[9.4.]

Die vermutlich letzte Scheißnacht verbracht. Man sagt, ab der dritten Nacht solle man wieder besser schlafen, morgen werde ich also möglicherweise wieder Geister in den Knochen haben und darauf freue ich mich . So geht das nämlich nicht weiter (jammerjammer).

Hey Tagebuchblog, gesternabend habe ich gemacht: Murakamis „gefährliche Geliebte“ zuende gelesen und TwinPeaks geguckt.
Später habe ich noch versucht Sinnvolles im Penseezimmer zu schaffen, aber wenn der Kopf nicht pensiert, dann bringt auch ein Zimmer nix.

Heute habe ich gemacht: Arbeits-Emails gelesen, mich in Sachen auf der Arbeit eingemischt. Und dann, dann, dann – dann doch noch das ein oder andere erledigt. (uff)
Später einen Versuch gewagt das Haus zu verlassen und zu Kaisers zu gehen. Definitiv noch zu früh. (Aber phantastisches Stracciatella-Joghurt gekauft)

Nachher werde ich noch tun: K wird herrliche Pizza backen und danach schauen wir die zwei neuen Lost-Folgen. Und dann werde ich ohnehin wieder müde sein.

[8.4.]

Aufgewacht
Nachgedacht
Aufgewacht
Kommentare gelesen
Kommentiert
Nachgedacht
Aufgewacht
Nachgedacht
Kaffe getrunken
Brötchen mir Käse und Zwiebel gegessen
Nachgedacht
Gelesen
Aufgewacht
Gelesen
Nachgedacht
Aufgewacht
Aufgewacht
Aufgewacht
Mir nicht sicher sein welcher Tag heute ist, Mittwoch oder Donnerstag, oder wars schon Dienstag, so klar kann ich nicht mehr denken und da ich mich bewegen will bin ich mir auch unsicher darüber ob ich im Bett liege oder als Bettdecke achtlos auf das Bett geworfen wurde weil mein rechter Zipfel über die Kante hinunterhängt und in mir drin irgendwie alles aus Kissenfüllzeug besteht, ausgepolstert, aus Kunststoffgänsepelz und mein ganzer Willen sich irgendwie schwer an vier genähten Ecken festhalten lässt […]
Aufgestanden
Fiebersenkende Sachen geschluckt
Nachgedacht
Kommentare gelesen
Mich darüber gefreut
Zu kommentieren versucht
Kommentieren sein lassen
Blogs gelesen
SPON gelesen
Tagesspiegel gelesen
So Zeug für mein Blog geschrieben

[7.4.]

Krankheitsbedingt bleibt der heutige Tagebuchblogeintrag auf diesen einen Satz reduziert, den ich mit einem langen inhaltslosen Nebensatz verlängern möchte (um in Klammern hinzuzufügen, dass es heute schlichtweg nichts zu berichten gibt).

[6.4.]

Den verfrühten Hochsommer doch ein bisschen zu freudig umarmt.
Berlin hat zwanzig Grad und ich achtunddreissig.
(oder: Berlin ist leise und und meine Ohren sind verstopft)

Dafür dieses unerträgliche Buch von diesem Zafon (der Schatten des Windes) zu ende gelesen. Ich will keine Bücher mehr lesen in denen Protagonisten auflaufen die Schriftsteller sind/werden/werden wollen oder in denen die Liebe der Protagonisten zu den Büchern romantisiert wird, oder so Sätze wie „Lesen ist wie träumen mit offenen Augen“ vorkommen.

Aber ich musste wissen ob sie einander noch kriegen.

[5.4.]

Liebes Tagebuchblog. Sorry wegen gestern. Das mit der Kröte, das meinte ich nicht so.

Am Freitagabend mit der u8 nach Neuköln gefahren, oh boysboysboys. Wohin des Weges. Wenn ab Moritzplatz die Luft vom Testosteron zu brennen beginnt und ich anfange Menschen zu werten. Wenn die Türkengang die u8 betritt und mit verbalen Mitteln und breiten Schritten Duftmarken setzt. Immer. Ich begegne den Spacken immer auf dem Weg nach Neuköln, und ich hasse das, wie die Passagiere (wir) empört schauen wenn die hübsche Blonde umkreist und immer kurz vor der gefühlten Grenzüberschreitung, belästigt wird.
Man sitzt mit Krallen in der Schuhen und malt sich aus was mit einem selber passiert wenn sie die Grenze nun überschreiten. Ich sehe mich ja immer nur unter so tatütata und nervigem Blaulicht das man nicht wahrnimmt, erwachen.
Mit einem gelben S auf der Brust wäre die Zivilcourage ein ganzes Stück einfacher.
Aber es geht vermutlich nur um den Ton den man anschlägt. Weniger um das Outfit.

Nachher dann sehr viel getrunken. Nicht wegen dem S auf der Brust, sondern weil Undundund so ein netter ististist. Wir haben lange draußen gesessen vor einem Cafe in der Weserstraße, wir und alle anderen, wir taten als wäre es Sommer, verrückt das, die Bäume noch blätterlos und wir machen schon auf T-shirtwetter. Bei zwanzig Grad aber auch OK.
Aber an Neuköln gibt es ja gar nichts auszusetzen, in den dunklen Seitenstraßen spürt man wenig von Gewalt, dort haben sich die jüngsten Alternativen breitgemacht, für die Friedrichshain schon zu teuer geworden ist. Man redet in Neuköln ja schon von Gentrification. Man hat den Prenzlauer Berg noch im Gewissen.
Auf dem Nachhauseweg– was war es, drei Uhr, vier Uhr, waren die Gangs ja auch nicht mehr unterwegs, die U8 nur noch von den zukünftigen Prenzelbergern befahren, wer um diese Uhrzeit sich noch in den Schächten unter Berlin herumfahren läßt, hat zuviel Alkohol getrunken und gehört nicht zu einer muslimischen Gang. Was witzig klingt auf der sogenannten Drogenlinie.

Am Samstag dann elitäres Programm für so Westeuropäer wie mich: Architektur schauen. Seit mehr als einem Jahr wiedermal zu den neuen Häusern am Friedrichswerder in Mitte (beim auswärtgen Amt) gegangen. Der ganze Block ist jetzt fast fertig. Wunderbar was da in den märkischen Sand gesetzt wurde, man braucht den Architekten das Korsett nur genügend eng zu schnüren (6m breite Fassaden) und sie stellen wunderbare Sachen hin.
Dort ist natürlich noch kein Leben, es wohnen nur Porschefahrer und Menschen die Kaffe für 5 Euro trinken. Aber wenn die Mode vorbei ist, dann ziehen wir alle hin, ok?

Gestern Abend Penseetage nachgeholt. Heute geputzt und TwinPeaks geschaut.

#

Auch:
hier
hier
hier

[4.4.]

Liebes Tagebuchblog, jetzt gerate ich in Zugzwang, Du Kröte. Ich weiß, ich wollte es ja so, zudem gäbe es auch viel aufzuschreiben, aber ich finde kein vernünftiges Raster das alles zu sortieren, weshalb ich das jetzt kurz vor Mitternacht alles wegge-ctrl-xed habe und und Dich als Kröte beschimpfe, damit wenigstens irgendwas steht.

[3.4.]

Nach der Arbeit auf dem Nachhauseweg in der UBahn saßen mir vier junge Menschen gegenüber, vermutlich Jungschauspieler oder Künstler, die Hemden der Jungs steckten nicht mehr in der Hose, der Blick war trübe, die Wimperntusche der beiden Frauen zerlaufen, und sie tranken Sekt, Sekt aus Sektgläsern, Sekt aus Sektgäsern in der U8, darüber musste ich erst lachen, wegen der aufgesetzten Coolheit vielleicht, aber auch wegen diesem Bild, und was man davon wieder sagen kann und was andere davon wieder halten, aber mir ist dann egal wie aufgesetzt und gewollt das alles ist, denn sekttrinkende Menschen in der Ubahn sind wunderbar anstößig, sekttrinkende Menschen in der Ubahn sind eine Kunstinstallation.

Liebes Tagebuchblog, gestern habe ich mit meinem Ex-Chef im Kreuzberger im Bergmannkiez heillos schwere Tapas gegessen und heillos viel Bier getrunken.

Viel von der re:publica gelesen. Um zu wissen.
Und um wieder festzustellen, dass es mich schlichtweg nicht interessiert. Ich habe mich allerdings auch nie als Digital Citizen verstanden. Mich interessieren bloß Inhalte. Unfundiert und arrogant. Ich jetzt. Nicht die Republik.
Moment. Hier ein paar Links dazu:
Frollein T
Elisabeth1
Elisabeth2

Dann doch noch die Lust verspürt einige der Anwesenden zu treffen, und mir vorhin überlegt mich nachher mit Undundund vor der Kalkscheune zu treffen anstatt in Neuköln, weil die Anwesenden die ich gerne getroffen hätte, laut Web20, meist vor der Kalkscheune standen und mit anderen geredet haben. Aber das kam mir irgendwie auch blöd vor, keinen Eintritt zu zahlen und trotzdem mitzureden mit den Leuten.

[2.4.]

Gesternabend meine Pläne umgeschmissen. Dienstag (und Donnerstag) sind eigentlich meine Penseezimmer-Tage, doch habe ich am Dienstag ein langes Skype-Gespräch mit meiner kleinsten Schwester geführt (u.a. erklärt wie man sich illegal Filme aus dem Netz zieht), woraufhin ich gestern pensieren wollte, doch war K nähebedürftig und deshalb haben wir die sechste und siebte Folge von Twin Peaks geschaut. Das ist, und das meine ich völlig ohne Ironie, das ist gerade so ein bisschen alltägliches Glück. Twin Peaks schauen.
Später haben wir Plots gesponnen.

[1.4.]

Jetzt weiß ich nicht wie das geht mit dem Tagebuchbloggen, liebes Tagebuchblog. Es ist jetzt 20Uhr und ich bin soeben aus der Firma gekommen. Muss ich nun schon etwas schreiben, obwohl ich noch nichts aufzuschreiben habe oder muss ich jetzt bis kurz vor Mitternacht warten bis sich etwas Aufzuschreibendes ereignet hat?

Also: was bisher geschah: aufgestanden, Nachrichten gelesen, einen Kaffee gekocht, gemerkt, daß übermorgen die Kaffeedose leer sein wird, herrliche Brote mit Pflaumenmus gegessen, ein bisschen geschrieben, dann in die Arbeit gefahren, gelesen, dass Mehdorn die BVG-Führung übernehmen würde. Daraufhin seltsam nachdenklich geworden und mich irgendwie sehr verarscht gefühlt. Später habe ich gelesen, dass es ein Aprilscherz war und ich fühlte mich ein zweites mal verarscht. Allerdings ohne Nachdenklichkeit sondern mit Amüsation. Ein bisschen nachdenklich vielleicht doch, weil ich darüber nachdenken musste wie leicht ich mit Aprilscherzen immer zu kriegen bin, Gedankenstrich.

Später passierten dann die üblichen Dinge die auf der Arbeit eben immer passieren (dreimal beim Kickern verloren, zweimal gewonnen, die Frauen bei uns werden immer besser) und gegessen habe ich heute mit den Datenbänklern am Ostbahnhof. Das war meditativ: Döner kaufen und essend einmal um den Bahnhof laufen.
Beim Verlassen der Firma habe ich eine Kollegin von Marketing im Aufzug getroffen. Wir kennen uns nur vom Sehen. Sie las gerade von einem Poster auf der Innenseite der gläsernen Aufzugtür, als diese Tür sich öffnete weil ich hinein musste und sie somit von meiner Brust las, weil das Poster in der Aufzugaußenhaut verschwand. Wir lachten, weil das witzig war. Dann sind wir zusammen zur S-Bahn gelaufen und haben geredet.

[31.3.]

Jetzt doch schon am 31.3. Tagebuch gebloggt, weil ich so aufgeregt war, daß ich es nicht mehr erwarten konnte. Doof das.

(Zudem habe ich wiedermal am Rechner Bier getrunken, nicht weil ich das jetzt wieder öfter mache, sondern weil ich mich gerade auf Diät gesetzt habe [und den ganzen Abend lang essen wollte und wenn ich Hunger habe dann habe ich unbändige Lust auf dieses gehaltvolle Gebräu, das so herb und schwer, doch gleichzeitig frisch und Semperoper über die Zunge die Kehle hinunterplätschert und mir den Magen füllt.])