[03.07]

Ahh, der Sommer hat aufgehört zu zögern und jetzt faltet er ungeniert seine ganze Vulgarität über die Stadt aus, schwer, plump, drückend. Als müsse er noch lernen wie man sich verfeinert. Kommt noch. Deshalb sollten wir diese Nächte nutzen und sie draußen verbringen wo die warme Sommernachtsluft gerade obszön an allen Ecken angelehnt steht und mit dem Zeigefinder lockt.
Gestern saßen Modeste und ich in der Schwedter Straße bei Pappa e Ciccia, dieser Name der sich sinngemäß vielleicht mit Pampe und Hüftspeck übersetzen lässt, dabei weiß ich jetzt nicht wieso ich die Übersetzung erwähnen muss, ah doch ich weiß es, weil mir der Name gut gefiel, obwohl ich von witzigen Namen meistens Hautflecken kriege, aber Pappa e Ciccia würde der durchschnittliche Toskanaurluaber mit dem Wörterbuch vermutlich in Brei und Speck übersetzen, oder wenn es dezenter sein soll: Brei und Fett. Aber jede Sprache hat jedenfalls seine Umgangstöne.
So saßen Modeste und ich im Pampe und Hüftspeck und aßen wirklich vortreffliche Pasta, neben Menschen die im Brei und Speck saßen und wirklich vortreffliche Pasta aßen. Das war amüsant, mehr hat der Name aber nicht herzugeben.
Ich habe gerade den lakonischen Part inne, wie es aber wirklich war, erzählt euch die Madame.

Da ich gerade wieder am Tagebuchbloggen bin –man verzeihe mir bitte die letzten Tage, ich war anderswie berschäftigt– sollte ich vielleicht erwähnen, dass das händische Töten der Blattläuse auf meinem Basilikum, nicht zu dem gewünschten Ergebnis geführt hat. Auch nicht in der Konsequenz in der ich kleine grüne Mistviecher zerquetschte und nebenher der Planze Gutes tat, wie singen und summen und grüne Gedanken von mir geben. Vermutlich sind die Blätter und der Boden schon völlig kontaminiert, mit Eiern, die unablässig für Läusenachschub sorgen. Ich habe nämlich gegoogelt, ich weiß wie das mit den Läusen funktioniert.
K hat dann Desinfektionsmittel in die Pflanze gesprüht, seitdem bewegt sich da nichts mehr.

4 Comments

  1. Ihr Sommer ist ja auch so unanständig wie meiner! Sie haben das so schön beschrieben.
    Statt dem Gift hätten Sie auch Ohrwürmer einsammeln können, oder Marienkäfer und die dann drauf setzten. Die frühstücken gerne Blattläuse. Nun , es ist zu spät.
    Und, gibt es in Berlin Ohrwürmer?

  2. asrd

    hm, ich hätte gemeint das sind tunwörter, repektive auffordernde und hätte mit mampf und schmaus oder so übersetzt, klingt aber alles bissl komisch..

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