einzigen Freund gehabt und selbst diesen habe er abgrundtief gehasst.”

    was für ein großartiger satz, herr mequito.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *