[Sa, 18.4.2026 – amorphe Masse, starren im Park, Brechbohnen im Pesto]

Ich würde ja auch gerne Trenchcoats tragen, aber ich bin körperlich nicht für Mäntel gemacht. Innerlich fühle ich mich wie ein Trenchcoat-Typ. Ein bisschen elegant, ein bisschen geheimnisvoll. Äußerlich bin ich aber eher der Typ bulliger Kraftmensch aus dem Zirkus. Ohne die Kraft, allerdings. In Mänteln sehe ich aus, als wäre ich eingepackt, wie ein Geschenk.

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Ich verfalle regelmäßig irgendwelchen Instagram-Kochtrends. Einige davon sind wirklich gut. Die meisten sind jedoch mittelmäßig. Ich probiere trotzdem alles, kein Experiment soll an mir ungetestet vorübergehen. Gestern griff ich allerdings daneben. Es gab diesen bärtigen Typen, der Hartzer Käserollen in eine Ofenform gab, Ajvar dazuschüttete und in den Ofen schob. Das schien mir eine ungemein geniale Idee. Hartzer Käse schmeckt gut, hat wenige Kalorien und zudem liebe ich Speisen aus dem Ofen. Ich nahm statt Ajvar Tomatenpüree und Erbsen. Darüber schnitt ich ein paar Zwiebelringe.

Das Ergebnis war eine seltsam amorphe, klebrige Masse, die nach Hartzer Käse roch und meinen Bart verklebte. Sie war zu fest, um als Sauce zu funktionieren, und zu weich, um dem Ganzen eine Form zu geben. Und wie gesagt: Sie klebte überall. Mache ich nie wieder.

Später fand ich allerdings heraus, dass der bärtige Typ seine Erfindung in die Mikrowelle schob. Da bleibt die Kreation vielleicht etwas fester, weil ihr die Zeit fehlt, auszulaufen.

Ach, was weiß ich. Mache ich trotzdem nie wieder.

Heute war super Wetter. Am Nachmittag saß ich im Park auf einer Parkbank und tat: nichts. Eigentlich wollte ich eine Sprachnachricht verschicken, aber es fehlte mir die Kraft und vor allem die innere Sortiertheit, sowie kluge Gedanken. Ich saß nur da, ich dachte an wirklich nichts und starrte. Ziemlich lange sogar. Die Hündin starrte mit mir mit.

Am Abend kam meine Frau zurück und ich kochte Bärlauchpesto für uns. Ich gebe gedünstete Prinzessbohnen dazu, sowie kleine, gekochte Kartoffelstücke und kleine, halbierte Kirschtomaten. Die püriere ich natürlich nicht mit. Aber es frischt die Schwere des Pestos etwas auf.

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