Neulich wies mich Lu auf Sophie Passmans Vlog auf YouTube hin. Wir hatten uns zuvor über Blogformate unterhalten, vor allem über die subjektive Form des Tagebuchbloggens, und wir redeten darüber, mal ein anderes Medium zu probieren. Videos böten sich beispielweise an, aber Videos sind sehr aufwendig zu produzieren und setzen gewisses handwerkliches Geschick voraus. Dazu empfinde ich mich auch nicht als sonderlich screentauglich. Ich fühlte mich an der Tastatur immer sehr wohl, und ich finde es auch nicht schlimm, eine Nische zu bedienen, ich meine: TEXTE. Ich glaube, Texte waren immer schon eher nischig, aber seitdem Video und Kurzvideos auf dem Telefon zu einem sehr unterhaltsamen Erzählformat geworden sind, die prinzipiell von allen gemacht werden können, ist es nur noch offensichtlicher geworden, wie nischig Texte eigentlich immer waren. Texte haben im Internet noch nie so viele Menschen erreicht, wie Videos es tun. Video hat nie the writing star gekillt, wir Schreiberinnen waren einfach immer schon Nische, es gab nur nicht so viel verschiedenen Content.
Was ich eigentlich aber sagen will. Weil wir über Videos redeten, erzählte mir Lu von Sophie Passmans Vlog auf Youtube, in dem sie Videos macht, als würde sie Old-school-Nullerjahrestyle bloggen, aber eben als Video statt als Text. Das gefiel mir wirklich gut. Ich schaue nur nicht gerne lange Videos auf dem Monitor und für den Fernseher ist mir das Format wiederum zu belanglos, aber es ist wirklich sehr erfrischend zuzusehen. Abgesehen davon, dass ich Sophie Passmann ohnehin super finde. Ich wollte einmal über sie schreiben, weil mir auffiel, dass sie so oft von Frauen angegriffen wird. Das ist aber eines dieser unfertigen Blogtextfragmente geblieben, die mittlerweile den Großteil meines Notizzettels ausmachen.
Worauf ich aber eigentlich hinaus will: In einem der Videos trank Sophie Passmann Hafermilch mit Popcorngeschmack. Das triggerte mich total. Ich meine: Was ist bitte Popcorngeschmack? Am Abend ging ich zu Edeka, kaufte mir die Hafermilch mit Popcorngeschmack und trank sie fast in einem Zug aus. Was ich jetzt weiß: Hafermilch mit Popcorngeschmack ist sehr süß. Muss man wissen. Ich esse Popcorn grundsätzlich immer salzig. Und ich verstehe jetzt auch Popcorngeschmack. Der war mir vorher nicht so vordergründig präsent. Popcorn nahm ich bisher als eine Art Sekundärgeschmack wahr. Der leicht nussige Geschmack, der das erste Drittel eines Filmes begleitet. Mit Cola Zero aus einem Kartonbecher. Er passt seltsamerweise wirklich gut zu Hafermilch. Aber zum Kaffee lieber nicht.
So. Das wollte ich sagen.
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Am selben Tag, an dem mir eine Freundin zum ersten Mal davon berichtete, dass sie seit Jahren in der BDSM-Szene unterwegs sei, erfuhr ich in der S-Bahn davon, dass Wissenschaftlerinnen neuerdings empfehlen, mindestens 21 Mal pro Monat zu ejakulieren. Die häufige Nutzung des Ductus Ejaculatorius, des sogenannten „Spritzkanälchens“, sorgt dafür, dass Rückstände, und Ablagerungen, sowie schädliche Karzinogene immer schön ausgespült werden und sich somit das Krebsrisiko für Prostatakrebs um viele Prozentpunkte sinken lässt. Das klingt alles sehr vernünftig.
Die Freundin, die mir aus ihrem BDSM-Leben erzählte, hat eine überaus dominante Seite, die von ihren Männern sehr geschätzt wird. Dabei ist eine ihrer favorisierten Praktiken, das „Tease and Denial“, was im Wesentlichen als Orgasmuskontrolle oder Orgasmusverweigerung beim Mann zusammengefasst werden kann.
Ich weiß, das klingt jetzt alles sehr konstruiert. Vor allem, weil ich neulich über eine möglicherweise bevorstehende Prostatakrebsvorsorge schrieb. Und ich finde, man sollte sich nicht über sexuelle Praktiken lustig machen. Dennoch würde es mich interessieren, ob das Auswirkungen auf den Ductus Ejaculatorius hat.
