[Mo, 2.3.2026 – Frühsommer, Dritte Person]

Am Wochenende war die Stadt bei 19 Grad völlig voll. Die Kasse bei Edeka, die Kasse bei Getränkehoffmann, lange Schlangen vor den Eisdielen, sogar an der stadtauswärtsführenden Linksabbiegeampel an der Landsberger Allee staute sich der Verkehr fast bis zur Paulheisestraße. Ich frage mich, wo all diese Menschen in den letzten Monaten gewesen sind.

Auch die Schönwetterradfahrer sind wieder da. Zu denen gehöre ich jetzt offenbar auch. Eigentlich fahre ich bei jedem Wetter mit dem Rad. Regen, Schnee, Eis, Sturm und sogar bei Hitze. Durch meinen Winteraufenthalt in Hamburg bin ich tatsächlich 4 Monate lang nicht mit dem Rad gefahren. Heute früh fuhr ich zu einem Termin und ich hatte es ein bisschen eilig. Die Strecke war nur zwei Kilometer lang. Aber ich spürte schon meine Oberschenkelmuskeln. Das sind ganz andere Muskeln als die, die ich nach dem Fitnessstudio spüre. Passt mir irgendwie gar nicht.

Aber: Stadtauswärtsführende Linksabbiegeampel. Wenn ich mal eine Punkband gründe. Ich habe eine ganze Liste von potenziellen Namen.

Nachdem ich beim Romanprojekt nach etwas mehr als 200 Seiten festgefahren bin (die Gründe sind etwas komplex und ich bin derzeit nicht in Stimmung, das öffentlich auszubreiten), habe ich die Superheldengeschichte wieder aufgegriffen. Ich tat mich lange Zeit schwer mit der Hauptfigur und dem Sound. Das Problem ist, dass ich Männer zu uninteressant finde, um sie zu porträtieren. Andererseits würde die Geschichte, die ich erzählen wollte, nur mit einem Mann funktionieren. Ich dachte öfter darüber nach, die Figur zu einer Frau umzuschreiben, aber mir fehlte ein Konzept dafür und auch eine Geschichte, die zu einer weiblichen Superheldin besser passt. Nun beschloss ich, die Frau einfach, die gleichen Dinge tun zu lassen, die ursprünglich auch der Mann tun sollte, und bin überrascht davon, wie gut das greift. War ich wohl wieder einmal in Genderrollen festgetackert. Auch habe ich die Erzählperspektive (Dritte Person, aber kein auktorialer Erzähler) geändert und es ist erstaunlich, wie der Text plötzlich sprudelt.

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  1. "Nachdem ich beim Romanprojekt nach etwas mehr als 200 Seiten festgefahren bin (die Gründe sind etwas komplex und ich bin derzeit nicht in Stimmung, das öffentlich auszubreiten), habe ich die Superheldengeschichte wieder aufgegriffen." https://mequito.org/stories/15153 /via @mxpfeifer

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