die letzten Stationen

Diese Abschiede. Dieses Ablaufen der letzten Stationen, zum letzten Mal ins Büro, zum letzten Mal den Rechner hochfahren. Diese Abschiede. Wie hell das Raucherzimmer eigentlich ist. Und dann, beim Abtauchen der Sonne hinterm Michel, plötzlich merken, dass ich in den beiden Jahren immer vergessen habe, diesen Sonnenuntergang zu fotografieren, diesen roten Feuerball den man dort oben im zwölften Stock in der Hamburger Kirchturmsilouette versinken sieht. Ich tröste mich damit, dass es ohnehin nur kitschig ist.

Diese Abschiede. Von den Kollegen die man mochte, immer wieder das “man sieht sich mal” wiederholen. Dann diese verblüffende Tragik bei denjenigen zu denen man sagt, man sehe sich nicht mehr. Und mit einem langen und nachdenklichen Lächeln beiderseits hängenbleibt, bei dem man nicht genau weiß ob man sich nun freuen solle oder ob diese Nachdenklichkeit letztendlich nicht plötzlich eine merkwürdige Art von Wehmut geworden ist. Und noch ein ernstgemeintes “machs gut” nachwerfen.

Michelina die sich über die Blumen freut, Franco über den Wein. Franco hat mir meine Lieblingspasta gekocht. Wie unentspannt ich meine Zeitung lese während ich auf das Essen warte.
Und danach dieses schöne, übertriebene und erwartete: wir werden dich vermissen. Und ich solle vorbeikommen wenn ich mal in Hamburg sei, Franco würde mir Pasta Norcina kochen.

Die letzten Stationen. Es lieber verschweigen. Der Abschied von meiner Kioskfrau bekäme eine zu schwere Bedeutung. Sie würde mir nicht mit derselben Langeweile die ich an ihr so sehr mochte, den Tabak über den Tresen schieben. Sie würde vielleicht lächeln. Der Gedanke daran lässt mich erschauern.

Abschied von Flicker [hr hr]

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