[10.5.]

Gestern die Hälfte des Tages furchtbar neidisch gewesen. Auf meinen Nachbarn, den Fotografen oben links.
Es fing ganz harmlos an: Er kam zu mir auf einen Tee. Wir wollten die neuen Erkenntnisse zu den Balkons besprechen, tranken dabei Tee und aßen seinen mitgebrachten Kuchen. Dann erklärte ich ihm von der Schwierigkeit Balkons an seiner Haushälfte anzubringen. Der Architekt hatte mir das alles erklärt.
So gingen wir hoch in seine Wohnung und sahen uns die Situation von Innen an. Und ab dem Moment war ich den Rest des Tages neidisch. Ich will es nicht im Detail beschreiben, das steht geschrieben immer so sperrig da.
Aber das war so: Seine Wohnung ist etwa gleich groß, er hat sie allerdings so umgebaut, dass sie zweimal größer wirkt, zweimal heller und zweimal schöner. Zudem hat er einen zweimal so guten Geschmack (er ist Fotograph, also ein Ästhet) und hat einfach alles zweimal besser als ich.
Dann sind K und ich noch ein bisschen die Bernauer hoch zum Mauerpark spaziert, weiter zur Schönhauser Allee und dann in die Kastanienalle hinein. Dort haben wir uns vor das Cafe mit dem Monatsnamen (oder wars Wochennamen?) gesetzt, einen Prosecco bestellt und über den Umbau geredet. Welche Wände man einreißen müsste, wohin man das Badezimmer verlegen müsste, wohin die Küche. Immer mit dem frustrierenden Wissen im Kopf kein Geld dafür zu haben. Auf diesen Frust hin habe ich noch ein paar Prosecchini gekippt. Und noch ein paar.

Und jetzt habe ich eigentlich gar keine Lust tagebuchzubloggen weil mich das vom mentalen Umbauen abhält.

5 Replies to “[10.5.]”

  1. Es gibt eben immer was zu tun. Entkernen und Neuaufbauen. Darin ist Belrin doch groß, das kriegen Sie mit ein paar helfenden Händen schon hin. Man kann Waschbelcne z.B. frei in der Luft stehen lassen, Wände sind so… 90er!

    Das Thema Balkone liegt wohl auch in der Luft. Ich habe mir jetzt Lösungen angeschaut fürs Dach. Was es alles gibt. Man muß Pläne haben.

  2. Helfende Hände gibt es sicherlich immer, Berliner Hände wollen (oder können) aber meistens nicht viel mehr als Wände einreißen. Dies allerdings sehr gut.

  3. Ups, ich sehe gerade, “Waschbelcne” soll eigentlich “Waschbecken” heißen. Aber kann man ja auch mal anders schreiben.

  4. ich würde gerne mal wieder wände einreißen, absolut. hab ich auch schon einmal, damals, in meiner ersten wohnung. ganz allein übrigens, mit nur einer brechstange als werkzeug. war aber auch nur eine holzwand, muß ich gestehen. git das trotzdem?

  5. Gilt trotzdem, Frau Engl. Solides Berliner Handwerk.

    Kid: ich habe mich schon über die vielen Vertipper gewundert, die ich von Ihnen ja so garnicht kenne. Und Waschbelcne war wirklich sehr akrobatisch. Diverse Interpretierungsversuche von “belcne” haben mich nicht weit gebracht. “balcony” am ehesten, aber “Waschbalkon” ist nicht sehr geradeforwärts.

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