zier (der Mann der immer kann – die Frau die immer will)

[ein pornographischer Versuch für einen literarischen Wettbewerb]

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ir redeten plötzlich angeregt über schmutziges Zeug, nachdem er die ganze Zeit schon auf meine Beine geschielt hatte und nach dem zweiten Glas dann sagte, das Wippen meiner Beine mache ihn nervös, ich solle damit aufhören. Als Scherz nur, aber ich fühlte, wie sehr es ihn erleichtert hatte, es anzusprechen.
Später ging er auf die Toilette, was ich dazu nutzte einen Knopf meiner Bluse zu lösen und meinen Rock ein wenig nach oben zu korrigieren. Als er wiederkam, hatte ich meine Beine überkreuzt an der ganzen Seite des Tisches entlang positioniert. Er kam nicht an seinen Stuhl, ohne mich zu bitten, meine Beine beiseite zu nehmen.

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einer Meinung nach waren es die Zeichen gewesen. Wie sie sich an die linke Brust griff und diese mit einem unverschämten Grinsen hochdrückte, obwohl sie eigentlich ihr Herz andeuten wollte, weil sie von der Liebe sprach. Sie schien selbst erschrocken von dieser Geste, doch umspielte sie ihren Fehltritt verblüffend charmant, indem sie theatralisch die Schuld von sich wies und dabei sagte, die Titte sei ihr im Weg gestanden. Wir lachten. Noch.
Später wurde sie offensiver, wie sie ihre Beine zur Schau stellte, wippend vor meiner Nase auf und ab. Man kann nun sagen, ich sei leicht zu verführen gewesen, ich will das ja gar nicht abstreiten, doch wies ich sie darauf hin, sagte, sie spiele mit meinen Gefühlen, wenn sie so offenherzig mit ihren schönen Beinen wippe, und natürlich konnte ich mir das Wort schön nicht verkneifen, waren sie ja auch, und klar, es war alles gespielt, ich wollte ja nicht, dass sie damit aufhörte. Dies brachte sie leider dazu, mit dem Wippen aufzuhören, jedoch auch neugierig auf ihrem Stuhl nach vorne zu rutschen, was weite Teile ihrer Oberschenkel entblößte. Ich schaute weg, schaute wieder hin und sie wollte nur wissen, was das sei, mit uns Männern und dieser Sache mit den Beinen. Ich antwortete, ich wisse nicht, was mit den Männern los sei, aber ich jedenfalls, ich müsse bei schönen Beinen ans Ficken denken.

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enig später öffnete ich die zweite Flasche Wein und meine Bluse. Ich meine, einen erschrockenen Blick in seinen Augen erkannt zu haben. Das amüsierte mich und deshalb lachte ich. Doch er schien nicht zu wissen, worüber ich lachte. War ja auch egal. Ich war es plötzlich satt geworden, zu reden, deshalb schenkte ich den Wein ein und verschwand mit den beiden gefüllten Gläsern ins Schlafzimmer.

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ir war unklar, wie ich das zu interpretieren hatte. Auch wenn es wirklich offensichtlich war. Es war nur schwer vorzustellen, dass sie mich jetzt ohne Glas in ihrer Küche sitzen lassen wollte. Ich zögerte eine halbe Minute, doch dann stand ich auf und schritt in den Flur. Im Flur sah ich ihren Rock auf dem Boden liegen und wenige Meter weiter ihre Unterhose. Am Ende des Flures kam aus einem Zimmer ein bisschen Licht, in jenem Zimmer stand sie, hielt mir mein Weinglas entgegen und lächelte, wie man manchmal lächelt, wenn man einen Scherz gemacht hat, von dem man nicht genau weiß, ob er gelungen ist.

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ortlos küsste er mich auf die Lippen. Der Kuss schmeckte ein bisschen nach einem Mann, der jetzt und sofort vögeln will, aber nicht weiß, wie er das am besten sagt und deshalb einfach mal drauflosküsst. Ein bischen hart und teilnahmslos. Aber recht hatte er. Nähe ist schließlich ein guter Anfang. Besonders mochte ich es, seine Erektion zu spüren. Als ich mich beim Küssen gegen ihn andrückte und mit meiner Hüfte seine harte Latte bemerkte. Ich konnte es nicht sein lassen und drückte absichtlich noch ein wenig dagegen.
Er hätte mich sofort nehmen können, die ganze Küsserei war überflüssig geworden, zu lange saß ich schon neben ihm.

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it einem Zungenschlag auf meine Lippen ließ sie von mir ab, drehte sich um und ging auf dem Bettrand in die Knie. Dann bückte sie sich vorne über und streckte mir ihren Hintern entgegen. Sie forderte mich auf, etwas zu machen. Mach etwas, sagte sie und hielt dabei ihr Gesicht vergraben, als fürchte sie die Konsequenzen.
Ich kniete mich hin und betrachtete ihre Vagina. Ihre Vagina war aufgegangen, fleischig geworden. Im spärlichen Licht der gelben Lampe konnte ich eine glitzernde Flüssigkeit erkennen, die zwischen den Schamfalten hervortrat. Die gebückte junge Frau atmete nicht. Sie schien nur darauf zu warten, dass irgendwas geschehen würde, möglicherweise, dass Funken fliegen würden.
Also zog ich mit meinen Händen ihre Pobacken auseinander und legte meine Zunge auf ihren Anus.

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ie konnte ich ahnen, dass er mich so lange einfach so knien ließ. Ich war berauscht, ich saß seit Stunden mit aufgeweichtem Willen herum, ich wollte ihn in mir fühlen. So hielt ich ihm meinen Arsch hin. Er regte sich lange Zeit nicht, doch wusste ich, worauf er schaute und ich meine zu wissen, woran er dachte: Fleisch. Mein Arsch sieht gut aus, wenn ich mich bücke, er ist normalerweise ein bisschen zu, wie soll ich sagen, länglich? Doch gebückt scheint er das ganze Sitzfleisch, das sich sonst über die Länge verteilt, zu einem runden Ballen zu versammeln.
Doch es dauerte ewig. Er schien zu zögern. Ich hörte nichts, weder das Aufknöpfen der Hose noch seinen Atem, es tat sich nichts. Ich schämte mich in jenem Moment, in jenen gefühlten Stunden, doch konnte ich nichts mehr rückgängig machen, ich hatte bereits zu viel von mir preisgegeben. Ich weiß noch, dass ich mir kurz überlegte, aufzuspringen, alles abzusagen, mich zu entschuldigen, mir den Rock anzuziehen und in der Küche zu verschwinden, in der Hoffnung, er würde es verstehen und daraufhin die Wohnung verlassen – als er sich plötzlich hinkniete. Ich konnte es fühlen, dass er näher herangekommen war, er schien meinen Schambereich zu mustern.
Schließlich legte er seine Zunge auf meinen Anus.
Ganz kurz nur. Danach leckte er sanft, fast zu sanft, um den Anus herum, spitzte dann die Zunge und machte ein paar weiche Versuche, damit einzudringen.

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it meinen Fingern holte ich ein wenig Flüssigkeit von ihrer Vagina und strich sie auf ihren Anus. Als ich den Zeigefinger reinsteckte, kniff sie ihre Pobacken leicht zusammen und entspannte sie gleich darauf wieder. Und endlich konnte ich sie atmen hören. Obwohl, das Atmen war nur von kurzer Dauer und sofort in ein Stöhnen übergegangen, leise zwar, aber ein Stöhnen eben, als ob ihre Lust sich in Symbiose mit der lebensnotwendigen Sauerstoffzufuhr befinden würde. Jetzt hatte ich eine Patientin, die mir ausgeliefert war.

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as er mit Zeug meine, fragte ich ihn. Zeug halt, wiederholte er seine Frage und zählte Spielzeug auf. Dildos, Kugeln. Dann zögerte er kurz, und sagte: Irgendwas. Ich griff routiniert, und ohne meinen Leib verstellen zu müssen unters Bett und zog eine Kiste hervor. Zu spät dachte ich an die große Menge, die ich darin aufbewahrte, vor allem dachte ich an die extravaganten Variationen. Leicht amüsiert stellte ich mir seinen erschrockenen Blick vor, schloss wieder die Augen, und ich fühlte mich wie eine unglaubliche Schlampe.

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ühelos zog sie eine riesige Kiste unter dem Bett hervor. Dildos, gynäkologische Werkzeuge, Kugelketten, zangenartige Utensilien, vieles davon hatte Noppen. Ich kann mich erinnern, wie mich der Gedanke an ihre einsamen Nächte erregte, der Gedanke daran, wie sie alleine in ihrem finsteren Zimmer, um ihre Lust zu stillen, genoppte Dildos ritt, wie sie in aller Stille kam, ein lautes Stöhnen unterdrückte, weil Wichsen immer zu intim ist, um laut zu sein. Vielleicht war es der Gedanke an dieses Bild einer verzweifelten Frau, zu Unrecht vermutlich, was wusste ich schon über sie, der mich als erstes zum Seil greifen ließ.

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omöglich hätte ich mich befreien können, er war kein Meister der Fesselkunst, und ich gebe zu, dass ich froh darum war. Verstehen Sie mich nicht falsch, ich mag es wirklich sehr gefesselt zu werden, ausgeliefert zu sein, es ist dieses gewisse Gefühl missbraucht zu werden, ein Objekt zu sein, das kann sehr anregend sein. Doch kannte ich ihn ja kaum, und dann wird das problematisch. Was wusste ich schon über ihn, nun gut, wir hatten ein paarmal gechattet, ein paar Emails waren hin und her gegangen, ich hatte mir einen generellen Eindruck geholt, und auch sonst, an jenem Abend, schien er mir keineswegs ein Gestörter zu sein, wie man so sagt. Doch dann liegt man eben da, kann Arme und Beine nicht mehr bewegen, und ist dermaßen verbogen, dass man die beiden intimen Körperöffnungen wie auf einem Präsentierteller einem fremden Mann zur Verfügung stellt. Da fängt man dann an zu denken unter den geschlossenen Augenlidern. Man denkt an Lustmorde, an all die Szenen, die man sich beim Lesen von Artikeln über Lustmörder so hübsch und detailliert ausgemalt hat. Da war ich eben froh, zu wissen, wie leicht ich mich wieder aus den Fesseln hätte winden können.

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eisterhaft verbunden hatte ich sie. Ich setzte mich für eine ganze Weile abseits auf einen Stuhl und betrachtete mein Kunstwerk. Aus ihren beiden Körperöffnungen ragten zwei Dildos hervor. Ein ziemlich dicker für vorne und ein schmalerer für hinten. Nur hatte ich sie zweckentfremdet. Der Große steckte hinten. Ich wußte nicht wirklich, was als Nächstes zu tun sei. Etwas machen sollte ich, etwas machen, ich wollte hauptsächlich meinen Schwanz in sie reinstecken und auf ihrem hübschen Hintern kommen.
Aber wenn ich das einfach so getan hätte, sie einfach besprungen hätte, wäre ich ihr vermutlich als mediokrer Liebhaber in Erinnerung geblieben. Und das ist manchmal bitter.
Danach sah ich mich jedenfalls um, ich fand eine Fotokamera und lichtete mein Kunstwerk damit ab. Von mehreren Seiten. Einige ganz üble mit Blitz.

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ichsgeräusche. Er war nicht bei mir, doch hörte ich das schnelle, rhythmische Schnalzen feuchter Vorhaut. Was ich dabei dachte? Ob es mir gefiel? Nun. Ja, durchaus. Ich vermisste allerdings körperlichen Reiz. Im Normalfall ist ein wichsender Liebhaber äußerst stimulierend, in jenem Moment war ich jedoch schon zu sehr erregt, als dass dies einen Mehrwert gebracht hätte. Ich kniete da ziemlich verlassen. Und Dildos vibrieren nicht. Und ich triefte. Nein, schreiben sie besser hin ich sei erregt gewesen. Triefend klingt gleich so verzweifelt.

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ir fehlte die Nähe. Aber das wusste ich erst am nächsten Tag. Also körperliche Nähe. Ich muss Haut spüren, Brüste, Beine, Po. Ich kann nicht einfach nur etwas machen. Deshalb ging ich zurück ins Bett, legte mich vor sie hin, nahm sie bei den Haaren und steckte meinen Dingsda in ihren Kopf.

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ie mir die Luft wegblieb. Er hatte sich vor mich gelegt – oder gesessen, so genau weiß ich es nicht mehr, und dann hatte ich plötzlich seinen Schwanz in meinem Mund. Gefiel mir natürlich. Vielleicht, weil er auf einmal da war, also so richtig da, aber ach, ich mag einfach Schwänze. Und was mir in jenem Moment auch gefiel: Ich konnte wenig anderes tun als daran zu lutschen. Meine Arme waren so verbunden, dass ich mich entweder darauf stützen konnte, oder seitlich wegrollen. Ich stütze mich aber darauf, weil ich ja die ganze Zeit über von hinten be– hm, –arbeitet wurde, oder bearbeitet werden wollte. Ich hätte mich nun wegrollen können, aber das hätte wiederum das Lutschen erschwert. Ein Kreuz manchmal.

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angels Erregung ließ ich dann von ihr ab. Keine Ahnung, warum. Irgendwie war mir das zu öde. Daher machte ich mich wieder hinten bei ihr zu schaffen, da gab es vielleicht mehr zu sehen. Und weil sie lauter stöhnte, je fester ich die Dinger in sie reindrückte, suchte ich jenes dicke Ding in ihrer Kiste, das Ding, das ich vorhin schon gesehen hatte, das aussah wie ein Stöpsel.
Und dann drückte ich diesen trichterförmigen Stöpsel ganz langsam in sie rein. Ganz langsam. Ich merkte wie sehr sie das mochte, wie sie immer lauter stöhnte. Ich tat eigentlich nicht viel, außer das Teil festzuhalten. Sie drückte dagegen. Nun gut, ich half ein bisschen nach, ich drückte mit, und ich bin immer wieder verblüfft, wie dehnbar ein Schließmuskel ist, wenn man nur langsam zur Sache geht, aber ich habe ja immer Angst, dass ich da etwas kaputt mache. Wenn man in Lust und in Rage nicht mehr genau weiß, wo die Grenzen liegen.
Doch ehe ich mir wirklich ernsthafte Gedanken darum machen konnte, weil ich eher ihrem immer lauter werdenden Stöhnen zuhörte, zitterte sie plötzlich — und dann weinte sie.

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ar ich erst noch willensschwach, so war ich alsbald willenlos geworden, als er sich wieder hinter mich stellte, und mir den Arschstöpsel reinschob. Auch in meiner Möse steckte etwas, oder jedenfalls war da etwas, aber ich konnte das alles nicht mehr unterscheiden. Er drückte nach vorne und ich hielt dagegen. Ich merkte wie der Stöpsel immer tiefer ging, langsam, aber immer tiefer, und dann wusste ich irgendwann nicht mehr, was und wo, ich fühlte mich, als hinge ich willenlos an diesem Stöpsel wie an einem Tropf im Krankenhaus, ein Tropf, der betörendes und verbotenes Zeug in mich hineintröpfeln ließ. Komische Metapher, ich weiß.
Manchmal, wenn der Orgasmus besonders heftig ist, dann verliere ich völlig die Contenance. Dann muss ich weinen. Das hatte ihn ein wenig irritiert.
Doch für Irritationen gab ich ihm nicht viel Zeit.

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unter entwand sie sich der Fesseln, drehte sich um und wies mich an, mich hinzulegen. Als wäre alles nichts gewesen. Als wären meine Fesseln Kinderspiel gewesen, als wäre sie nicht gekommen, als ob sie nie geweint hätte.
Sie setzte sich seitlich neben mich und nahm meinen Penis in den Mund. Ich fand es toll, ihr dabei zuzusehen. Sie blies sehr andächtig. Sie blies sehr, wie soll man sagen: geil. Man merkte, dass sie es gerne tat, dass sie Spass daran hatte. Läge es an mir, hätte sie mich den ganzen Tag lang bearbeiten können.

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eil er nicht kam, obwohl er schon eine Weile lang schwitzte und stöhnte, doch meine Hand und mein Mund sich langsam versteiften, flüsterte ich ihm ins Ohr, dass ich alles in meinen Mund abkriegen wolle, die ganze! dicke! Ladung! Ich sprach jedes Wort mit Ausrufezeichen aus, und das zeigte endlich Wirkung. Sein Atem wurde lauter und die Arschbacken kniff er zusammen, wie er die Beine streifte und mit diesem entsetzten Blick mich ansah, während ich meine schweinischste Miene aufsetzte und die Lippen zum Vollmund gestülpt über seine Eichel bewegte. Männer. Die Hure spielen geht immer. Je mehr man es deren Wichsvorlagen gleich tut, desto eher funktionieren sie, und nicht nur im Bett.

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ittlerweile saugte sie an mir, ein Lutschen war es schon lange nicht mehr, und dann forderte sie mich dazu auf, in ihren Mund zu kommen. Nein, es war weniger eine Aufforderung als ein Flehen. Sie brauche es, sagte sie. Dieser Gedanke erregte mich sehr. Ich schaute ihr dabei zu. Und beim Gedanken, in ihren Mund zu spritzen, beim Bild des Spermas auf ihrer Zunge, auf ihren Lippen, wie es womöglich aus den Mundwinkeln herausfloss, über ihr verschwitztes Kinn rann, entlud sich dann mein ganzer sexueller Reiz der vorangehenden Stunden. Die Bilder. Ihr Hintern, ihr Anus, ihre Brüste, ihr Schnaufen, das Bild ihres Gesichtes, als sie kam, auch das Weinen, der ganze finstere Schmutz, der sich in den letzten Stunden in meinem Kopf breitgemacht hatte, entlud sich in ihrem Mund, wie das Auswringen eines nassen Handtuchs, bis alles weg war, der ganze Reiz durchgespült und ausgelöscht.

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as ich auch immer falsch gemacht hatte. Er kam nicht. Möge es der Wein gewesen sein, oder mögen es die Vorbehalte gewesen sein, die er den ganzen Abend schon mit sich herumzuschleppen schien, er war nicht ganz offen zu mir, er ließ sich nicht vollständig fallen.
Ich führte unbemerkt meine Hand zwischen meine Beine und befeuchtete den mittleren Finger. Ich war immer noch erregt, ich war immer noch fleischig, aber so ist das, kommt die Frau, muss auch der Mann kommen, und dann ist es vorbei. Der Orgasmus, die schönste Art, zu sagen, der Sex sei vorbei. Und so nahm ich meinen befeuchteten Finger wieder heraus, setzte ihn auf seinem Anus auf und steckte ihn hinein.
Dann kam er.

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eine Kräfte hatten mich verlassen, ich war alles losgeworden. Aus ihrem linken Mundwinkel trat Sperma hervor, während sie ihre Kopfbewegung verlangsamte. Ich setzte mich sofort auf, ich konnte das nicht mitansehen, ich ekelte mich vor mir selbst.
Ich fragte sie nach Taschentüchern, wo sie welche liegen habe, doch sie lächelte abwesend, fast ein wenig verlegen, wies ab und wischte sich mit dem Bett das Gesicht.

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achdem er gekommen war, war er wie verwandelt. Erst schien es ihn ungemein zu kümmern, dass mein Mund wieder sauber, werde und dann nahm er mich liebevoll in seine Arme, und ich merkte, wie er versuchte, den Finger, den ich in ihn gesteckt hatte zu überprüfen, indem er –ich glaubte zu spinnen– meine Hände küsste. Und dabei die Finger sorgfältig musterte. Der Finger war sauber, glaube ich jedenfalls, ach, wie auch immer, aber ich konnte es mir nicht verkneifen, ihn zu verstecken, als wäre eventueller Dreck daran Entblößung seiner Begierde. Mir war es recht, besser als umdrehen und pennen, obwohl, ich weiß nicht, ich wäre gerne ins Wohnzimmer gegangen und hätte den Fernseher eingeschaltet.

milonga de mis amores

Am Sonntag meine ersten Tangoschritte getanzt. Etwa acht Jahre hat es bis zu diesem Tag gebraucht.
Zwischen dem dritten und dem vierten Schritt der ganz gewöhnlichen formacion de base, wie man beim Richtungswechsel nicht nur die Richtung, sondern auch die Achse gleich mit verlässt und plötzlich Hüfte an Hüfte nebeneinander steht. Selten hatte ich das Gefühl, auf solch dezente Weise etwas vollkommen Unanständiges getan zu haben.

Ich habe lange Jahre den tanzenden Tangopaaren zugesehen und mich in unzählige Paare verliebt, während ich, am Wein nippend, mit einem schweren Brustkorb an der Anmut der mir dargebotenen Liebe vertrocknete, wobei ich bei meinen Gefährten immer schon an der Beschreibung der Ästhetik scheiterte, die ich versuchte zu erklären, womöglich nur mir selbst.

Und dann diese erstaunliche Sinnlichkeit beim Führen. Die Lehrerin sagte, ich solle führen. Ich hatte das noch nie gemacht, sie wusste natürlich nicht, dass ich direkt vom Pogo zum Tango geraten bin. Mit meinen Händen in der Mitte des Rückens der Frau muss ich sie festhalten, weit oben, noch oberhalb des Herzens, weil die Frau ab dem Herz bis hinunter zu den Zehen atmen muss. Wie man den nicht atmenden Teil der Frau festhält, sanft drückt und dreht, wortlos mit den eigenen Bewegungen die Richtung andeutet, indem man sie umschließt, sie einbettet, und dann merkt, dass es viel besser klappt, wenn man mit den Oberkörpern, also mit den nicht atmenden Teilen, einfach verschmilzt.
Wie eins und wie nahe man sich sein muss, um zu wissen, wohin es geht.
Ich habe das Führen bisher lediglich erahnt. Noch beherrsche ich ausschließlich den Baumstamm-Part. Nicht umfallen.
Ich falle nicht um. Der Rest kommt vielleicht.

(Und erstaunlich sind die Geschlechterrollen, wie sie manchmal funktionieren.)

blindgang

Berliner Brandmauern. Immer ein bisschen mit hängendem Kopf und den Händen in den Hosentaschen (und barfuß)

Vor allem über Nikotinsucht gelesen. Jedes Mal, wenn ich an eine Zigarette dachte. Um genau zu sein, drei Tage lang nur über Nikotinsucht gelesen. Um mich an die Rezeptoren in mir drin zu erinnern.
Auch weiß ich nun alles über Neurologie. Frontallappen zum Beispiel. Der Frontallappen ist das Engelchen im Kopf. Der Frontallappen sagt immer Nein und Nein und Nein, wenn man beispielsweise nach Schokolade greifen will, nach der man nicht greifen sollte. Nun kann man danach hören oder nicht. Als guter Kathole glaube ich natürlich keinen albernen Engelchen auf der Schulter und habe daher weitgehend das gemacht, was verlockender klang.
Doch Frontallappen ist super. Immer wenn ich an Zigaretten denke, schalte ich den Frontallappen ein. Ich kann richtig fühlen, wie er glüht.

Nikotinsucht. Diese Mechanismen. Dermaßen faszinierend, dass es mich jetzt furchtbar betrübt, zwanzig Jahre lang nikotinsüchtig gewesen zu sein, ohne zu wissen, wie toll das eigentlich ist. Es fühlt sich an wie verschwendete Zeit. Fast möchte ich nochmal von vorne beginnen: zwanzig Jahre lang kettenrauchen und mich jedes Mal über meine inneren Rezeptoren amüsieren, wie sie sich aufstellen und mir das Gefühl geben, ich müsse mich belohnen.
Überhaupt Belohnungen. Ich könnte mich den ganzen Tag lang belohnen. Nett zu mir sein.

2008

In Madrid waren es immer die Trauben. Um zwölf zu jedem Glockenschlag eine. Wie ich das immer hasste und mich spätestens bei der fünften Traube verschluckte. Nicht viel Glück für das kommende Jahr, sagte man mir und schlug mir mitleidig lächelnd auf den Rücken, während ich mich ins neue Jahr hustete und es von der fünften Sekunde an schon verfluchte. Dabei war es gar nie die Gier, sondern immer diese Hast, ein klein wenig von dem Glück zu erhaschen, das sie alle in sich hineinstopften. Vielleicht doch Gier, meinetwegen, will ich jetzt gar nicht wissen.

Letzte Nacht lief dieser junge Portugiese auf der Party herum und verteilte kleine Knäuel Taschentücher. In seinem Land sei es Brauch, sagte er, diese Trauben zu Mitternacht zu essen, zu jedem Glockenschlag eine. Das bringe Glück. Ich öffnete das Tuch und sah zwölf kleine Rosinen. Und musste ein wenig lächeln. Wie klug, Rosinen.
Um drei vor Mitternacht saß ich auf dem Klo und hörte fünfvierdreizweieins. Und dann gingen die Böller hoch. Und die Kirchenglocken läuteten. Und die Menschen fielen sich in die Arme. Und küssten sich auf den Lippen. Und wünschen sich ein glückliches neues Jahr.
Ich schritt langsam die Treppe runter, raus auf die Skalitzer Straße zu den feiernden Menschen. Gegenüber läuteten die Glocken. Nachdenklich öffnete ich das Taschentuch, nahm eine Rosine raus und lutschte sie lange im Mund. Was ein Glück, dachte ich.
Bei meiner dritten Rosine hielt mir jemand eine Wunderkerze vors Gesicht und fragte mich nach Feuer. Als die Wunderkerze anfing zu funkeln, kam schon die nächste. Ich werde gerne gebraucht.
Beim Lutschen der vierten Rosine stand Scott, der Australier, neben mir. Es sei sein erstes Neujahr in Europa, sagte er. Er zuckte bei jedem Böller nervös zusammen. In Australien sei Feuerwerk verboten, ihm mache das ein bisschen Angst. Aber er möge es. Er habe gehört, es ginge darum, das alte Jahr zu verscheuchen. Ich nickte und sagte, ein bisschen wie ein wildes Tier aus dem Dorf zu jagen.
Wild animal, wiederholte er und hielt inne. Er habe 2007 eigentlich gerne gemocht.
Ich dachte kurz nach und sagte: I don’t know. I really don’t know.
Beim Lutschen der sechsten Rosine fiel mir ein, dass ich es noch nie bis zur sechsten geschafft habe. Irgendwie freute mich das. Danach wurde ich geküsst und ein glückliches neues Jahr wurde mir gewünscht.
Beim Lutschen der siebten Rosine gefiel mir plötzlich, wie bedrohlich das Glockenläuten die Raketen und die Explosionen untermalte. Auf der Kirche las ich die Inschrift: „Herr, bleibe bei uns, denn es will Abend werden.“ Diese Angst vor der Dunkelheit. Wie düster sie da stand und bedrohlich tiefe Dongs von sich gab, während drumherum das wilde Tier aus der Stadt getrieben wurde und auf das neue Tier, das neue Glück, getrunken wurde. Wie eine Hure kam mir 2008 vor. In 368 Tagen wird man sie wieder wie ein wildes Tier vertreiben. Ich wusste, dass ich blöd bin, solche Sachen zu denken, und dachte mir, falls ich das alles bloggen sollte, dann sollte ich die Sache mit der Hure nicht erwähnen. Ist irgendwie scheiße.
Danach nahm ich die letzten fünf Rosinen aus dem Taschentuch und steckte sie mir gleichzeitig in den Mund. Als ich die letzten fünf Rosinen im Mund kaute, dachte ich erst, wie gut das eigentlich schmeckt, und warum man das nicht gleich so macht. Und dann erinnerte ich mich an das Wünschen: Nach den zwölf Rosinen könne man sich ja etwas wünschen. Ich hatte einen Wunsch.

Die neue Playlist in Katastrophenmusik umbenannt, damit ich mich leichter davon wegklicken kann wenn der Atem wieder zu schwer wird, damit ich mich daran erinnere, die Leichtigkeit nicht mit der Schwere auszutauschen, wo doch die großen Dinge nicht notwendigerweise schwer sein müssen, sondern oftmals leicht wie rote Ballons da oben schweben, denen man so gerne nachschaut wenn man unten liegt und sich von den Tagen erzählt, von den Tagen die man auseinandernehmen will, auseinandernehmen und alle einzelnen Stücke umdrehen, und daran riechen meinetwegen, am liebsten gar fressen oder mit aufgerolltem Falschgeld in die Nase ziehen, suchtgefährdet wie ich bin.

Und weil ich dann wieder weiß was ich damals auch schon wußte, die Dinge vergehen, vergehen immer, und dann denke ich ein bisschen darüber nach, denke wieder an die Leichtigkeit, die Leichtigkeit der großen Dinge, die Dinge man nicht versuchen soll aufzuschreiben, oder schlimmer noch, sie auszusprechen. Nur die richtigen Dinge sagen, und dabei gar nicht merken wie sehr man beschenkt wird.

Und danach denke ich, dass ich gar nicht weiß wovon ich rede.

Katastrophenmucke 1 | 2 | 3

(achja, und dann ist ja noch die Sache mit dem neuen Jahr)

Da leert sich dann die Stadt. Und es leeren sich die Straßen. Die Lichter gehen aus hier im Hinterhof, jeden Abend ein Lichtlein weniger, mein ganz persönlicher Adventskalender. Gegenüber brennt noch das letzte Licht, daher weiß ich es: morgen ist Weihnacht.
Keine Sorge, ich bleibe immer gerne zurück. Ich passe auf, auf die abkühlenden Häuser, auf die leergekauften Läden. Ich mag Weihnachten wirklich gerne, es rieselt leise, das Fest der Liebe, und Liebe ist immer gut.

Und gerade die Liebe ist es. Als würde es sich zu zweit zu schwerlich lieben. Gomisch das.

Machts gut, ich paß schon auf alles auf.

[brautführung]

Meine Schwester wollte, dass ich ihr Brautführer sei. Es ist mir eine große Ehre, meine Schwester bis zum Altar zu begleiten.

Weil ich bereits seit vielen Jahren nicht mehr in Südtirol lebe und ich in meiner Jugend auch nie sonderlich ein Freund der Traditionen gewesen bin, weiss ich allerdings nicht genau, was ein Brautführer ist. Ich weiss, was ein Trauzeuge ist und ich weiss, was ein Pfarrer ist, beim Brautführer bin ich mir nicht ganz so sicher. Aber alle sagten: oh du bist der Brautführer, schön. Zwinkerzwinker.

Das Zwinkerzwinker beunruhigte mich ein wenig, ich wollte aber nicht als Unwissend dastehen und beschloss, ruhig zu bleiben, ich würde es schon im Laufe der Zeit erfahren.

Ich nehme meine Pflicht als Brautführer selbstredend ernst und fragte daher Monate im Voraus, was ich dafür tun müsse. Ich erfuhr, dass ich drei Aufgaben hätte:

– den Brautstrauß bewachen

– die Braut beschützen

– die Braut dem Bräutigam übergeben

Die Aufgaben klangen einfach. Von der Nachbarin meiner Mutter erfuhr ich beiläufig, dass auf Hochzeiten oft diese bescheuerten Traditionen ausgeführt würden. Dass Freunde, Bekannte oder Kollegen Hindernisse aufstellen würden, wo das Ehepaar Aufgaben zu erfüllen hätte. Eine andere Tradition sei beispielsweise die Entführung der Braut. Da werde einfach die Braut entführt und der Brautführer müsse sie wieder finden, um sie dem Bräutigam zu übergeben. Blöde Spässchen.

Ich hob meine Augenbrauen und schaute etwas besorgt meine Schwester an. Sie holte weit mit dem Arm aus und sagte: Weg mit dem traditionellen Scheiß, ich will heiraten!

Meine Schwester wohnt seit Jahren in Wien, sie kennt die Traditionen ja selber nicht mehr.

Ich liebte meine Schwester und war beruhigt.

Als mein Vater davon erfuhr, dass das Ehepaar nichts mit diesen Traditionen zu tun haben wollte, regte er sich auf. Was für eine Hochzeit das denn bitte sei. Keine Böller, keine Straßensperren, er schüttelte den Kopf, und nicht mal eine Entführung. Er fragte, wofür sie dann überhaupt heiraten wollten.

Am Tag der Hochzeit bin ich ständiger Begleiter meiner Schwester. Wir gehen zur Stylistin Renate. Meine Mutter ist dabei, meine kleinere Schwester, auch die Trauzeugin. Es ist unterhaltsam. Auch mein Vater kommt vorbei. Ich begleite ihn auf eine Zigarette vor dem Salon. Dort steckt er mir die Info, dass auf den anderen Teil der Familie Verlass sei, es werde nämlich für eine Brautentführung gesorgt. Er hält sich den Finger vor dem Mund, ich solle darüber aber schweigen. Ich sagte: aber eine Entführung sei ja auch schlecht für mich. Er sagte, ich müsse nur die Braut finden und alle Rechnungen zahlen. Ich frage, wie meinst du, ich muss die Rechnungen zahlen?

Er erklärt mir den umständlichen Part, dass die Braut und die Entführungsgesellschaft in die Kneipen und Bars ginge, sich betrinke und dann die Zeche prelle. Die Rechnung müsse dann ich begleichen.

Was? Ich?

Ja genau. Der Brautführer.

Warum der Brautführer?

Weil das so ist.

Im Salon der Frisörin erzähle ich meinen Verbündeten, vom vermutlich bevorstehenden Akt. Die Braut greift sich an die Stirn. Wie furchtbar das doch sei. Sabine schlägt vor, die Entführung selbst in die Hand zu nehmen und mit der Braut ein paar Schnäpschen zu trinken. Die Braut säße schließlich bei uns im Auto und könne daher nicht von Dritten entführt werden. Den Frauen gefällt die Idee und mir sowieso. Ich bin richtig begeistert.

Es wird Nachmittag. Die Ringe werden getauscht, es wird gesungen, geweint und es gibt Vorfreude auf das Essen. Auf dem Weg von der Kirche ins Gasthaus spricht mich der Trauzeuge des Bräutigams an, offenbar hätten sich die Frauen zusammengetan um die Braut zu entführen. Er wolle mich nur warnen, ich sei ja der Brautführer. Zwinkerzwinker. Ich zwinkerzwinkere siegesgewiss zurück und verrate ihm, es sei schon vorgesorgt, die Braut werde von ihrer Trauzeugin und mir persönlich entführt. Er lacht, und sagt, das sei auch nicht schlecht.

Etwas später kommt die Trauzeugin Sabine und ich schlage vor, mit der Entführung bis fünf zu warten, damit wir noch in Ruhe ein paar Grappas nehmen könnten. Sie sagt das ginge nicht, und ich frage, warum das denn nicht ginge und sie sagt, weil sie gleich nach dem Essen mit den anderen Frauen die Braut entführe.

Ich bin zuerst verwirrt, also frage ich, wie meine Rolle darin aussähe. Das wüsste sie auch nicht, aber das sei dann wohl so, dass ich sie suchen müsse.

Ich glaube der Sache noch nicht so recht, belächle die Situation und erzähle es meiner Schwester, der Braut. Sie ist sehr beschäftigt, umringt von Menschen, die mit ihr reden wollen, ich bin aber etwas beunruhigt und drängle mich dazwischen. Ja, davon habe sie auch gehört, ja, schon verrückter Plan, sie lächelt Tanten an und nimmt Geschenke entgegen. Ich setze mich erstmal an den Tisch, trinke ein Bier.

Zwischen dem dritten und dem vierten Gang hole ich mir Hilfe vom Bräutigam und seinem Trauzeugen. Ich weihe sie ein. Ich würde natürlich alles dafür tun, dass die Braut erst gar nicht verschwände, aber es erschleicht mich das Gefühl, dass wir zu dritt gegen zwei Dutzend Frauen ziemlich machtlos sind. Und die Braut nähme die Situation nicht sonderlich ernst. Falls wir es nicht verhindern können, soll mich der Trauzeuge fahren und der Bräutigam soll im Wagen sitzenbleiben bis ich ihm seine Holde bringe.

Sie nicken beide. Sie nicken ein bisschen nachdenklich, aber sie nicken immerhin.

Nach dem Essen werde ich von meiner zukünftigen Schwippschwägerin Eva eingeweiht. Eva ist der Kopf der Entführung. Sie senkt ihre Stimme und sagt, in einer Viertelstunde ginge es los. Ich müsse dann ein bisschen wegschauen.

Wiewas wegschauen?

Sie lacht mich aus, das ist so.

Alles ist immer so. Ich bin der Brautbeschützer und nun sagt man mir, in jenem kurzen Augenblick, in dem ich meiner Pflicht als Brautführer nachkommen muss, einfach wegzuschauen.

Ich bin stinkig. Ich gehe zu den Männern. Sie wissen auch nicht so genau, wie mit der Situation umzugehen sei. Sie kennen aber die Regeln.

Was ich mir diesmal merke: Es geht eigentlich nur um den Brautstrauß.

Eine Braut ohne ihren Strauß ist praktisch wertlos. Ich bin erleichtert.

Ich kann mich erinnern, dass die Bewachung des Brautstraußes zu den der drei wichtigen Regeln gehörte.

Weil sich alle an der Schnapsbar und in der Raucherecke tummeln, betrete ich den leeren Speisesaal und im leeren Speisesaal sehe ich den Brautstrauß auf dem Tisch liegen. Kurz überfliegt mich ein Schuldgefühl: der Brautstrauß, Du hast den Brautstrauß aus den Augen verloren. Doch der Überflug ist von kurzer Dauer, ich lasse den Brautstrauß hinter der Gardine verschwinden.

Danach bestelle ich an der Bar einen Verdauungsschnaps.

Beim zweiten Verdauungsschnaps betritt meine Mutter das Wirtshaus und verkündet stolz, die Braut sei entführt. Eigentlich hatte ich erwartet, dass die Frauen aufgeregt den Strauss suchen. Die siegessichere Verkündung meiner Mutter überrascht mich allerdings. Daher checke ich im Speisesaal die Gardinen. Die Brautstrauss ist nicht mehr da. Ich rufe den Bräutigam und seinen Zeugen. Wir müssen los. Doch die anderen Männer weisen mich an, mich zu setzen. Man müsse ihnen eine Viertelstunde Vorsprung geben.

Eine Viertelstunde Vorsprung?

Ja, eine Viertelstunde Vorsprung.

Ich lasse mir wieder von den Männern die Regeln erklären.

Was ich mir merke: Das müsse so sein.

Ich schaue aus dem Fenster und sehe einen Konvoi mit weißen Blumen und Schleifen auf den Autos vorbeirasen.

Mein Vater springt aufgeregt von der Terrasse in den Schankraum: sie sind Richtung Andrian gefahren!

Er ist aufgeregt wie ein Zwanzigjähriger. Er will wissen, wer mich fährt, und erwähnt, wie lächerlich das sei, ein Brautführer ohne Führerschein, was für eine lächerliche Brautentführung. Er schüttelt den Kopf. Ich antworte ihm, der Trauzeuge des Bräutigams würde fahren und der Bräutigam käme mit.

Das ginge ja gar nicht, sagt Vater. Der Bräutigam hat bei der Entführung nichts zu suchen. Der muss warten bis ihm die Braut gebracht werde, basta.

Dem Bräutigam scheint diese Idee zu gefallen. Ich beobachte wie mein Vater geschickt meinen mühsam aufgebauten Rettungstrupp demontiert. Seine jugendliche Aufgeregtheit läßt mich schlimmes ahnen. Er fragt den Trauzeugen nach seinem Auto. Dieser nennt den Hersteller.

Langsame Blechbüchse, sagt mein Vater, damit kommt man doch nirgendwo hin.

Er fuchtelt mit den Händen und sagt: Komm Sohn, ich fahr dich.

Mir graut es. Ich hebe meinen Arm, um dem Trauzeugen feierlich auf die Schulter klopfend zu sagen: Neinnein, wir beide machen das schon.

Doch als ich dazu ansetzen will, strahlt dieser erfreut und sagt, das sei schön, dann könne er ja noch einen Schnaps trinken.

Also formt mein Vater das Team. Ich soll die Rechnungen bezahlen und Marco, der Freund meiner anderen Schwester soll mitfahren. Aufs Auto aufpassen oderso. Marco, Sizilianer, spricht kein einziges Wort deutsch, sagt sicherheitshalber: Ja.

Der kleine Jakob ruft aufgeregt: darfichauchmitdarfichauchmit?

Dann ist die Vorsprungsviertelstunde auch schon vorbei und wir steigen in Vaters Auto. Er tritt aufs Gaspedal und wir quietschen in Richtung Andrian. In Andrian gibt es das Wirtshaus “Zum Schwarzen Adler”, dort wo wir uns nachher zum Kuchenschneiden und Schnapstrinken treffen sollen. Der Bräutigam und die anderen Männer, würden uns später dort erwarten. Die Männer scheinen sich nicht sonderlich für die entführte Braut zu interessieren. Sie nippen am Bier.

Mein Vater trägt einen großen, schwarzen Hut. Das sieht bei ihm total daneben aus. Er flucht über die Entführerinnen: keine Anhaltspunkte haben sie gegeben… was für eine dämliche Entführung… die können jetzt ja überall sein… ja gar bis nach Bozen gefahren… Na-Na… die sollen es sein lassen, wenn sie nicht wissen wie das geht…

Ich sage, der Hut sähe komisch aus. Er hört es nicht. Und dann tritt er auf die Bremse.

Am Ortsausgang steht ein Gasthaus, ich muss hineingehen und fragen ob die Braut dagewesen sei. Der kleine Jakob ist schon aus dem Auto gesprungen und wartet auf mich bei der Gasthaustür. Ich steige aus, fühle mich ein wenig seltsam mit meiner Blume am Revers und betrete das Gasthaus. Jakob folgt mir. Am Tresen stehen ein gutes Dutzend halbleerer Sekt- und Schnapsgläser. Die Wirtsfrau kommt, lächelt müde und sagt zu mir: das macht einundvierzig Euro. Und fügt hinzu: ich müsse alle halbleeren Gläser austrinken bevor ich weiter dürfe. Das habe sie als Auftrag bekommen. Austrinken ist leicht. Der kleine Jakob ist sieben und fragt mich ob er die Sektgläser mit austrinken darf. Seine Mutter gehört zu den Entführerinnen. Deshalb sage ich: ja.

Zurück im Auto fragt mein Vater als erstes ob sie einen Tipp hinterlassen haben. Ich sage: Nein. Ich sage das, weil ich keine Lust habe noch einmal hineinzugehen.

Er schimpft wieder über die miserable Qualität der Entführung und gibt Gas. Wir lassen Nals hinter uns und jagen mit dem Wagen die Kurven ins Tal hinunter Richtung Andrian.

Mitten im Wald kommt eine Kreuzung. Er fragt mich, links oder rechts? Ich sage links und er fährt rechts. Ich frage ihn, wo er den Hut eigentlich her habe.

In einer Kurve stehen drei vier Häuser. Eines davon ist ein Gasthaus. Der kleine Jakob aufgeregt von hinten: Hierhier, Evas Astra!

Ich weiß nicht, wie ein Astra aussieht, aber auf dem Parkplatz vor dem Gasthaus stehen mehrere Autos mit weißen Blumen und Schleifen an der Scheibe. Mein Vater ruft: Volltreffer!

Ich steige aus, Vater steigt aus und der kleine Jakob rennt zur Gasthaustür. Marco bleibt im Wagen. Er schaut auf die schönen Lichter im Tal.

Das Gasthaus ist voll. Ganz hinten sehe ich die bekannten Gesichter der Damen aus der Brautgesellschaft. Ich drängle mich durch die Menschenmassen an der Bar und plötzlich gibt es einen lauten Aufschrei. Ein Sektglas geht zu Bruch. Das Entführungskommando rennt auf mich zu und hält mich fest. Ich weiß nicht so recht, was ich sagen soll, als ich aber meine Schwester sehe, die Braut also, bin ich ziemlich glücklich und rufe: Schwester! Hier bin ich! Ich komme! Halte durch!

Doch meine Schwester schaut mich entsetzt an und ruft dem Entführungskommando zu: Kommt Mädls! Folgt mir! Durch die Küche!

Wie eine Seppelwurzel bleibe ich stehen. Ich schaue dem Frauenhaufen zu, wie er sich hinter die Bar drängt und mit lautem Getöse in der Küche verschwindet. Die Gäste an der Bar sind amüsiert und Jakob zieht an meiner Krawatte. Was los sei, will er wissen. Ich bin der Böse, sage ich. Jakob grinst breit und sagt begeistert: Ja. Und ich bin auch böse.

Draußen herrscht große Aufregung. Mein Vater liegt bäuchlings auf der Motorhaube eines gasgebenden Autos und schreit: Wo ist die Braut?

Weiter hinten auf dem Parkplatz jagen vier Autos mit Blumen und Schleifen an der Scheibe in Richtung Parkplatzausgang. Marco kurbelt die Scheibe herunter und zeigt auf die jagenden Autos. Er ruft: La! La! Le macchine!

Mein Vater lässt das Auto los und sprintet zu seinem eigenen Auto. Jakob springt dazu. Bei mir dauert es ein bisschen länger. Mein Vater schreit.

Wieder im Auto sage ich zu meinem Vater, dass mir sein Hut scheißegal ist. Er beschwert sich, dass wir jetzt wieder nicht wissen, wo sie hingefahren sind. Wir fahren erst in Richtung Andrian weiter, nach einigen Weggabelungen beschließen wir links nach Lana zu fahren, doch dann merken wir, dass Lana zu weit ist und wir kurven dann wieder mit mörderischem Tempo durch die Apfelwiesen Richtung Andrian. Ich sage zu meinem Vater, dass wir aber schon ein bisschen schnell unterwegs seien. Und er sagt, ich solle die Frauen (Scheißweiber, die sollen das Entführen sein lassen wenn sie nicht wissen wie das geht) anrufen, weil sie uns schon wieder keinen Tipp hinterlassen haben. Bevor ich ihn nach seinem Mobiltelefon fragen kann, nimmt er es selbst in die Hand und wählt die Nummer meiner Schwester.

“(Ma porcohittneini) Wo seid ihr denn? (…) Blauer Kirchturm (…) aha (…)”

Er legt wieder auf und sagt: Ein blauer Kirchturm, sie sind in Vilpian.

Ich sage, Terlan habe aber auch einen blauen Kirchturm, und übrigens, der in Vilpian sei doch eher gräulich.

Wir fahren natürlich nach Vilpian, ans andere Ende der Talsohle. Das Etschtal ist kein typisches Alpental. Das Etschtal ist sozusagen eine weite Ebene mit steilen Wänden an den Seiten. Und dazwischendrin eine Art Autobahn, eine Zugstrecke und unzählige zwei Meter breite Asphaltstraßen die die Apfelwiesen durchschneiden. Wir durchschneiden die Apfelwiesen bei Tempo achtzig während mein Vater telefoniert. Ich fange wieder an, seinen Hut daneben zu finden.

In Vilpian gibt es weit und breit keinen Hochzeitskonvoi, also fahren wir in Richtung Süden nach Terlan. In Terlan, auf dem Dorfplatz vor dem bläulichen Kirchturm stehen mehrere blumenverzierte Autos. Alle steigen aus, sogar Marco. Ich bleibe kurz sitzen, erinnere mich aber daran, dass jemand die Rechnung bezahlen muss, nein, nicht jemand, sondern ich, und steige auch aus. Ich latsche über den Platz am Glühweinstand vorbei zum Gasthaus. Am Glühweinstand verrät mich meine Blume am Revers. Die Leute lachen und prosten mir zu. Das ganze Dorf weiß Bescheid.

Ich betrete das Gasthaus, die Gäste machen mir Platz. Das Entführungskommando wurde natürlich längst von meinen männlichen Begleitern verscheucht. Ich gehe zum Tresen und frage nach der Rechnung. Ich setze mich hin, schaue ein wenig betrübt und bestelle einen Schnaps dazu. Die Wirtin lächelt, sagt, dreiundvierzig Euro und fragt, ob ich der Bräutigam sei. Ich nicke, stelle dann aber fest, dass ich nicht der Bräutigam bin sondern der Brautführer, korrigiere mein Nicken und frage ob sie mir den Schnaps doppelt machen könne. Sie macht ihn doppelt und sagt: der geht aufs Haus.

Dann verlasse ich das Gasthaus und auf dem Platz rennt mir der kleine Jakob in die Arme: Wo! bleibst! du! denn!

Dann sehe ich meinen Vater mit mörderischem Tempo quer über den Platz fahren. Der Platz der eigentlich Fußgängern vorenthalten ist. Vor uns hält er und schreit: Wo! bleibst! du! denn!

Ich steige ein. Die Frauen seien vorne links abgebogen, sie seien also unterwegs nach Andrian. Andrian ist gut, denke ich, das Endziel sozusagen. Ich drehe mich zu Marco um und frage ihn auf italienisch, ob er den Hut meines Vaters auch albern fände. Er sagt: Si. Das freut mich.

Die Äpfelbäume verschwimmen bei hoher Geschwindigkeit zu einer grauen Wand. Ich mag das. Es erinnert mich an früher, als es immer so viel geschneit hat, als an der Straße immer die hohen schmutzigweißen Schneewände standen.

Kurz vor Andrian tritt mein Vater voll in die Bremse. Es quietscht. Und als wir stillstehen, stehen wir quer vor einem Parkplatzausgang. Der Parkplatz gehört zu einem Wirtshaus. Mein Vater hat sehr geschickt gebremst, da der Ausgang der einzige Ausgang ist, kann niemand mehr raus. Das Entführungskomitee samt Braut ist sozusagen gefangen. Sozusagen nur. Weil eines der Entführerautos die Situation sofort erkannt hat und dabei ist das eingemauerte Blumenbeet, das den Parkplatz auf der hinteren Seite von der Straße abschneidet, umzufahren. Der kleine Jakob wirft sich auf ein willkürliches Entführerauto, mein Vater versucht das flüchtende Auto aufzuhalten und Marco läuft den Parkplatz ab.

Ich reiße die erste Wagentür auf. Es sind Sabine und ein paar andere Frauen. Wertlos.

Doch beim nächsten Wagen habe ich Erfolg. Es ist Evas Auto und die Braut sitzt drin. Der gesamte Wageninhalt schreit auf. Da die Braut hinten sitzt und die hinteren Türen verschlossen sind, tauche ich vorne über die Eva in den Wagen ein und greife nach der Braut.

Sie schreit Vokale. Später fügt sie den Vokalen Konsonanten hinzu und plötzlich verstehe ich, was sie zu sagen versucht: sie habe den Strauß gar nicht.

Ich überprüfe sie und stelle fest, dass sie die Wahrheit spricht.

Die Braut ohne ihren Strauß, auf diese Situation bin ich nicht vorbereitet. Ich liege wie ein Torpedo in einem Auto, quer über verschiedene Menschen hinweg, halte die Braut fest und realisiere, dass ich eigentlich gar nicht die Braut brauche, sondern den Strauß. Ich frage, ob das die Regeln sind, woraufhin mir die anwesenden Frauen die Regeln erklären.

Was ich mir merke: die Braut ist gar nicht so wichtig.

Dämlicherweise wusste ich das eigentlich schon, somit überlege ich, was nun am besten zu tun sei. Dann fällt mir auf, dass ich ziemlich unbequem liege, also kämpfe ich mich wieder nach draußen. Eva ist erleichtert.

Dann weiß ich nicht genau was geschieht. Was ich registriere, ist Sabine, die versucht Vaters Auto aus der Auffahrt wegzufahren, weil mein Vater die Schlüssel stecken lassen hat und gerade auf der Motorhaube eines anderen Autos liegt. Marco hindert Sabine daran, das Auto von der Einfahrt wegzuparken.

Die Mutter des Bräutigams rennt von einem Auto über den Parkplatz zu einem anderen Auto und hat eine dicke Beule unter ihrem Kleid was verdächtig nach einem versteckten Brautstrauß aussieht. Und Vater liegt später auf der Motorhaube eines anderen Autos.

Als ich wieder koordinierter wahrnehmen kann, steht der kleine Jakob vor mir. Er hält mir grinsend den Brautstrauß entgegen und sagt: jetzt noch die Braut.

Die Braut ist einfach. Der Beifahrersitz im Auto der Braut ist aus irgendeinem Grund frei, ich setze mich hinein und sage der Fahrerin sie solle nun zum Schwarzen Adler fahren. Der Bräutigam warte. Ich hebe den Strauß und alles verstummt. Der kleine Jakob ruft mein Team zusammen und alles scheint sich zum Ende zu neigen. Ich habe es geschafft und die Öffentlichkeit nimmt daran teil. Schön ist das. Ich muß allerdings dreimal wiederholen, dass die Fahrerin jetzt losfahren solle, bis sie mich endlich ernst nimmt.

Irgendwie scheint jetzt alles ruhig geworden zu sein. Die Braut ist unter Dach und Fach, wir sind auf dem Weg zum Bräutigam und es hat keine Toten gegeben. Die Entführung hat ein gutes Ende genommen. Doch dann geschieht die Katastrophe. Die Katastrophe für meine Ehre jedenfalls.

Wir kommen endlich beim Schwarzen Adler an. Auf dem Parkplatz halten wir. Neben uns parkt Sabine. Die Braut steigt aus — und steigt in Sabines Wagen wieder ein. Sabines Auto brummt laut auf und fährt los, talabwärts.

Bevor ich das alles richtig verstanden habe, startet auch Eva den Wagen und fährt los. Jedoch talaufwärts.

So sitze ich in Evas Wagen, hinten lachen die Frauen, und ich versuche vorsichtig ein Bild dieser neuen Situation zu formen. Die erste Sache ist klar, die Braut ist wieder weg. Die zweite Sache ist schwieriger zu verstehen, deshalb frage ich bei Eva nach. Ob sie jetzt umkehren würde und der Braut nachfahre, wenn ich es ihr befehle. Sie prustet und schüttelt den Kopf. Sie fährt achtzig. Den Berg hoch.

Ich bin also ein Gefangener. Ich wäre lieber eine Geisel.

Wir sind schon ein ganzes Stück gefahren, mir fällt keine neue Taktik ein. Es ist nicht einfach, die Aussicht hier oben ist schön, man kann fast das ganze obere Etschtal überblicken, zudem läuft im Radio Schrammelmusik. Doch dann bittet mich Eva, kurz das Lenkrad festzuhalten, sie müsse ihre Jacke ausziehen. Nichts lieber als das, und hier wittere ich meine Chance, ein bisschen Macht über mein eigenes Schicksal wiederzuerlangen. Doch ich traue mich nicht, gefährliche Manöver mit dem Lenkrad zu vollbringen, ich bin ein miserabler Autofahrer.

Doch das bessere Erpressungsmittel bietet sich gleich, als Eva mir verächtlich ihre Jacke auf meinen Schoß wirft.

Sie kehrt abrupt um. Und sie schreit, da sei ihr Handy drin, da sei ihr Geld drin, während ich die Jacke aus dem Fenster halte. Und ziemlich grinse.

Wieder zurück beim Schwarzen Adler befehle ich der Fahrerin anzuhalten. Sie gehorcht. Ich halte den Strauß hoch und sage, dass ich den Strauß habe und ich jetzt reinginge, zum Bräutigam, um ihm den Strauß zu überreichen. Ein bisschen merkwürdig scheint mir das schon, so will er doch die Braut haben und nicht ihren Strauß, aber ging es nicht letztendlich um den Strauß?

Ich lasse mir wieder die Regeln erklären.

Was ich mir diesmal merke: Braut und Strauß sind mir wurscht.

Mit dem zerfledderten Brautstrauß betrete ich das Lokal. Die Männer stehen an der Bar und prosten mir lachend zu (Ein Prosit auf den entführten Brautführer!), ich beschließe sie zu ignorieren, gehe in die Wirtsstube und sehe das glückliche Brautpaar. Die Braut sitzt mit einem strahlenden Lächeln bei ihrem Bräutigam.

Ich setze mich neben sie und verschränke die Arme. Ich bekomme ein Bier.

Nachher kommt mein Vater rein. Die Braut sagt zu mir: Sieht unmöglich aus, der Hut, gell?