Die ersten Menschen haben die Novelle nun gelesen und schreiben sinngemäss: „habs in einem Rutsch durchgelesen“.
Okay, dachte ich, ich habe ja auch nur ein halbes Jahr daran geschrieben, damit es in der Mittagspause weggelesen werden kann.
Die Empörung ist natürlich nicht ganz echt. Das zweite, darauffolgende Gefühl war hingegen: Die Geschichte fesselt offenbar.
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Am Abend malten wir dann das Fanclubbanner. Nur in einer kleinen Runde, das Fanhaus an der Cantianstrasse war nicht frei, also wichen wir auf die Wohnung der Vorsitzenden aus. Das Banner ist 6 Meter lang und 1 Meter hoch. Es gibt erstaunlich wenige Flächen auf Wohnungsböden, die eine solche durchgehende Grundfläche zur Verfügung haben, wenn man bedenkt, dass man daneben auch noch Platz für Menschen braucht, die dort knien und malen. Im Stadion wirkt so ein Banner ja immer klein. So legten wir das Banner leicht schlängelnd vom Wohnzimmer halb in den Hausflur hinein.
Wir malten weisse Acrylfarbe auf blauem Spezialtextil. Drei grosse Buchstaben und Sterne. Es wird über Nacht trocknen und morgen kann es schon gefaltet werden, Damit werden wir es am Samstag ins Stadion hängen.
Einmal kleckerte ich. Einen weissen Tropfen auf ein Meer von blauem Tuch. Der Fleck liess sich nur mittelmässig gut wegrubbeln. Siebzigtausend Menschen werden am Samstagnachmittag auf den Fleck zeigen und sagen: was für eine Schlamperei.
Weiss auch nicht, warum ich heute so dad-jokey bin.