Seit Wochen habe ich den Vermerk „30 Pflanzen“ auf meinem Notizzettel stehen, ich fand aber nie eine passende Form, mit der sich die Notiz in einen Text umwandeln ließ. Eigentlich ist das ja der Zweck dieses Weblogs, es ist eine Schreibübung, jeden Tag etwas aus dem Leben in eine Textform zu gießen. Die Sprache finden, die Form finden, den Sound finden.
Die „30 Pflanzen“ erwähnte ich bereits letzten Oktober auf unserer Grönlandreise. Weil wir auch da versuchten, mindestens 30 Pflanzen pro Woche zu essen. Was dort aber außerordentlich schwierig war, wenn es zum Frühstück beispielsweise nur Fisch, Käse, Fleisch, Dorschlebertran und Weißbrot gab. Immerhin konnten wir fürs Frühstück „Weizen“ in unsere Liste eintragen.
Was hat es damit auf sich? In einer Studie namens „American Gut Project“ beobachtete man, dass Vielfalt an Pflanzen bei der Nahrungsaufnahme ein wichtiges Kriterium für ein gesundes Darm-Mikrobiom ist. Dabei fand man heraus, dass mindestens 30 Pflanzen pro Woche ein guter Schwellwert sind. Wenn man im Netz nach „30 Pflanzen pro Woche“ oder „American Gut Project“ sucht, gibt es ausführlichere Details und Erkenntnisse zu dem Thema, was bei mir aber hängenblieb: Es ist fucking wichtig. Das Darm-Mikrobiom ist so etwas wie das Gesundheitsökosystem unseres Körpers. Nebenbei hat das einen positiven Effekt auf die mentale Gesundheit und natürlich verringert er das Darmkrebsrisiko beträchtlich.
Jede Woche dreißig unterschiedliche Pflanzen zu essen, ist gar nicht so einfach. Man erreicht ziemlich schnell die Zwanzig. Danach stockt es aber immer ein wenig. Dafür fingen wir an, gezielt einzukaufen, damit man die Zahl erreicht. Auch eine nette Beschäftigung.
Ich hoffe, man versteht, warum die Notiz so lange auf dem Zettel stand. Es ist ein interessantes Thema. Aber es gibt künstlerisch wenig her.
#
Übrigens will ich schon seit Wochen das untenstehende Foto posten.

Katharina Seiser hat dazu ja ein Buch geschrieben und eine App gelauncht. Falls jemand noch weiter ins Thema einsteigen möchte.
Ich empfehle Salattheken, Bowls, Smoothies und Müslis, damit bin ich eigentlich immer über 40 gekommen, wenn ich dokumentiert habe.
Hm, ich verstehe die psychologische Logik hinter den 30, würde aber spontan behaupten, dass 500g Weißkohl (1) vermutlich bessser fürs Biom sind als 500g Erdbeer (25). Oder sollen es wirklich verschiedene Sorten sein?
Ich versuche das auch seit geraumer Zeit und habe eine App, in die ich es eintrage. Sie heißt Eat 30 Plants (ist aber auf deutsch). Ich habe noch nie 30 verschiedene geschafft. Wenn man jeden Tag zb Radieschen isst zählt das nur als eine Pflanze, bin heute bei 24. Es weckt aber den Ehrgeiz darüber nachzudenken und anders zu essen. Und nicht jedes Lebensmittel zählt, das macht es schwierig.
Hier mal ein Beispiel von mir:
Sonntag
1. Orange
2. Feigen
3. Weizen
4. Roggen
5. Hafer
6. Gerste
7. Buchweizen
8. Mandeln
9. Haselnüsse
10. Mais
11. Cashews
12. Tomate
13. Gurke
14. Mais
15. Romana-Salat
Montag
16. Clementine
17. Süßkartoffel
18. Johannisbeeren
19. Pimientos
Dienstag
20. Banane
21. Apfel
22. Oliven
Mittwoch
23. Spinat
24. Frisee
25. Linsen
26. Birne
27. Granatapfel
28. Rote Bete
Donnerstag
29. Pak Choi
30. Brokkoli
31. Enoki
32. Algen
33. Morcheln
34. Bohnen
Freitag
35. Peperoni
36. Spinat
37. Eisbergsalat
38. Weißkohl
39. Weinblatt
40. Zwiebel
41. Knoblauch
42. Kartoffel
43. Rote Paprika
44. Zucchini
45. Aubergine
Samstag
46. Fenchel
47. Kapern
48. Sultaninen
Okay, es sind 30 verschiedene Sorten. Das finde ich spannend/amerikanisch gedacht, weil die Quote einfacher zu erreichen ist, wenn man auswärts oder stark verarbeitet isst.
Mal als Überschlag: wir kommen mit solidarischer Landwirtschaft (~12/Woche), Brot (3), Kaffee, Tee, Hafermilch, Olivenöl, Knoblauch (5) und Nüsse+Kraeuter (5) auf 25 und dann wird es schon stretchig. Dann müssten dann noch Richtung Obst oder “Sättigungsbeilagen” oder Wein gehen – was alles fein ist, aber bei mir nicht unter gesunde Ernährung fällt.