[Donnerstag, 29.4.2021]

Einer der Mitarbeiter ist heute das erste Mal mit dem Fahrrad in den Regen geraten. Er kommt aus den USA und es ist sein erstes Fahrrad in Berlin. Er will jetzt den Arbeitsweg mit dem Fahrrad bewältigen, aber es ist ein Rennrad und es hat kein Schutzblech. Seine Jacke und seine Hose sind mit Schlammflecken übersät.
Ich erzähle ihm von meiner Fahrradwerkstatt, in der mir empfohlen wurde, Schutzbleche durch eine Plastikflasche zu ersetzen. Das war natürlich nur für Notfälle gedacht. Ihm gefällt die Idee. Er holt sein Fahrrad hoch in die Büroküche und wir schneiden gemeinsam zwei Plastikflaschen zu einem Schutzblech zurecht. Er ritzt sich sogar kleine Haken in die Seite, damit er sich das Plastikflaschenschutzblech in den Sattel einklemmen kann.

Nach einer Probefahrt muss er feststellen: klappt nicht.
Man müsste fünf oder sechs solche Flaschen aneinanderstecken und das hält sicherlich nicht.

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Der CEO und ich laufen heute bei unserem wöchentlichen Gespräch durch den Park am Gleisdreieck. Die Sonne scheint, ich trage nur eine leichte Jacke mit T-Shirt. Als ich rein gehe, tippe ich. Ich tippe weiter. Ich bin in eine Datei vertieft, in der ich versuche die großen Tech-Themen auszuformulieren, es sind die Notizen, die ich in den letzten Tagen mit den Teams zusammengetragen habe, ich versuche mir ein Bild zu machen, die Abhängigkeiten zu skizzieren, ich bringe sie in einer Matrix unter um sie vorläufig zu priorisieren. Es ist diese Art von Arbeit in die man sich vertieft, die man nicht flockig nebenher abträgt, wo man Dinge umstellt, wieder umstellt, löscht. Und plötzlich denke ich: es ist schon dunkel. Haben wir nicht gleich Mai? Ist es schon nach acht Uhr? Wie kann das sein, dass schon Nacht ist? War ich so sehr in der Arbeit vertieft, kaum möglich. Ich schaue aus dem Fenster. Alles finster. In dem Moment stürzt Wasser und Hagel vom Himmel.

Nur zehn Minuten lang. Zehn Minuten später scheint wieder die Sonne.

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Weil ich gestern Anita Lane gehört habe, bin ich nicht mehr rausgegangen um den rot-weiss gesprühten Telekomkasten mit blauer Farbe zu säubern. Das habe ich dann heute erledigt. Es ist nicht schön geworden. Aber die Farbe zählt.

Anita Lane war die letzten Jahre übrigens mit einem Journalisten liiert. Das stand in ihrem englischen Wikipedia Artikel. Mit Link zum Wikipedia Eintrag ihres Mannes. Bei ihrem Mann gibt es keine Erwähnung dazu. Auch so ein Ding. Ich habe öfters beobachtet, dass in Wikipediaeinträgen von Frauen so gut wie immer der Partner erwähnt wird, sowie auch die Anzahl der Kinder. Bei Männern: eher nicht.

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