Mit der Tochter einer Freundin aus Essen gewesen. Sie sitzt im Rollstuhl und ich dachte ja, dass gastronomische Lokale mittlerweile barrierefrei umgebaut sein müssen. Mit dieser Annahme lag ich allerdings ziemlich daneben. Das erste, gebuchte Restaurant musste ich stornieren, weil sie schlichtweg nicht auf meine Frage nach Barrierefreiheit eingingen, also kontrollierte ich die Bilder auf Insta und Google, wo ich dann die zwei Stufen im Eingangsbereich sah und es damit hinfällig wurde. Auch wenn wir ohnehin draußen sitzen würden, Menschen müssen auch auf die Toilette. So ging das mit mehreren Lokalen, also suchte ich schlicht direkt nach barrierefreien Restaurants, und fand schließlich ein koreanisches Lokal, das als barrierefrei gelistet war. Gingen wir also hin. Im Eingangsbereich gab es eine Stufe und später checkte meine Frau die barrierefreie Toilette, die „out of order“ war, es funktionierten also nur die WCs im Keller.
Die junge Frau im Rollstuhl sagte, das sei immer so. Sie ginge immer auf gut Glück.
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Heute ins Olympiastadion zum ersten Heimspiel der Saison. Auch das zweite Spiel gewannen wir. Unsere Mannschaft schoss den Absteiger aus der ersten Liga mit 4:1 aus dem Stadion. Weder hatten wir den Sieg letzte Woche erwartet, noch den heutigen Sieg. In der Kurve stimmten wir ein übermütiges Lied an, ein Lied darüber, dass wir jetzt unschlagbar sind und mit 100 Punkten ohne Niederlage die Saison beenden. Das Lied war so eingängig und machte uns alle dermaßen gut gelaunt, dass es mindestens viermal in Dauerschleife gesungen wurde.
Sabine war heute zum ersten Mal bei uns in der Kurve. Sie saß die letzten Jahre immer oben bei den Mecker-Rentnern in 2.1, wie sie sie nennt. Vorher sagte sie, sie habe ein bisschen Angst. Als ich sie nach dem Spiel im Messenger danach fragte, schickte sie nur Smileys mit Sternen in den Augen.
Das Ganze bei 34 Grad. Unten im Block staute sich die Hitze. Der Großteil meines Fanclubs steht in Q3, dort brannte die Sonne ab der zweiten Hälfte herein wie ein Hitzestrahler, ich kenne das noch von den vergangenen Saisons. Ich meine, ich hatte auch darüber geschrieben, wie ich auf einmal nicht mehr singen konnte, weil mir schlichtweg das Wasser und der Sauerstoff vom Kopf in die Füße gesackt waren. Die Hitze schien aber niemanden zu stören. Es ist Teil der Journey, wenn man übermütig Lieder singt. Bei uns weiter links in T1 stehen wir aber im Schatten.
Auf dem Rückweg in der S-Bahn wurde mir ein Gemälde von Moby Dick in meine Timeline gespült und das löste sofort Gefühle in mir aus.
Mit Moby Dick und mir ist das so eine Sache. Ich habe das Buch dreimal begonnen und dreimal weggelegt, weil es mich anödet. Denke ich aber an Moby Dick, dann löst das starke Bilder in mir aus. Ich glaube nämlich, lebte ich Mitte des 19. Jahrhunderts, wäre ich Matrose gewesen. Als junger Bursche wäre ich in meinem Südtiroler Bergdorf erstickt. Als ältester Sprössling hätte ich das Erbe des Bauernhofes übernehmen sollen, diesen hätte ich jedoch an meine Schwester abgegeben, die über wesentlich bessere Anlagen verfügt, um eine Bauernhofswirtschaft aufrechtzuerhalten. Ich hingegen wäre nach Birmingham gereist, oder nach Liverpool, dort hätte ich auf einem Schiff angeheuert und hätte die Weltmeere bereist bzw. das Schicksdeck geschrubbt. Ganz sicher. Und keineswegs romantisiert.
Das Bild, das ich in meiner Timeline sah, war „Moby Dick“ von einem französischen Illustrator namens Gerard DuBois. Es stellt Kapitän Ahab dar, wie er mit einer Harpune an der Reling steht. Der ganze Hintergrund ist weiß. Und ein Auge. Es ist der weiße Wal. Der Hass. Die Obsession. Ein sehr starkes Motiv. Die künstlerische Umsetzung finde ich nicht ganz gelungen, sie ist zu kinderbuchmäßig, aber als Motiv wesentlich stärker als der sonst übliche Pottwal, der mit seinen Kiefern Boote zertrümmert.
Weil ich jetzt kein viertes Mal Moby Dick zu lesen anfangen will, bestellte ich „Tage des Grauens und der Verzweiflung“ von Owen Chase, einen Bericht des Kapitäns der „Essex“, das ist die wahre Geschichte, die Melville dazu inspirierte, Moby Dick niederzuschreiben.
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Felix schrieb neulich in seinem Blog darüber, dass er sich an der Schriftgröße hier in meinem Blog stört. Zuerst sagte er natürlich, wie schön er manche Dinge findet, etwa den Titel, jedoch ist ihm das gesamte Textbild zu gedrungen und die Unterstriche sind ihm zu fett und enganliegend. Er hat nicht unrecht. Ich habe wirklich wenig Ahnung von Typografie, kann aber immer alles nachvollziehen, wenn jemand darüber spricht. Nett, wie er ist, hat er das CSS veröffentlicht, mit dem er für sich mein Blog aufgehübscht hat. Jetzt geriet ich natürlich unter Zugzwang und baute das sofort ein. Es sieht in der Tat besser aus.

Danke für die Schriftanpassung! Ich hatte dein Blog immer auf 110% gelesen – braucht es jetzt nicht mehr.