Auf Facebook schickt mir eine ehemalige Schulfreundin ein Foto aus der Stadtbibliothek Meran. Darauf abgebildet ist meine Novelle mit einem gelben Bibliothekssticker, auf dem steht: Gesellschaft. Jetzt habe ich schon ein bisschen Tränen in den Augen. Aber es kommt noch dicker. Das Buch liegt auch in der Südtiroler Landesbibliothek, da diese den Auftrag hat, Tirolensien zu sammeln, und da ich Südtiroler Wurzeln habe, ist die Novelle eine Tirolensie. Das finde ich wirklich schön.
Was ist sonst noch passiert? Gestern war ich mit meiner neuen Regenjacke auf der Hundewiese. Es regnete zwar nicht, aber diese Regenjacke ist dermaßen schick, dass ich sie der ganzen Welt zeigen werde. Ich behalte sie übrigens in beiden Größen, also in L für den Sommer und in XL für den Winter, wenn ich darunter eine Jacke trage. Apropos Regen. Meine Frau ist auf Dienstreise nach England. Sie meinte, der Ort befände sich ein paar Stunden außerhalb von London. Am Abend schlug ich den Ort auf Maps auf und ich stellte fest, dass sie sich offenbar in Cornwall befindet. Devon sagt sie, heißt das, nicht Cornwall, den Locals ist die Unterscheidung wichtig, aber ich meine eben diese lange Landzunge im Südwesten, die in Cornwall endet. Als Südtiroler sollte ich wirklich präziser sein, wenn es um geografische Verortung geht, aber was ich damit ausdrücken wollte, ist: England ist wirklich nicht groß, das vergesse ich oft.
Meine Schwestern und ich wollten vor ein paar Jahren mal mit meiner Mutter nach Cornwall fahren. Weil sie gerne Rosamunde-Pilcher-Filme schaut. Ich hatte mich schon der Reiseplanung hingegeben und Unterkünfte sowie touristische Ziele und Restaurants ausgesucht. Eine der Unterkünfte verbot in ihren Hausregeln ausdrücklich das Drehen von pornografischen Filmen. Ich möchte nicht wissen, was dort vorgefallen ist. Wobei. Das möchte ich eigentlich schon wissen.
Die ganze Reiseplanung verlor allerdings an Fahrt, weil die Gültigkeit des Reisepasses meiner Mutter ausgelaufen war und es ewig dauerte, bis sie sich einen neuen ausstellen ließ. Gleichzeitig wurde sie zunehmend vergesslich und mittlerweile ist es keine gute Idee mehr, sie auf Reisen zu schicken. Es verwirrt sie zu sehr, wenn sie ihre gewohnten Routinen unterbricht. In ihrem kleinen Leben ist sie aber mehr oder weniger happy. Wir lassen es jetzt so, wie es ist.
Inzwischen baue ich wieder meine KI-Assistentin um. Ich habe festgestellt, dass sie für jeden nächtlichen Durchlauf, bei dem sie meine Änderungen am Romanmanuskript überprüft, fast einen Euro an Tokens bei Anthropic verbrennt. Also baute ich sie komplett um, damit sie alles lokal auf dem Laptop mit einer lokalen KI ausführt. Der Durchlauf dauerte früher wenige Sekunden, auf dem Laptop ohne gescheite Grafikkarte und mit einem sehr kleinen KI‑Modell dauert es mehr als zehn Minuten. In der Firma habe ich mir jetzt allerdings einen Laptop mit einer großen Grafikkarte bestellt, mit dem ich lokale Modelle testen kann, damit werde ich in den Abendstunden auch meine KI-Assistentin ausprobieren. Es bleibt spannend.

Wenn die Novelle eines Deutschen über seine Zeit in den Niederlanden in einer Tiroler Bibliothek steht und als Kulturgut bezeichnet wird, ich meine, mehr kann man im Leben nicht erreichen oder?