Dann kippte ich das gesamte Blog (1,2 Millionen Wörter) in die KI und ließ sie ein Psychogramm von mir erstellen. Das ist der Vorteil, wenn man solche großen Textmengen aus der Ich-Perspektive produziert hat. Heraus kamen durchaus interessante Details, deren ich mir nicht bewusst war. Die KI wunderte sich über meinen niedrigen Neurotizismus, bei gleichzeitig hoher Selbstreflexion. Das ist offenbar eine ungewöhnliche Konstellation. Menschen mit hoher Selbstreflexion sind in der Regel auch neurotisch. Außerdem attestierte sie mir Humor und komplexe Denkmuster. Das gefiel mir alles.
Ich befragte sie auch nach Narzissmus. Manchmal glaube ich nämlich, dass ich narzisstisch bin, auch wenn andere Menschen behaupten, das träfe nicht auf mich zu. Die KI schloss Narzissmus bei mir kategorisch aus, sie wusste aber auch, warum ich auf diesen Gedanken gekommen sein könnte, und erklärte mir die Gründe.
Zudem befragte ich sie, ob sie depressive Muster erkennen könne. Da war die Tendenz dann nicht mehr so deutlich. Dennoch ist die emotionale Bilanz positiv. Knapp, aber positiv. Sei erkannte auch, dass 2022 das einzige Jahr war, in dem die emotionale Bilanz ins Negative kippte. Ich kann das nachvollziehen, die private Situation war da nicht immer gut, zudem begann der Krieg in der Ukraine, der viel Düsterkeit über mich legte. Andererseits bekamen wir in jenem Jahr die Hündin.
Sie zeigte mir auch meine Schwächen auf bzw. die negativen Merkmale. Die las ich aber nicht. Zumindest nicht offiziell. Mein inneres Tribunal braucht diese Info nicht.
Immerhin fand sie keine Spuren von Sarkasmus oder Zynismus. Das hätte ich nicht gemocht.
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Dann schaute ich endlich Tapeziervideos. Zumindest eines. Ich fand ein Video von Hellweg, das dauerte 4 Minuten, und ich fragte mich, warum ich das so lange vor mir hergeschoben hatte. Die Essenz aus dem Video: Man muss beim Tapezieren genau sein.
Genau sein. Davor habe ich Angst.
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