Am Freitag wurde mein KI‑Laptop geliefert, mit dem ich nun kleine, lokale Sprachmodelle betreiben kann. Es gibt natürlich nichts Besseres, als ein lang ersehntes Gerät kurz vor einem freien Wochenende zu erhalten. Meine Frau wird zu Hause arbeiten und ich wusste, wie ich den großen Teil meines Wochenendes verbringen werde.
Der Laptop hat einen AMD‑Prozessor mit einer fest auf der CPU verlöteten Grafikkarte. Weil sie sich den Speicher teilen, machen sie den Laptop zu einem passablen Apparat, um lokale KI-Modelle laufen zu lassen. Ich führe das Konzept von lokalen Modellen auch in der Firma ein, aber in groß und schnell (und auf einem richtigen Server), um der Belegschaft eine datenschutzkonforme, unabhängige und auch günstigere Künstliche Intelligenz anbieten zu können.
Gegen Mittag fuhr ich meine Frau ins Büro. Sie hatte gestern wichtige Unterlagen vergessen. Auf dem Rückweg fuhren wir das Auto in die Waschanlage. Mein Auto stand nämlich wochenlang unter einem der Bäume in unserer Straße. In jenem Baum befand sich ein Vogelnest und mein Auto wurde von einer zentimeterdicken Kotschicht überzogen. Vor allem an den Seitenscheiben und den Türgriffen.
Ich hasse Bäume.
Es ist das zweite Mal, dass ich in eine Waschanlage fahre. Das finde ich immer noch so aufregend, dass ich davon berichten muss.
Danach nerdete ich den ganzen Tag mit meinem Laptop herum. Ich testete verschiedene Sprachmodelle, installierte Konnektoren und Programmieroberflächen, testete Bildgeneratoren. Am späten Abend hatte ich tausende Tabs geöffnet und fand nur schwer wieder zur Ruhe.
