Bin gerade etwas eingespannt, weil mein Neffe und seine Freundin zu Besuch in Berlin sind. Zuvor suchte ich lange nach „was kann mit Teenagern in Berlin tun?“. Am Ende spazierten wir einfach vom Alex bis zum Brandenburger Tor und Potsdamer Platz. Dabei hatten wir uns viel zu erzählen. Offenbar ist Essen bei jungen Leuten aus Südtirol ein riesen Thema. In Italien hat man lustigerweise weniger Essensvielfalt, vermutlich, weil es viele und gute Pizzerie sowie Trattorie gibt. Wobei natürlich überall auch Burger- und Sushiläden aus dem Boden sprießen. Aber danach hört es schon bald wieder auf. Wenn sie hier von Korean Grill, Paläo, Vegan, Tacquerias, Peruvianisch, Levantinisch, Nepalesisch, Somalisch, Katalanisch, Polnisch usw. hören, dann wird schnell der Urlaub zu kurz. Ehrlicherweise weiß ich nicht, ob das limitierte Essensangebot vornehmlich in Südtirol ein Problem (Problemchen) ist, oder ein allgemeines italienisches Phänomen. Meine Erklärung ist die, dass die deutsche Küche nicht ganz so einnehmend ist, wie die italienische Küche, sodass man hier immer sehr offen für internationale Einflüsse war. Ähnliches gilt ja auch für England, die Niederlande und Skandinavien.
Zu meinem Leidwesen muss ich feststellen, dass ich ein richtig guter Dad-Joke-Typ bin. Das merke ich, wenn ich mit Teenagern zusammen bin. Ich muss mich nämlich ständig zurückhalten, um ja keine Dadjokes zu machen. Das nagt schon ein wenig an meinem Selbstbild. Daher bin ich froh darüber, wenig mit Teenagern zusammen zu sein, es ist sehr anstrengend, Dadjokes in mir drin zu behalten. Sie schlummern offenbar irgendwo in mir drin. Bin ich unter Gleichaltrigen, schlummern sie weiter. Bin ich unter Teenagern, erwachen sie. Ich halte sie an dicken Ketten, wie wildgewordene Tiere.

Du könntest mir nen Dadjoke in einer Sprachnachricht erzählen. Ich finde nämlich Dadjokes sehr lustig. Zwei Fliegen mit einer Klappe.