Opus Dei

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“Hast du dein Handy bei dir?”

“Hast du dein Handy bei dir?” werde ich gefragt.
“Ja” sage ich und reiche es nach vorne.

Sie guckt mich an und verzieht das Gesicht:
“Aber das kann doch gar keine Fotos machen!”
“Du hast mich bloss nach einem Handy gefragt”
Genervt und mit einer abwertenden Geste, die mir zu verstehen gibt, dass ich keine Ahnung von rein gar nichts habe, dreht sie sich um und fragt jemand anderen.

Was hätte sie wohl gemacht, wenn ich gesagt hätte, dass mein Handy nichtmal polyphone Klingeltöne kann?

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All we like sheep (3)

Weil ich gestern die Generalprobe um 14:30 verschlafen habe und dabei nicht einmal eine vernünftige Entschuldigung auf Lager hatte, bot sich ausnamsweise einmal die Möglichkeit dem Chor samt Orchester zuzuhören.
Das Foto ist natürlich schlecht und langweilig, aber es zu posten, gehört zur Dokumentationspflicht dazu.

Danach kam das Konzert und natürlich war das wunderbar und grossartig und perfekt vorgetragen, aber sowas habe ich ja schonmal gesagt. Das Stück ist ausgereift. Jetzt können wir in den Vatikan.

Wie geht’s?

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Da hamwa ihn, den bayrischen Ölbaum

Nichtmal auf Malachias ist mehr Verlass.
Jetzt habe ich beim Wetten eine Whiskeyflasche verloren.

(und an alle googlereferrers die seit einigen Tagen zu Malachias und Atuka-he reinregnen, als seien sie die Sintflut: Leckt mich doch)

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Das Dumme an einer Beziehung ist eigentlich bloss, dass man auch zuhause den Bauch einzieht. Es wäre schliesslich furchtbar, wenn sie sich an den Bauch gewöhnen würde.

Die anderen Sachen sind sonst eigentlich ganz ok.

Lustiger

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All we like sheep (2)

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Berlin

(Erschienen in der Anthologie “Berlin. Oder so.” Thomsen Verlag, Berlin.)

Als ich ‘93 nach Berlin zog, war ich achtzehn und hatte einige Monate vorher im Streit das elterliche Haus verlassen, weil ich nun eben achtzehn war und endlich dieses magische Alter erreicht hatte, das mich auch gesetzlich für mich selbst verantwortlich machte. Gesetzlich für mich selbst verantwortlich, das klang ähnlich wie Freiheit, nur besser. Und so entledigte ich mich aller Unfreiheiten, brach die Lehre ab, brach alles ab, das Band zu den Eltern, und nahm in jenem Sog auch gleich die Freundschaften mit, die schon länger keine Freundschaften mehr waren.
Ich wohnte mit einem Freund in seinem rostigen Ford Fiesta auf einem Parkplatz in Bozen, wo früher mal ein besetztes Haus gestanden hatte, das einzige das Südtirol jemals zu Gesicht bekam, das Ex-Monopolio. In den frühen Achtzigern als Terroristenhochburg verschrien, wobei es eigentlich bloß eine kurzlebige, kreative Aktion eines kulturellen Dachverband ohne Dach war, ein Projekt, das sich selbst innerhalb eines Jahres ausverkauft hätte, wenn es nach zwei Monaten nicht geräumt worden wäre, weil in den Bergen damals, und vielleicht auch heute noch, die Zeit für einen kulturellen Umsturz einfach nicht gegeben war. Aber seit der Räumung und anschließenden unmittelbaren Abriss, klaffte da diese Baulücke seit Jahrzehnten so vor sich hin, während die Landeshauptstädtler ihre Autos dort parkten, weil sonst ja nur Unkraut wuchern würde. Dieser neue Parkplatz war schließlich mitten in der Altstadt. Nur nachts, ließ man das Auto da besser nicht stehen, weil dort die Junkies in den ausgebrannten Wagen schliefen und die Ratten dort hausten, weil es keinen Asphalt gab, sondern nur die Erde, und den plattgefahrenen Schutt des früheren Gebäudes, so dass es immerfort staubte, und wenn es regnete war der Ort eine einzige Pfütze.

Ich ließ mich treiben, meine Lehre hatte ich abgebrochen, weil, was wollte ich schon in der Druckerei, wenn die Revolution da draußen irgendwo lauerte. Nicht in Bozen natürlich, sondern da draußen hinter den Bergen, im fernen Deutschland, wohl in Berlin, da wo die Bilder von den brennenden Barrikaden herkamen. Meine Lehrer hatten meinen Eltern früher immer nahegelegt ich solle doch studieren, erstmal in die Oberschule, die Matura absolvieren, und dann würde mich die Lust am Lernen schon ergreifen. Ich hätte ja viele Fähigkeiten und zeige überaus großes Interesse an Erdkunde, Geschichte und Sprachen. Das hielt sie jedoch nicht davon ab, mich mit einem großen “Genügend” auf dem Zeugnis von der Pflichtschule zu schicken, mit dem verblümten, schriftlichen Verweis, ich tauge nur für die Arbeitswelt.
Vielleicht hatten sie bloß die Schnauze voll von mir, weil ich ihren Motivationsreden nicht zu folgen gedachte. Mag sein.
Aber auch in der Arbeitswelt wurde ich nicht glücklich. Als sich meine Haare erst weiß, dann grün verfärbten, rief mich schließlich der Geschäftsführer meiner Lehrstelle ins Büro und legte mir nahe, dass er etwas gegen meine Haarfarben unternehmen müsse, dass das so einfach nicht ginge, dass er mich vor den Kunden verstecken müsse, falls mal einer durch die Fabrik lief. Zwei Stunden später reichte ich meine Kündigung ein.
Und so verbrachte ich meine Tage im Ford Fiesta, las Baader-Meinhof-Komplex und Nietzsche, betrank mich abends auf dem Walterplatz, oder wir machten Wohnungsparty mit ein paar Freunden im Ford Fiesta, zu Ton Steine Scherben und Slime.

Bis der Freund und ich beschlossen nach Berlin zu fahren. Er hatte ein Jahr vorher, beim Äpfelpflücken ein paar Berliner kennengelernt und seitdem waren diese Bekannten aus dem hohen Norden immer wieder ein Thema gewesen, als ob man etwas Gutes in Aussicht hätte, woran man sich in schlechten Zeiten festhalten kann. Man hatte Bekannte in Berlin, das war etwas Wertvolles, das war mir mehr Wert als verliebt zu sein.

An einem Mittwochmorgen, oderso, nach dem letzten Tag seines Zivildienstes, drehte er nach dem Aufwachen, anders als sonst den Schlüssel um und wir gingen eine zwölfstündige Autofahrt an. Wir hörten deutschen Punkrock, tranken ausnahmsweise mal keinen Rotwein aus der Flasche, sondern Wasser, oder Cola, weil es sich bei solch großen Abständen nicht empfiehlt betrunken am Steuer zu sitzen, weil man schließlich nicht bloß auf einer Landstraße von einem Berg herunter auf den nächsten hinauf fuhr, sondern auf der Autobahn, auf der Autobahn nach Berlin, und das war eben wie aufregend, wie früher Urlaub ans Meer, oder halt hinüberfahren in eine andere Welt, Aufbruch in eine bessere und schlechtere Welt. Schon ab dem Brenner schien die Welt sich zu verändern, wenn man Berlin in Aussicht hatte. Die Berge wurden immer kleiner. Irgendwann waren wir in Deutschland und bloß noch Hügel um uns herum, bis dann auch das lang ersehnte Flachland kam. Und Rio Reiser sang aus den blechigen Lautsprecherboxen des schwarzen Ford Fiestas.
Mein Freund wollte bloß eine Woche bleiben, deshalb legte ich ihm gleich schon nahe, dass ich nicht daran dachte, mit ihm zurückzufahren, sondern erstmal in Berlin zu bleiben. Weil ich weg musste, weil ich in den Bergen gerade nichts verloren hatte, weil ich mich eingeschränkt fühlte, weil ich andere Ideen darüber hatte wie ich mir die Welt und die Welt um mich herum gestalten wollte. Ich wollte keinen vorhersehbaren Lebenspfad durchlaufen, ich wollte mich auf kreativer Art und Weise durch das Leben schlagen.

Dann tauchte irgendwann, schon spät in der Nacht, diese riesige Stadt auf. Erst viele Autobahnkreuzungen, mit Schildern nach links und nach rechts, nach Berlin-Wannsee, nach Berlin-Neukölln, Berlin-Pankow, Berlin-Moabit, Berlin-Mitte, Berlin-Lichtenberg, dieses Berlin hatte viele Herzen die schlugen, und viele Adern, durch denen wir uns bald treiben liessen, ja schon auf der Autobahn, wo ich nur die Schilder gesehen hatte, trieb ich schon durch einer dieser Adern. Dahinter pulsierte irgendwo dieses Berlin mit seinen vielen Herzen, das mich gerade aufzusaugen schien, weil ich seinem Gravitationsfeld schon ausgeliefert war, und die Lichter der vorbeiziehenden Häuser mich schweigend begleiteten auf den Weg in das immer lauter schlagende Mittelherz. Mein Freund und ich wir schwiegen. Andächtig beobachteten wir wie die Stadt uns aufnahm und uns den Weg zum Ziel wies.

Ich hatte nie das Gefühl, wirklich angekommen zu sein, auch nicht, als wir tatsächlich am Ziel waren, in der Dunckerstraße ausstiegen und mein Freund mir sagte, dass er die Hausnummer gar nicht genau wisse, irgendwas mit siebzig, in einem Hinterhof. Ich wollte gar nicht ankommen sein, ich suchte einfach nach dem richtigen Haus, als ob es der nächste Schritt auf der langen Reise wäre. Ich mochte die spärlich beleuchtete Straße, die verlotterten Häuser, die offenen Tore durch die man in dunkle, verwilderte Hinterhöfe kam, wo dann noch ein weiteres Haus stand, das in der Nacht noch viel verwahrloster aussah, wir liefen durch die schlecht beleuchteten Treppenhäuser, auf der Suche nach einer Klingel mit dem Namen des Bekannten, von Stockwerk zu Stockwerk, jede Tür war anders, die eine beklebt mit hunderten Aufklebern, die andere schwarz angemalt, eine zugenagelt, eine andere Rot, AntiFa-Sticker, Parolen, aufgesprühte Sprüche, dann ein weiterer, noch weiter dahintergelegener Hinterhof, meistens hörte man irgendwo Musik, ohne genau zu wissen woher sie kam, die Stadt war wie ein riesiger und geheimnisvoller Organismus, voller Details und Bilder.
Schließlich fanden wir ein paar Häuser weiter die richtige Tür, wurden herzlos, jedoch freundlich empfangen als ob wir die Nachbarn von nebenan wären, eine Wasserpfeife mit Haschisch wurde uns vor die Nase gestellt und die anwesenden Leute sprachen mit uns und alles ging in Nebel auf.

Und der Nebel blieb, die ganzen nächsten Tage, Wochen, Monate. Wir wurden gleich in den Freundeskreis aufgenommen, ich konnte manchmal gar nicht wirklich sprechen, so sehr war ich immer noch auf Reisen. Und die Menschen kamen mir alle so weise vor und hatten alle so viel erlebt, sprachen eine Sprache die zwar dieselbe war wie meine, die aber so viel schöner und bestimmter floss, als meine Sprache die nach Bergen klang und sich anhörte wie ein verkrampfter Versuch, ebenso eine selbstverständliche Gelassenheit anklingen zu lassen. Ich habe diese warme Arroganz, wie ich sie damals empfand, nie imitieren können, so sehr ich mich auch angestrengt habe. Ich hörte einfach nur zu, auch wenn sie von Kalle und Motze sprachen, die ich alle nicht kannte, und ich dem Erzählten eigentlich gar keine Beachtung schenkte, sondern bloß den Klängen horchte und dem Nebel nachschaute. Das waren keine Hippies, wie sie bei uns in den Bergen waren, die sich herrichteten um so auszusehen wie sie eben aussahen, nein, das waren Leute die schmutzige Kleider hatten, weil sie keine Waschmaschinen besaßen und nur einmal alle heilige Zeiten die ganze dreckige Wäsche packten und zum Waschen brachten. Das Leben klebte ihnen regelrecht an der Haut, und die Wohnungen waren nicht geschmackvoll eingerichtet, sondern hatten sich im Laufe der Zeit von alleine geformt, zu dem was sie geworden waren, eine wilde Ansammlung von ungebrauchten Gebrauchsgegenständen die sich weiterformten mit der Zeit, ohne dass dem jemand wirkliche Aufmerksamkeit schenkte, wie ein Wald meinetwegen, der auch nur eine Symbiose von wachsen und absterben ist.

Mein Freund verließ die Stadt nach einer Woche und ich übernahm die Wohnung eines verwahrlosten Punks in der Marienburgerstrasse, der die Stadt oder das Land verlassen musste, da er irgendwas angestellt hatte, ich weiß nicht mehr was, und wohin er gehen würde, das wusste auch niemand. Ich habe ihn seitdem auch nie mehr gesehen. Einen Schlüssel hatte ich nie bekommen, die Tür hatte gar kein Schloss, weder die Haustür, noch die Wohnungstür. Die Wohnung wurde mir schlichtweg mündlich übergeben. Jeder schien diese Art von verlotterten Wohnungen zu haben. Ein großes Zimmer, eine Küche, und ein Gemeinschaftsklo im Zwischengeschoss. Ich habe nie nachgefragt wem die nun gehörten, oder wieviel man dafür Miete bezahlte. Sie waren einfach da und die Wohnungen boten Platz.

Auch wenn ich nun eine Bleibe hatte, die ich etliche Monate benutzen konnte, hielt ich mich kaum darin auf. Höchstens zum Schlafen, wenn ich Nachts noch genug Kräfte hatte, mich nach Hause zu schleppen, sonst blieb ich einfach dort liegen, wo ich hingefallen war, auf einer Party, bei einem Bekannten, oder sonstwo. Das machte jeder. Die Wohnung war eine regelrechte Müllhalde gewesen als ich sie übernommen hatte. Natürlich kam ich nicht auf die Idee sauberzumachen. Ich dachte einfach das wäre gut so, Chaos war ja überall und, dass der Vormieter einen Eimer voll Fäkalien in der Küche stehen hatte, war bestimmt in Ordnung. Zwar fand ich es etwas ärmlich von ihm, dass er nachts nicht in die geteilte Toilette ins Zwischengeschoss laufen könne um seine Ausscheidungen loszuwerden -das waren schließlich nur ein knappes Dutzend Stufen- aber ich fand es auch nicht schlimm, so war das halt, man ließ jeden tun was er tun wollte, und weil die Küche sowieso ein ekliger Ort war, von faulenden Speisen und generellem Abfall übersäht, mit Insekten und komischen Verfärbungen die sich über Herd, Schrank und Boden hinzogen, deshalb also ließ ich die Küche eben Küche sein. Ich glaube ich habe bloß zweimal die Küche betreten, einmal zur ersten Begutachtung und das zweite Mal, als ich ein Messer suchte um mir ein Brötchen zu schmieren. Was ich jedoch in der Schublade vorfand, verdarb mir jeden Appetit, worauf ich einfach die Tür hinter mir zuzog und mich dem Besuch im Schlafzimmer zuwandte.

Das Brandenburger Tor habe ich nie zu Gesicht bekommen, ich wusste gar nicht was das war. Jetzt im Nachhinein betrachtet, kannte ich es natürlich schon, das steinerne Gebäude mit den vielen Säulen und irgendwas mit Engeln oder anderem Geflügel obendrauf, da wo ein großer Bogen Mauer drumherum gebaut war, was man manchmal auf Fotos oder Postkarten sah. Nur, wo das stand, das hätte ich nicht sagen können. Berlin war für mich die Stadt der Feuer und der angemalten Fassaden, nicht des Brandenburger Tores. Ebensowenig hatte ich eine Ahnung vom Reichstag. Allerdings hatte ich die Gedächtniskirche am Kurfürstendamm zu Gesicht bekommen. Nicht dass ich gewusst hätte was das war, aber sie gefiel mir ganz gut, nachdem mir meine Begleitung im Vorbeigehen erklärte, dass diese Kirche den Krieg gedenken sollte. Ich mochte die Tragik die von der Kirche ausging, wie sie da stand, ganz verrußt und der feinen Schnörkeln entledigt. Aber der Großteil des Westens der Stadt, vor allem um den Kudamm herum, erregte bei mir Widerwillen, und wir liefen dort nur vorbei, weil wir da irgendetwas, das ich schonwieder vergessen habe, zu erledigen hatten.

Bis auf diesen einmaligen Besuch des Kudamm, der umliegenden Gegend, und einige Ausrutscher nach Kreuzberg („Ihr kriegt und hier nicht raus! Das ist unsa Haus!“), habe ich den Osten der Stadt -also Prenzlauer Berg, Mitte und Friedrichshain- gar nie verlassen. Vielleicht weil der Osten der Stadt in den ersten Jahren nach der Wende viel aufregender war, oder jedenfalls kam es mir so vor, ich weiß es nicht sicher, ich habe den Vergleich nicht, aber es gab keinen Grund in den Westen zu verreisen, wenn ich ganze Nächte auf dem Helmholtzplatz in Gesellschaft und mit ein paar Schultheiss verbringen konnte, während oben, im niemals dunkel werdenden Himmel über Berlin, die paar Sterne, die hell genug waren, um die Dunstglocke und Lichter der Stadt zu überstrahlen, vor lauter Hasch und LSD, hin und her tänzelten. Wenn es regnete oder kalt war, dann ging man mit dem tagsüber erlotterten Geld in die Schliemannkneipe in der Schliemannstrasse —die heute, dem Zeitgeist gemäß Schliemanncafe heißt— und kaufte sich einen doppelten Whiskey für 2,50 Mark. Da gab es auch eine Kellnerin, die immer den Eindruck machte, als ob sie sich jedesmal über meinen Besuch freuen würde, und mir oft ungefragt einen Whiskey einschenkte, vor allem wenn ich verdattert dreinguckte. Jedoch, sobald ich mir ein paarmal meine Schüchternheit vom Leibe getrunken, und versucht hatte, ihr in einem Gespräch etwas näher zu kommen, entgegnete sie mir immer mit einer so abweisenden Kälte, dass ich gleich einen Schnaps nachgiessen musste, um sämtliche schockgefrorene Organe in meiner Brust wieder zum Auftauen zu bringen.

Meine zwanzig Mark, die ich bei meiner Ankunft in Berlin bei mir hatte, waren natürlich schnell aufgebraucht, auch wenn das Bier und das Leben billig war. Aber Geld spielte damals keine Rolle. Das war bloß ein Mittel, sich ein Getränk in der Kneipe zu leisten, oder sich was warmes zum Essen zu beschaffen. Das kalte Essen ließen wir im Supermarkt in tiefe Innentaschen der Jacke verschwinden. Ich hatte mir vorgenommen, kreativ zu sein beim Anschaffen von Geld, ich wollte auf dem Alexanderplatz Musik spielen, oder mit ein paar Freunden irgendetwas ausdenken, ein Theaterstück, oder sonst etwas mit Kunst. Aber mein Leben in Berlin ging in einer steilen Linie sehr schnell bergabwärts, und so fand ich mich schon nach wenigen Wochen, nachts auf dem Rosa-Luxemburg-Platz zurück, wir einen einsamen, betrunkenen Naziskinhead, der an der Straßenbahnhaltestelle sitzend auf seine Bahn gewartet hatte, die Brieftasche aus der Bomberjacke prügelten. Mit Schlägen wurde nicht gespart, man wusste genau, dass er das in der umgekehrten Situation auch machen würde. Jedenfalls redete man sich das ein. Dass wir dadurch nur zu noch mehr Hass und Verfeindung ankurbelten war uns egal, falls wir überhaupt daran dachten. Das Glatzenklatschen wurde zum regelrechten Sport. Ich befreundete mich mit einigen Hausbesetzern aus dem Friedrichshain, die gewisse Strassen kannten, wo sich die Nazis sicher wähnten und daher auch vereinzelt bewegten. Dort lauerten wir ihnen auf. So ähnlich muss sich wohl das Jagen auf wilde Tiere anfühlen, wie wir da springgestiefelte Bomberjacken durch Seitenstraßen, Hinterhöfe und Treppenhäuser hetzten. Ich muss heute noch an das Bild dieses einen Naziskins denken, dieses Bild, das mich noch lange verfolgte, wie er zusammengekauert in einer Ecke unter der Treppe saß, seinen Hände zitternd über den Kopf gelegt und wimmerte, dass er kein Nazi sei, sondern bloß ein Fußballfan, wir sollen ihm doch nichts tun. Aber wieso sollten wir ihm auch glauben, wenn wir gar nicht glauben wollten. Überdies begleitete uns zweifellos das Gefühl, etwas Gutes für die Welt zu tun. Vor allem sah ich mich in meinen Taten regelmäßig bestätigt, in einer Nacht beispielsweise, als ich nichtsahnend die Prenzlauer Allee überquerte, auf der anderen Straßenseite eine Gruppe Bomberjacken mit Hunden stehen sah, und ich dann hinter mir, laute, unverständliche Rufe hörte. Ich drehte mich daraufhin um, und sah an der Currywurstbude weitere Bomberjacken in meine Richtung blicken. Die Gruppe auf der anderen Straßenseite kam auf mich zu und die anderen legten ihre Currywurst beiseite und taten dasselbe. Von dem Moment an kann ich mich nur noch erinnern, dass ich lief und lief, und jedesmal wenn ich mich umdrehte, sah ich Hunde und große, glatzköpfige Männer mit schwingenden Knüppeln. Das Patrouillieren solcher Schlägertrupps in voller Ausrüstung war damals keine Seltenheit, aber es geschah nicht oft, dass sie bis zum Prenzlauer Berg vordrangen. Ich hatte Glück, dass es damals eine verlassene Tankstelle an der Ecke Wisbyer Str. / Prenzlauer Promenade gab, die völlig mit Gebüsch und hohem Unkraut zugewachsen war. Ich schmiss ich mich ins Gebüsch und blieb selbst von den Hunden unentdeckt, obwohl ich vor lauter Angst und Dreck am Leib, aus hundert Metern Entfernung gestunken haben musste.

Des Geldes wegen waren Nazis eine schlechte Beute. Höchstens auf deren Bankkarten gab es vielleicht Geld, aber das fanden wir nie heraus, obwohl wir so naiv waren und immer die Karten in den Automaten schoben und anhand von Vermerken auf Notizzetteln in der Brieftasche, glaubten, den Code entschlüsseln zu können. Alles was blieb, war, dass wir sabbernd vor dem Bankomatenbildschirm verschiedene Nummern eingaben, bis nach dem dritten Versuch die Karte gesperrt blieb.
Es war ein Hin und Her von jagen und gejagt werden, bis auf ein einziges Mal, bei dem es nach regelrechter Razzia aussah. Ich betrat ohne böse Vorahnung einen Dönerladen in der Dunckerstraße, und trippte völlig auf LSD vor mir her, setzte mich in eine Ecke und wartete auf das Essen, als ich plötzlich durch eine einfallende Fensterscheibe aus meinen Träumen gerissen wurde. Als ich meine Augen soweit hinbekommen hatte, dass sie halbwegs naturgetreue Farben und Formen widergeben konnten, sah ich, wie fünf Nazis mit langen Baseballkeulen das Lokal erstürmten.
Einer davon drosch gleich auf den Türken ein, der ganz vorne beim Fleischspieß mir mein Essen zubereitete und —obwohl er ein langes Messer in der Hand hielt— sich bloß duckte, und seine Arme, samt Messer zum Schutze über sich hielt. Trotz Drogen begriff ich sofort, was geschah, vielleicht war es eine Art Instinkt, den ich mir mit der Zeit angeeignet hatte und der bei Glatzköpfen sofort auf Automatismus schaltet (später als ich nach Holland zog und dort die Mode des glatzköpfigen Techno-Gabbers aufkam, brauchte ich Jahre, um nicht jedesmal einen Herzstillstand zu bekommen, wenn ich nachts auf Gruppen von denen stieß) mein Herz schien jedenfalls für einen Moment stillgestanden zu haben, ich glaube, ich schlotterte von oben bis unten und nahm schließlich die Beine in die Hand. Wie ich aus dem Laden herauskam — ich weiß es bis heute nicht. Ich lief einfach los, auf den Eingang zu, vor dem sich die glatzköpfigen Schränke aufgebaut hatten, und stand plötzlich unversehrt draußen vor dem Lokal. Ich rannte weiter in eine Kneipe in der Stargarder Straße, die ich manchmal besuchte, weil dort ein oft ein Mann saß, der mich für wenig Geld tätowieren wollte, und wo ich wusste, dass es dort Leute gab, denen die Nachricht von schlägernden Nazis in der Dunckerstraße sehr zu Herzen gehen würde. Viele der Anwesenden eilten daraufhin sofort zu Hilfe. Aber es waren schon weitaus mehr Leute alarmiert gewesen: ich konnte mehrere Gruppen an der Kreuzung mit der Dunckerstraße sehen, die sich in Richtung Süden bewegten. Wahrscheinlich war die Schlägerbande schon seit einiger Zeit unterwegs gewesen. Ich war mit mir selbst völlig überfordert nach diesem Zwischenfall. Das LSD spielte den ganzen Rest der Nacht grausame Spielchen mit mir, Verfolgungswahn, jeder Mensch den ich begegnete schien glatzköpfig zu sein, und selbst zurückgezogen in der Wohnung eines Freundes, bei dem ich angeklopft hatte weil ich mich nicht alleine nach Hause traute, erschien mir jedes Geräusch außerhalb des Hauses in Verbindung mit unmittelbar angreifenden Rechtsradikalen zu stehen.
Ich weiß nicht mehr was mit den Nazis in jener Nacht noch weiter geschehen ist. Ich hatte nie mehr nachgefragt weil es mich eine ganze Zeit lang nicht interessierte. Mein Horrortrip in jener Nacht hallte noch lange nach.
Es war das letzte Mal, dass ich LSD genommen habe.

Tagsüber saßen wir auf dem Brunnen vor dem Kaufhof am Alexanderplatz herum -dort wo ich ursprünglich eigentlich Musik machen wollte, wozu aber inzwischen jegliche Motivation fehlte- und schnorrten die Leute um Geld an. Der Plan, mich kreativ durchs Leben zu schlagen, war schon lange missglückt, bevor ich es überhaupt ahnte, wie das halt so ist, wenn man sich treiben lässt und keinerlei Antrieb hat.
Inzwischen war ich zusammen mit einem Freund, der sich bei mir in der Marienburger Straße einquartiert hatte, in eine andere Wohnung an der Prenzlauer Promenade umgezogen, das Haus neben der rettenden Tankstelle damals, eine Einzimmerwohnung die wieder von einem Bekannten, der für unbestimmte Zeit verreist war, hinterlassen wurde. In kurzer Zeit wohnten wir in jener Wohnung zu siebt oder acht, zusätzlich einiger Hunde. Das waren keine Freunde, sondern bloß irgendwelche Bekannte, die bei uns hängengeblieben waren, weil wir uns wenigstens darum kümmerten, dass wir Trinken, Kippen und Hasch in Hause hatten. Das macht Freunde. Der Eimer am Morgen ließ sie für den Rest des Tages schweigen und deshalb bemerkte ich sie auch nicht weiter, wodurch es mir auch nicht auffiel, dass ich mich daran hätte stören können. Bei mir vernebelte der Eimer am Morgen und der Eimer zu Mittag und alle Joints dazwischen lediglich meinen Tatendrang. Der Tag fing immer später an, und im Herbst wurden die Tage, sodass es plötzlich auch keine Möglichkeit mehr gab, sich beim Supermarkt ein paar Marken zu erschnorren, weil alles schon geschlossen war.

Im Friedrichshain holte ich mir dann die Schleppscheiße. Eine Krankheit von der ich bis heute noch nicht ganz genau weiß woher sie kommt und was sie nun genau verursacht. Es hat irgendwas mit Vitaminmangel zu tun, scheint aber auch ansteckend zu sein. Weil Mädchen mit Schleppscheiße, die küsste man nicht. Dass es auch ohne küssen ging, merkte ich, nachdem ich in einer wüsten Bruchbude die Nacht neben einer jungen Frau verbrachte, die mich zwar nicht weiter interessierte, mich aber vor einer Nacht, auf der mittlerweile kalt gewordenen Straße, verschonte und mich mit ins Bett nahm. Einige Tage darauf bekam ich an meinen Handgelenken Eiterflecken. Ich hatte da sowieso schon kleine Wunden, die ich von Mercedessternen bekam, die wir abbrachen, den inneren Stern herausschlugen und den übriggeblienen Kreis als Armreifen trugen. Meine Haut reagiert allergisch auf Mercedessterne, eine Reaktion auf die ich damals mächtig stolz war. Heute nennt sich das ganz langweilig: Nickelallergie. Und da müssen sich wohl die Schleppscheißviren oder -Bakterien oder welche Monster auch immer, sich eingenistet haben. Die Wunden wurden schnell größer, bald waren auch meine anderen Mitbewohner davon befallen.
Im Friedrichshain gab es damals eine Art religiöses Jugendhaus, in dem man Kickern konnte und wo sie einen auch wegen Schleppscheiße versorgten.
Man behandelte mich und ich nahm dort auch meine erste Berliner Dusche. Und auch die Letzte.

Immerhin gab es in diesem abwärtsführenden Schacht einen kurzen Lichtblick. Das war auf dem Rückweg aus dem Friedrichshain, als ich von einer Hardcoreparty in einem militanten, besetzten Haus in der Kinzigerstraße, die K9, in das ich vielleicht bald einziehen konnte, zurückkehrte, und ich mich mit zwei jungen Punketten und einem verwilderten Kerl von der Party in der S-Bahn vorfand. Ich weiß ehrlich gesagt nicht mehr, warum wir zusammen in der Bahn saßen. Vielleicht weil ich das eine Mädchen hübsch fand und ich mich in irgendetwas reingeredet hatte. Es geschah dann etwas, mit Polizei oderso, und wenn ich versuche die Geschichte zu rekonstruieren, dann waren es vielleicht auch bloß uniformierte Kontrolleure der BVG. Es entstand jedenfalls verbaler Streit, dann hielt die Bahn überraschend schnell im nächsten Bahnhof, und wir stürmten Hals über Kopf aus der Bahn heraus. Der verwilderte Kerl wurde festgenommen und wie sich in Nachhinein herausstellte, saß er anschließend 48 Stunden in Untersuchungshaft. Außerhalb des Bahnhofes, in Sicherheit, lieferten sich die beiden Punketten eine aufgeregte Diskussion, eine davon schien mit dem Kerl liiert zu sein und machte sich große Sorgen, vor allem weil sie jetzt keinen Schlafplatz hatten, sie kamen ja aus Bayern und Hessen und wussten deshalb nicht wohin. Ich bot ihnen einen Schlafplatz an, aber die Liierte wollte davon nichts wissen. Die andere hingegen, glücklicherweise jene die ich hübsch fand, schien einem Bett sehr zugeneigt zu sein. Die Diskussion der beiden artete bald zum Streit aus und schließlich ging die Hübsche mit mir mit. Das war der Lichtblick. Dass sie die restlichen Wochen noch bei mir blieb, hätte eigentlich auch ein Lichtblick bleiben sollen, wurde aber bloß ein trüber Abschnitt meines abwärtsfließenden Flusses. Sie war faul, saß den ganzen Tag mit den anderen bei mir im Zimmer herum, und langsam assimilierte auch ich mich, rauchte den Eimer um zu schweigen, raffte mich aber wenigstens dazu auf, fast jeden Dienstag und Donnerstag zur Suppenküche für Obdachlose in der Wollankstraße zu fahren, damit ich wenigstens noch was warmes zwischen die Kiefer bekam. Aus welchem Grund auch immer, es war immer noch genügend Bier zuhause, damit man einen betäubenden Rauschpegel aufrecht erhalten konnte, weil das ganze Kiffen nur die Nerven aufrauhte und zu lästigen Streitereien führte, bei denen sich jeder im Recht fühlte, jedoch nie richtig etwas ausgeredet wurde, sondern sich bloß tagelang anknurrte, weil man für tiefere Versöhnungsgespräche einfach zu abgestorben war. Mit der Zeit verschwanden die meisten der einquartierten Leute bei mir, weil sich niemand mehr um das Trinken der anderen kümmerte, sondern alles eine trübe Gesellschaft geworden war.

Irgendwann wurde tiefer Herbst, die Wohnung kalt und mir fiel auf Grund der fehlenden Heizung nichts ein, was ich dagegen unternehmen konnte. Auch konnte ich mich nicht dazu aufraffen, in eine andere Wohnung zu ziehen. Wirkliche soziale Kontakte pflegte ich schon lange keine mehr, die Leute um mir herum kamen mir vor wie Pflanzen mit denen man sich dauernd streitet, weil Streit vielleicht noch das einzige Zeichen war, das einem das Gefühl gab, noch am Leben zu sein. Schließlich, wurde ich nach mehrmaligem Frieren und mangelnder Nahrungsaufnahme derart Krank, dass ich mich ein letztes Mal aufraffte und ohne mich von jemanden zu verabschieden in die S-Bahn stieg, bis Wannsee fuhr, und mich dort an die Autobahn stellte.
Keinen von denen habe ich jemals wiedergesehen und auch sonst ist mir niemand geblieben in jener Stadt.

Mit diesem kurzen Vorwort wollte ich eigentlich nur sagen, dass ich am nächsten Samstag in der früh, nach Berlin fahre, wo ich meine Schwester treffen werde, die extra aus Wien anreist um ein paar Biere zu trinken, wie ich schon vor einigen Wochen berichtete. Und ich werde diesmal das Brandenburger Tor besichtigen. Ich freue mich sehr.

Das Buch zu Kaffee.Satz.Lesen

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All we like sheep

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Nadelstreifen

Als gelernter Brandstifter, der ich ja bin, müsste ich eigentlich Tag und Nacht in zerrissenen Jeans herumlaufen, oder mindestens handtellergrosse Abschürfungen oder Verfärbungen an meinen Hosen tragen. Die Jeans natürlich auch am Besten Schwarz, weil man sich besser tarnt, draussen in der dunklen Nacht, wenn man ein bisschen Benzin für den Weltfrieden ausschüttet.
Eine schwarze Lederhose täte es auch, falls man mal ein bisschen gekleckert hat. Man sieht ja schliesslich nie wo man das Zeug hinschüttet, wenn es so finster ist. Lederhosen gehen aber nur wenn sie so richtig verbraucht wirken, weil die sehen sonst ja immer gleich so geschniegelt aus.

Als gelernter Brandstifter hätte ich es bei der Auswahl meiner Garderobe eigentlich leicht, und vor allem wäre die Anschaffung von Kleidern bedeutend billiger, da ich bloss in den Supermarkt laufen müsste, mir die preiswerteste Jeans auszusuchen, welche ich zuhause einige Tage auf dem Fussboden herumliegen lassen würde und immer wenn ich daran vorbeiliefe, würde ich mit den Schuhen drauftreten.
Ich wäre ein äusserst erfolgreicher Brandstifter, hätte ich nicht diese enorme Schwäche für Nadelstreifen. Würde ich beim Besuch einer Boutique nicht langsam und andächtig, ja gar sexuell elektrisiert an den Bügeln mit Nadelstreifenhosen vorbeilaufen und lange mit der Hand über die feinen Stoffe fahren, mich von der unterschiedlichen Beschaffenheit der verschiedenen Schnitte überzeugen, und die Festigkeit überprüfen, damit sie nach ein paarmal fahrradfahren nicht gleich im Schritt die ersten Risse aufweisen, dann hätte ich wahrscheinlich viele andere Brandstifterfreunde, oder wäre ich zumindest auf dem Brandstiftermarkt ein gefragter Mann.

Für den Tag wo die Revolution ausbricht, wo wir aufstehen gegen die Illuminaten und die Machthaber der globalen Wirtschaft, wo wir das Ruder in die Hand nehmen und die Lohnsklaverei abschaffen, habe ich schon den passenden Anzug ausgewählt. Ich werde meine neuen, schicken Lederschuhe tragen, die machen immer so ein “klack klack”, das ich so liebe, wenn ich auf der Strasse oder auf Pflaster laufe. Dazu die neue Nadelstreifenhose die ich gestern bei MEXX gekauft habe, der Laden der immer eine Hose für mich hat, den ich aber leider viel zu spät entdeckt habe, dazu ein schlichtes, schwarzes Hemd und darüber ein schwarzes Jacket. Wenn es bis zur Revolution noch etwas länger dauert, dann werde ich mir noch in aller Ruhe ein Nadelstreifenjacket besorgen. Leider sieht man darin meistens wie ein Zuhälter aus, besonders wenn man mal versucht sich das Haar ordentlich zurecht zu bürsten. Für das Nadelstreifenjacket muss ich mir deshalb Zeit nehmen, aber eventuell könnte ich darauf noch verzichten.
Wenn ich bis zur Revolution noch zehn Kilo abgenommen habe, dann werde ich auch eine schwarze Weste tragen, mein Lieblingsweste mit den sechs Knöpfen, nicht die mit den fünf. Die Eine, die an der Innenseite meines Schrankes hängt und nur darauf wartet, dass die Revolution endlich mal vonstatten geht. Die trage ich dann. Und dazu die schwarze Krawatte. Die am selben Bügel wie die Weste hängt, weil eine Krawatte mit meinem antrainierten Bauch noch fürchterlicher aussieht als eine Weste.

Und wenn ich dann am Abend der Revolution mit dem Benizinkanister in meiner rechten Hand und in meinen sorgfältig gewählten Kleidern das Haus verlasse, dann wird mich der ganze Mob in kürzester Zeit lynchen.

Bilderfragebogen (mal was anderes)

Gesehen hab ich es bei der Kaltmamsell.
“Go to Google Image Search. Type in your answers to the following questions and post one image result for each.”

1. Place where you were born.

2. Place where you live now

3. Favorite cartoon

4. Favorite food

5. Favorite drink

6. Currently your favorite song

7. Favorite smell

8. Favorite shoes

Requiem aeternam dona eis Domine

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