Ich gehe so unfassbar gerne mit den letzten Sonnenstrahlen ins Bett. Wenn noch das letzte Tageslicht durch das Fenster hereinkommt. Wenn der Tag von mir geht. Bald schließe ich mich den Hühnern an. Warte auf den Hahn, der uns einsammelt und uns durch den Eingang zu unserem Stall auf die Stöcke bittet. Dort höre ich ihm zu, wie er ein letztes Mal kräht, dann schließe ich mild lächelnd meine Äuglein und falle in einen tiefen Schlaf.
#
Es erstaunt mich, wie wenig Resonanz die Sperrung von Anthropics neuem KI-Modell für nichtamerikanische Staatsbürger erhält. In den Fachmedien ist das ein Riesenthema. In den großen Medien und im breiten Diskurs hingegen nicht. Dabei hat diese Sperrung eine ungeheure politische Schlagkraft aufgezeigt, die keinesfalls technisch ist, sondern potenziell die europäische Wirtschaft abwürgen kann. Künstliche Intelligenz wird dummerweise immer noch als technisches Thema und nicht als wirtschaftliches bzw. geostrategisches betrachtet. Anders als die Sache mit den Zöllen. Alle redeten von den Zöllen. Zölle, Zölle, Zölle. Aber wenn es um KI geht, dann ist es ein Tech-Thema.
#
Heute fuhr ich zum ersten Mal mit dem Fahrrad in die neue Firma. Die Fahrt dauerte nur 29 Minuten. Es ging schneller, als gedacht. Auf dem Rückweg traf ich meine Frau wieder unten an der Straße. Sie saß mit der Hündin in einem dieser hölzernen Parklets. Es war 21 Grad und keine direkte Sonne. So etwas wie ein perfekter Abend. Wir wollten nicht in die Wohnung hinauf. Ich sagte, ich ginge zum Späti, um uns zwei Biere zu holen. Im Späti griff ich zu einem Atlantik Ale und einem dieser neuen Wild Coast Ales von Störtebeker. Als ich an der Kasse stand, bemerkte ich, dass ich die alkoholfreien Varianten ausgewählt hatte, also kehrte ich zurück zum Kühlschrank und holte mir zwei neue Flaschen aus dem Regal darunter. Zurück bei meiner Frau öffnete ich das erste Bier, nahm einen Schluck und fand es etwas brotig schmecken. Ein Blick auf das Etikett verriet, dass ich wieder ein alkoholfreies gekauft hatte. Sofort checkte ich die andere Flasche und auch diese war alkoholfrei.
Ich weiß nicht, was das Schicksal mir damit sagen will.
Vielleicht, dass ich mich mehr bewegen soll. Also kehrte ich wieder zum Späti zurück und tauschte die beiden Flaschen, wovon ich eine natürlich bezahlen musste. An der Kasse merkte ich, dass ich schon wieder zur alkoholfreien Variante gegriffen hatte. Zu meiner Verteidigung muss ich sagen, dass der Spätibesitzer die Flaschen völlig unsystematisch in den Kühlschrank geräumt hatte. Das sagte ich ihm auch, als er mich so genüsslich anlächelte. Es schien ihn aber nicht zu kratzen.
#

ich werde beim späti ganz oft gewarnt, dass ich alkoholfrei kaufe. gewarnt! umgekehrt ist es mir letzte Woche passiert, dass mir die Freundin ein Bier gegeben hat, und ich trinke so und: bist du sicher dass das alkoholfrei ist? die Freundin so: ja. und ich so: dann ist das aber erstaunlich gut. [es hatte nämlich diesen metallisch säuerlichen Beigeschmack von Alkohol. ]schau ich aber auf die Flasche: 5%
Freundin rennt fassungslos in die Speis und tatsächlich, in den Bierkasten haben sich zwei alkoholische doubles eingeschlichen. die mathematische unwahrscheinlichkeit, dass es gerade mich trifft, hat sie erschüttert. Freundin so: du kannst auch noch ein alkoholfreies haben. ich so: schon ok. und dann habe ich es tapfer ausgetrunken.
Das Schicksal wird dir sicherlich auch etwas sagen wollen. Aber was nur.
Übrigens: du kennst schon das neue „Hazy“ alkoholfreie von BRLO?