Die neue Hündin meiner Hundesitterin heißt Frau Reiner. Fanden wir natürlich einen komischen, aber durchaus witzigen Namen. Mit diesem Namen wurde die Hündin ihr vom Tierschutz vorgestellt. Frau Reiner kommt aus Spanien und man weiß nicht viel über sie, man weiß lediglich, dass sie schon seit etwa einem Jahr in einem zentralspanischen Städtchen als Straßenhund lebte. Die Spanier, die sie von der Straße holten, gaben ihr den ungewöhnlichen Namen „Reiner“ und verrieten den deutschen Tierschützern auch den inoffiziellen Beinamen, den sie der Hündin gegeben hatten, nämlich „die stille Königin“.
Als das Tier in Deutschland ankam, hielt man den Namen „Reiner“ für ein weibliches Tier für sicherlich seltsam, und so taufte man die Hündin kurzerhand in „Frau Reiner“ um, was für ein teutonisches Ohr wesentlich sinnvoller klingt. Fortan ging sie mit einem nur leicht abgeänderten Namen in ihr neues Leben in Mitteleuropa, wo man nach einem neuen Zuhause für sie suchte. So kam sie schließlich zu meiner Hundesitterin.
Nun lebte ich für ein Jahr in Spanien. Trotz etlicher Bemühungen ist mein Spanisch leider sehr rudimentär geblieben. Meine Kollegen waren vornehmlich aus England und den Niederlanden, und aus mir unerfindlichen Gründen habe ich nie richtigen Zugang zu spanischen Menschen finden können. Aber ich besuchte in Madrid regelmäßig die drei großen Kunstmuseen am östlichen Ende der Innenstadt, das Prado, das TB und natürlich das „Reina Sofia“, von dem ich wusste, dass es nach der früheren Königin Sofia benannt war. Da ich dreisprachig aufgewachsen bin und in diesem Zuge Italienisch spreche, las ich „Reina“ phonetisch immer richtig, da es dem gleichbedeutenden italienischen Wort „Regina“ ziemlich ähnelt. Das „e“ klingt wie ein „e“ und das „i“ klingt wie ein „i“.
Aber dann kamen meine niederländischen Kollegen, die mich auch einmal ins Museum begleiten wollten, und wie man vielleicht weiß, folgt die niederländische Sprache einer ähnlichen Struktur und ähnlichen Ausspracheregeln, wie die deutsche Sprache, sie sprachen den Namen des ehrwürdigen Ausstellungshauses jedenfalls wie „Raina Sofia“ aus, was im Deutschen Slang auch gerne mal wie „Rainer“ oder „Reiner“ klingen kann.
Ich habe daher eine These, wie das mit dem Namen dieser spanischen „stillen Königin“ gegangen sein könnte.
Danke, diese Geschichte hat mich gerade ziemlich zum schmunzeln gebracht. 🙂
(Und, trotz dass hier bei uns im Haushalt mindestens genau so viel spanisch wie deutsch gesprochen wird, wäre ich doch nie auf diese so plausible These gekommen.)