[Mo, 13.4.2026 – Bewerbungen]

Neulich, als ich in Hamburg mehrere Stellen offen hatte, kamen 94% der Mails von Bewerberinnen über Gmail. Die restlichen 6% verteilten sich auf Applemail, outlook.com und eigene Domains. Einmal war sogar Hotmail dabei. Musste gleich die Domain im Browser aufrufen. Wäre ich ein Film gewesen, wäre ich zu einer Rückblende verschmolzen, zum Sound von „Bittersweet Symphony“. Im Browser kam es aber nur zu einer Weiterleitung auf outlook.com. Im Film wäre der Soundtrack jetzt mit einem Plattennadelscratch unterbrochen worden.

Bei offenen Stellen in Deutschland gibt es etwas mehr Variabilität. Es kommen posteo.de, mailbox.org und GMX sowie web.de dazu. Aber der Großteil immer: Gmail.

Die Anschreiben lese ich aber nicht mehr. Ist alles KI-Slop. Sie klingen alle gleich. Ich schaue aber auch nie nach Schulabschlüssen oder, schlimmer noch: Arbeitszeugnisse! Arbeitszeugnisse müssen immer wohlwollend sein, ansonsten kann man es sich einklagen. Arbeitszeugnisse dienen höchstens als Beweis dafür, dass jemand dort gearbeitet hat, wo sie behauptet, sie hätte es getan. Würde mich aber nicht wundern, wenn Zeugnisse mit KI erstellt werden. Ich schaue gar nicht mehr hin.

Es bleibt nichts anderes übrig, als nach fachlichen Eckdaten zu sieben und sich ein Bild der Person vor Ort zu machen und dort dann die richtigen Fragen zu stellen. Ich hatte schon Bewerber aus anderen Ländern, bei denen ich merkte, dass sie Antworten vom Bildschirm ablasen. Es ist ermüdend.

Aber eigentlich wollte ich über ganz etwas anderes schreiben.

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