pulswärmer

Da kommt man plötzlich auf die Blogroll einer Dame aus Berlin, liest sich erstmal ein bisschen durch und es klingt alles ganz nett, was sie da so von sich gibt, vor allem die Trilogie über Rachegelüste, eine bitterböse Kindergeschichte, doch dann sieht man sichselbst plötzlich auf einer getrennten Blogrollliste stehen. Getrennt mit der Überschrift “Pulswärmer”. Getrennt von den Dinosauriern wie Don, Anke, Spreeblick, Franziska, das Nuf und Herrn Nase. Es beruhigt, dass die sehr geschätzte Frau Modeste auch in meine Kategorie der Pulswärmer klassifiziert wurde, daher muss das eigentlich ein gutes Zeichen sein, aber, was wiegt schon unser bescheidenes Gewicht gegen das der anderen genannten Grössen?
Vor allem, weil diese Dinosaurier unter dem Titel “Guten Tag, Du” geführt werden, eine frische Begrüssung, ein Willkommensgruss, der morgens neue Frische ins Haus bringen soll, während Frau Modeste und ich lediglich Pulswärmer sind, wie ein schlappes Gelächter, das halt mal amüsant ist, das man sich hin und wieder mal reinzieht, wenn es draussen regnet und die anderen Guten-Tag-Du’s nicht genug Freude verbreiten.
In meinen kühnsten Augenblicken habe ich mir ausgedacht, dass Pulswärmer vielleicht ein besonderes Gütesiegel sei, schliesslich hat das ja was mit Herz und Freude zu tun. Der Puls schlägt schneller wenn man verliebt ist, wenn man ganz besonders erheitert ist, oder gar bei sexueller Erregung. Dafür spräche auch, dass wir “Pulswärmer” lediglich zu fünft sind. Ein auserwählter kleiner Zirkel, die seligmachende Elite sozusagen, während die Gutentagdus die graue Alltagsmasse sind, wie eine Zeitung eben, die man sich reinziehen muss um dauernd auf dem Laufenden zu sein. Mag sein. Dieser Gedanke besorgte mir so manche ruhige Minute, vor allem beim Einschlafen tat das Wohl.
Aber am nächsten Tag zweifelt man diese ganze Theorie wieder an. Vor allem beim Anblick der grossen Namen, mag man nicht ganz an jenen glücklichmachenden Gedanken glauben.
Dann fängt man an, das ganze rechnerisch zu lösen, aha, vielleicht steht das Gutentagdu lediglich dafür, dass die Weblogs täglich aktualisiert werden, wie Tageslektüre eben, während Frau Modeste und ich die mehrtägigen Schmankerln darstellen. Das träfe auf einige der Weblogs zu, aber Nein, der Don schreibt ja nur zwei oder dreimal pro Woche, die Theorie hinkt.
Es blieb nichts anderes übrig als die wesentlich gebildetere Dame des Hauses zu Rate zu ziehen, die sah das Pulswärmen erst auch einmal als Kompliment an, zog jedoch beim Anblick der Dinosaurier weiter oben, diese Aussage wieder zurück. Pulswärmer, meinte ich, sind doch die Dinger an den Pulsen, die die Tennisspielerinnen auch immer tragen, aber wir waren uns schnell einig, dass die anders hiessen, irgendwas mit Bänder, Pulsbänder oderso. Eigentlich ein tröstlicher Gedanke, schliesslich tragen Tennisspielerinnen die Dinger um irgendwas mit Schweiss zu machen, auffangen oderso, aufsaugen, aber dennoch möchte ich ungerne zur Schweissabsaugerei degradiert werden, auch nicht wenn es dem sexuellen Zwecke dient. Obwohl ich sonst gerne weiterhelfe wo ich kann. Ich helfe gerne beim Halten der Geräte und Spielzeuge, ich gucke auch weg, wenn es sein muss, wenn es wirklich sein muss, aber bloss für den Schweiss, nee, das ist Drecksarbeit, das muss nicht sein.
Ein bisschen gurgeln half schonmal bei der Terminologie von Pulswärmern: Pulswärmer sind also wollige Stulpen die Soldaten vor dem bitteren Erfrierungstod schützen sollten. Ein wahrlich schöner Gedanke. Also wären wir wieder zurück beim Wärmen des Herzens. Oder beim Tod, da draussen, im russischen Winter.

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