Wir schauten heute die ersten beiden Folgen von „The Madison“, der neuen Serie von Taylor Sheridan, der mit seiner Darstellung Amerikas häufig den Eindruck erweckt, etwas berauscht von der konservativen Idee des Landes zu sein, wobei er bekräftigt, von keinem politischen Lager eingenommen werden zu wollen. Ich glaube, er verabscheut nur Menschen aus der Stadt. Er weiß es, wirklich große Geschichten zu erzählen, die zudem mit fantastischen Frauenfiguren in Hauptrollen besetzt sind.
Montana. Wieder einmal Montana. Michelle Pfeiffer. Diese Frau wird in zwei Jahren siebzig. Und sie wird mit jedem Jahr schöner.
(Ja, klar, gestrafft und so. Aber trotzdem)
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Gestern mit meinem Vater telefoniert. Er will jetzt sein Haus verkaufen und in eine kleine Wohnung ziehen. Das Haus deprimiert ihn nur noch. Es ist sein ganzer Traum gewesen, aber es ist zu groß für ihn alleine, er kann es nicht mehr putzen, und in ein paar Jahren kann er vielleicht keine Treppen mehr laufen. Hätte er noch eine Frau, wäre es vielleicht etwas anderes, aber weil schon seit einigen Jahren keine Frau mehr in sein Leben kommt, empfindet er das Haus nur noch als Belastung, er will es nicht mehr, er sieht keinen Sinn darin, er will sich jetzt verkleinern, bescheidener leben, sich auf die wahren Dinge konzentrieren.
Das erstaunte mich sehr. Das Haus in seinem Heimatdorf bedeutete ihm viel. Ich empfand es als eine Art Lebensziel. Er baute es sich mit fünfzig. Oder vielleicht war er sogar schon älter. Strenggenommen ist es gar kein Haus, sondern eine Doppelhaushälfte, nichts Besonderes eigentlich, zwei Etagen und ein Dachgeschoss mit einem Keller. Aber es war der Anker in seinem Heimatdorf.
Den Schritt, dieses Haus zu verkaufen, finde ich ungemein mutig. Das sagte ich ihm auch so. Ich empfand die Entscheidung auch wie einen nüchternen Schritt hinein in den Lebensabend. Das sagte ich ihm aber nicht. Vielleicht hätte er diesem Gedanken auch zugestimmt. Weil mutig, das war er immer.
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Kreissäge. Meine neue Akku-Kreissäge. Ich sage es mehrmals pro Tag, wenn ich am Wochenende damit baue: „Woah, ich liebe diese Kreissäge.“ Meine Frau nimmt es zur Kenntnis und es freut sie, dass ich schöne Konstruktionen in ihr Zimmer baue.
Heute sägte ich damit meinen „bekwäm“-Hocker an.
Gestern bohrte ich aber auch ein Loch in meinen geliebten Dielenboden. Das lag jedoch nicht an meiner geliebten Kreissäge. Das lag an meinem geliebten Bohrer.
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