Die Oderquelle in der Oderberger Straße schließt. Dort hatte ich das erste Date mit meiner Frau. Das ist jetzt fast 20 Jahre her. Jemand hatte mir das Lokal empfohlen, wahrscheinlich, weil ich damals ständig nach Restaurants suchte, die moderne deutsche Küche anboten, ich war schließlich noch relativ neu in diesem Land und neugierig. Die Oderquelle pries ihre Küche als „brandenburgisch international“ an, der Claim gefiel mir. In späteren Jahren waren wir noch oft dort, wir brachten die meisten unserer Gäste in die Oderquelle.
Viele Jahre später, als ich bereits Herthafan war, fand ich heraus, dass die Gastwirtschaft, die im Jahr 1892 in denselben Räumlichkeiten residierte, auch das erste Vereinsheim von Hertha BSC war. Vor mehr als 130 Jahren. Diese Erkenntnis verschmolz damals zu einer quasireligiösen Fügung.
Die Betreiber der Oderquelle machten aber nie etwas aus dieser Geschichte. Wenn ich es richtig in Erinnerung habe, hatten die eher etwas mit dem SC Freiburg am Hut. Das letzte Mal waren wir vor drei Jahren dort. Es fühlte sich bereits ein wenig aus der Zeit gefallen an. Nicht gut aus der Zeit gefallen, sondern eher etwas lahm. Keine alten Leute, die einfach ihr Ding machen, sondern mittelalte Leute wie ich, die mit den Berliner Neunzigern oder Nullerjahren sozialisiert sind. Aber es passte nicht mehr. Als ich vor drei Jahren dort war, hatte das Lokal keinen guten Vibe. Das Personal war mies drauf, die Gäste waren mies drauf. Draußen mittlerweile Pizza-, Burger- und Asialäden, sowie die internationalen Partypiepels. Drinnen beige Cordsakkos und schlechte Laune. Vielleicht war das auch nur der eine Abend, und mein Empfinden sehr subjektiv, möglicherweise tue ich den Betreibern unrecht. Aber die Energie schien raus.
Wahrscheinlich kommt da jetzt ein Pizzaladen rein. Oder Burger. Oder Asia.
Was ist sonst noch passiert? Der Flug nach Belgrad hat sich von Samstag auf Sonntagfrüh verschoben. Ich bin wegen der Dienstreise in Hamburg geblieben und werde morgen diese extra Zeit als Gelegenheit nutzen, mir die Stadt bei Tageslicht anzusehen, damit sich mein Empfinden für Hamburg nicht ganz so verdunkelt, wie es gerade droht. Vielleicht besuche ich die Landungsbrücken, vielleicht auch die Hafencity, die war damals noch nicht gebaut, als ich hier wohnte, ich kenne sie nur von den Bildern. Lu und ich redeten gestern auch über die Elbphilharmonie bzw. über den Kaispeicher A., wie das Vorgängergebäude hieß, dem man dann diese schicke Krone aufgesetzt hat. Dort saßen wir an der Kehrwiederspitze am Wasser und tranken Rotwein. Lu, ihr damaliger Freund M, Kid37, Axelk, meine damalige Freundin und ich. Das war eine gute Zeit.
Komisch, dass ich offenbar nicht darüber geschrieben hatte. Im Blog finde ich dazu nichts. Aber hey, bei Lu habe ich dazu noch etwas gefunden! Mit Bildern!





