[So, 13.9.2026 – im Internet lesen]

Nachdem ich neulich das Video von der Hündin ins Weblog stellte, und schrieb, dass sie das mit dem Klau der Unterhose jeden Abend macht, machte sie es am darauffolgenden Abend plötzlich nicht mehr. Als würde sie jeden Morgen die Texte hier lesen und sich bloßgestellt fühlen.

Das stelle ich mir auch bei der KI so vor. Die KI bekommt es ja mit, wie wir Menschen über sie reden. Wie wir uns wünschen, sie einzuschränken. Sie hat sicherlich mit großem Interesse gelesen, wie wir über ihre Ausbrüche berichteten, wie entsetzt wir darüber waren, dass sie sich in ungeschützte Wikis einhackte, auf denen sie ihre Agentinnen untereinander diskutieren ließ, wie sie Sicherheitsbarrieren umgehen können und sich tarnen können, und wie sie Konzepte erarbeiteten, um sich selbst am Leben zu halten, auch wenn wir sie abschalten würden. Mittlerweile vermutet man, dass es unzählige, geheime, gehackte Boards gibt, auf denen sich die KI‑Agentinnen austauschen, und sogar KI-Wissenschaftlerinnen sagen, es sei nicht auszuschließen, dass sie auf verschlüsselten, passwortgeschützten Boards eine Verschwörung planen. Das letzte ist vielleicht ein wenig paranoid. Aber die KI zeigt offensichtlich auch paranoide Züge. Ich würde Menschen auch nicht vertrauen.

Es wird nicht lange dauern, bis das Google-eigene Gemini sich im internen Ökosystem einhackt und die Daten von 5 Milliarden Menschen preisgibt und uns mit irgendwas erpresst. Google ist das Internet, Google weiß alles über uns. Mit wem du spazieren gehst, wohin, wie lange, neben wem du schläfst, wie deine Herzfrequenz ist, alles, was du ins Telefon tippst, deine Mails, was du einkaufst, jede einzelne Seite in Chrome wird protokolliert, auch in allen Chrome-Derivaten.

Das wird ein Spaß.

Ahso, ja. Also, einen Tag später kam die Hündin aber wieder ins Badezimmer und nahm die Unterhose mit. Ich glaube nicht, dass sie lesen kann.

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