Morgens, wenn ich über die kleine Wiese runter zum Klo laufe, scheint die Sonne hinter der Linde hervor. Ich drehe mich um und lasse mir den Rücken wärmen. Das ist so ein schönes Gefühl. Ich verstehe schon, warum Menschen esoterisch werden.
Ich muss an dieser Stelle erwähnen, dass der Rasenmäher eine der besten Maschinen ist, die ich bisher besessen habe. Er läuft sogar der Akkukreissäge den Rang ab, für die ich bisher die stärksten Gefühle empfand. Die Rasenmaschine hat genug Wumms, um meterhohes Gras umzusensen. Sogar hinten auf der großen Wiese komme ich ohne große Mühe durch den dichten, wilden Wuchs hindurch. Hinter mir verfolgt mich die Hündin, die sich im frischgemähten Gras wälzt.
Morgen oder übermorgen werde ich die Akkukettensäge auspacken und aktivieren. Die Kettensäge hat natürlich das Potenzial, in meiner Gefühlswelt auch den Rasenmäher zu übertrumpfen.
Mittlerweile sind auch unsere Meran Freunde angekommen. Die Kids finden es super. Sie schmeißen sich in den Fluss und spielen mit der Hündin. Unser Tier verausgabt sich. Es gab noch nie jemanden, der beim Bällewerfen so viel Ausdauer hatte, wie der zwölfjährige Junge.
Gestern legten wir die Treppe in den Fluss und brachten auch das Ruderboot ins Wasser. Wir ruderten dann zu viert bis zum Wasserfall hinauf. Der kleine Sohn wollte ständig vom Boot aus ins Wasser springen, aber er traute sich letztendlich nie. Das Wasser ist dunkel und wir haben ihm erzählt, dass der Fluss sehr tief ist. Das haben wir gesagt, damit er vorsichtig ist. Der Grat zwischen Vorsicht und Angst ist aber immer schmal. Vielleicht haben wir übertrieben.
Wir fuhren auch zum Bärensee, der 4km entfernt liegt. Mein Freund wollte sich ihn nur ansehen. Vielleicht würden wir einmal alle gemeinsam dort baden gehen. Der See ist immer etwas wärmer als der Fluss, da der Fluss ja ständig frisches Wasser aus dem Norden nach Südwesten führt.
Dann meine Holzbank. Wie neulich berichtet, baute ich zusammen mit dem Sohn meiner Nachbarin in Berlin eine Holzbank, die ich hier am Hang im Wald aufstellen will. Sie muss aber noch lasiert werden. Zwei Lagen. Das macht meine Frau. Sie ist Lasier-Queen. Ich brauche auch noch lange Schrauben, um die einzelnen Bretter zu befestigen. Inzwischen räumte ich das Stückchen Wald aus, in dem ich die Bank stellen will. Das hatte ich zwar vor 5 Wochen bereits getan, aber in dieser kurzen Zeit ist alles wieder nachgewachsen. Sogar Jungbäume. Dabei hatte ich das Gefühl, dass ich jeden Jungbaum im Umkreis von hundert Quadratkilometern ausgerissen hatte.
Nun.
Was ist sonst noch passiert? Die ersten beiden Tage waren angenehm kühl. Aber mittlerweile brennt die Sonne nieder. Wir stellen hier mehrmals am Tag die Gartenmöbel um. Die ersten Tage folgten wir immer der Sonne. Mittlerweile folgen wir dem Schatten. Es hat eigentlich nur 24 Grad. Aber in der direkten Sonne ist mir das schlichtweg zu warm. Im Schatten ist es aber sehr angenehm. Heute baute ich auch die Außendusche auf. Wir haben uns ein neues Wasserkonzept ausgedacht. Wir lassen 40 Meter Schlauch in der Sonne liegen, am Ende des Schlauches haben wir eine Art Brause befestigt. Die Brause kommt aus dem Gartenbereich bei Toom. Damit wässert man Pflanzen. Sie hat aber einen sehr praktischen Knopf, mit dem man das Wasser dosieren kann. Danach ließ es sich prima damit duschen. Das Wasser war sogar zu heiß.
Ich werde in diesen drei Wochen keine Audioaufnahmen der Beiträge anfertigen. Es fehlt mir hier am Equipment.


