Neuerdings darf man in allen Berliner IKEAs Hunde mitnehmen. Heute mussten wir eine Kleinigkeit zurückbringen und eine andere Kleinigkeit kaufen, und um den Spaziergang mit der Hündin zu kombinieren, nahmen wir sie einfach mit zu IKEA. Die Regel des schwedischen Einrichtungshauses ist lediglich, dass man die Tiere in einem Einkaufswagen mitführen muss. Ich wusste, dass meine Hündin das nicht mögen würde. Sie mag es nicht, auf irgendwas zu sitzen, sie mag es auch nicht, in etwas zu sitzen, vor allem nicht, wenn es sich bewegt, und außerdem: Sie hasst Gitter. Nun sind genau diese die vier Eigenschaften eines Einkaufswagens.
Der ganze Ikea-Besuch war dann eine außerordentlich schlechte User-Experience für sie. Und ich sage mal so: Zum Glück hat sie kein Blog. Ich wäre in dem Blogeintrag nicht gut weggekommen.
Übrigens erfuhr ich gestern von der BRLO-Chefin, dass Brewdog insolvent ist. Vor einigen Tagen sah ich bereits, dass der Brewdog Taproom am Frankfurter Tor geschlossen hatte und das Logo abmontiert war. Das sah nach einem sehr definitiven Zustand aus. Laut der Webseite waren aber immerhin noch die Standorte in Mitte und die Brauerei in Mariendorf geöffnet. Jetzt, zwei Tage später, erscheinen auch diese als geschlossen. Brewdog also insolvent. Das kam etwas überraschend. Sie geben offenbar das gesamte Europa-Geschäft auf.
Meine Frau fühlte sich betrogen, weil dies das Aus ihres geliebten „Hazy Jane“ bedeutet. Auch mein „Wingman“, ein leichtes Pale Ale, wird vom Markt verschwinden, aber mir war das eher egal. Wenn etwas vom Markt verschwindet, dann ist es für mich tot und ich schaue mich nach Alternativen um. Meine Frau ist dahingehend ganz anders. Sie bunkert, um noch so lange wie möglich etwas davon zu haben. So fuhren wir heute zu Kaufland und zu Rewe, um die Restbestände „Hazy Jane“ in Ostberlin aufzukaufen. Ich habe letzte Woche ja diesen neuen großen Schrank im Flur zum Badezimmer aufgebaut. Das ist ein perfektes Lager für sterbende Biere.
Ich fühle mich hingegen auf eine andere Art von den Brewdog-Leuten betrogen. Ich wollte nämlich schon seit Langem zwei von diesen schönen Nullfünf-Gläsern mit der Aufschrift „Bitter Beers for happy people“ klauen. Es ist eine Unverschämtheit, dass sie jetzt einfach ohne Vorankündigung den Laden dichtmachten.

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