Ich jammere nie über das Wetter. Den ganzen Herbst nicht, den ganzen Winter nicht und das ganze Frühjahr nicht. Jetzt aber. Jetzt kommt die Jahreszeit, in der ich jammern darf.
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Dann kann ich auch Biergärten nur mittelmäßig viel abgewinnen. Bier ist okay, Garten auch, aber wenn die Hitze so frückt, werde ich unleidlich. „Frückt“ war ein Typo. Weil das Wort aber so klingt, wie meine Gefühle sich anfühlen, lasse ich es stehen. Heute gingen wir für ein Afterwork-Bierchen ins ehemalige Brauhaus am Südstern. Seit Kurzem heißt es Brauhaus Suuud. Es hat eine neue Führung, die etwas mehr zu versprechen scheint, als das alte Brauhaus halten konnte. Irgendwas stimmte unter der alten Führung nie. Jahrzehntelang. Für junge Menschen war es zu altbacken, für alte Leute zu hipp, für Mainstream zu rustikal und für hippe Leute zu unhipp. Dann kam es mit einem Stern im Logo irgendwie kreuzbergisch autonom daher, aber auch diese Erwartung erfüllte es nicht. Dabei hatte das Lokal immer ungemeines Potenzial, wegen der weitläufigen Räume, des Gartens in der Hasenheide und überhaupt.
Früher braute da Schoppe seine Biere, aber das Gasthaus wollte keine Experimente. Dann zog Schoppe aus und braute fortan am Pfefferberg. Seit Kurzem haben neue Leute das Lokal übernommen. Die betrieben bisher offenbar eine subversive Bar in 36 (sagt man noch 36?). An der Inneneinrichtung hat sich bisher nichts getan, aber hinten haben sie den Biergarten zur Hasenheide hin geöffnet, das ist richtig nett. Und sie servieren Blumenkohlschnitzel, das zwar nicht besonders schmeckte, aber man merkt, dass sie sich bemühen.