[Do, 25.6.2026 – wie wir wurden, Hitze und Hitze und Angst vor Hitze und weiße Kleidung]

Vorgestern mit Benny und Nico aus meinem Fanclub im Zosch an der Tucholskystraße gewesen. Eigentlich wollten wir uns nur auf einen Drink treffen, um eine Entscheidung zu fällen, wie wir mit unserem Chattool weiter verfahren. Die Entscheidung trafen wir aber schon, bevor mein Bier auf dem Tisch stand. Wir redeten erstaunlich wenig über Hertha, dafür legten wir viele persönliche Themen auf den Tisch. Neben politischen Themen auch Männerthemen. Über unsere Prägung, wie wir daraus herauskamen, wie wir zu den Männern wurden, die wir geworden sind, was uns verändert hat. Vor allem mit Nico teile ich eine Kindheit und Jugend auf dem Dorf. Es gab in unserem Leben soziale Realitäten, deren wir uns schlichtweg nicht gewahr waren. Vor allem im Hinblick auf unsere männliche Entwicklung. Dieses Gefühl, nicht auf Feuerwehrfeste zu passen etc. Ich will das jetzt hier nicht vertiefen, weil die Geschichten der anderen zu persönlich sind, um sie hier auszubreiten, aber vielleicht gehe ich hier über meine Biografie einmal genauer ein.

Ab jetzt geht es mit den Temperaturen aufwärts. Ich weiß nicht, warum mich das so beschäftigt. Als Teenager verbrachte ich mehrere Sommer auf Reisen in Mittelitalien. Trampte in der prallen Sonne auf der Autobahn, schlief tagsüber in der Sonne an baumlosen Stränden. Immer in dunkler Kleidung, Jeans, auch eine Jacke hatte ich immer dabei, zumindest über die Schulter geworfen. Auch damals mochte ich die Hitze nicht, aber seit ich mir dessen auch bewusst bin, halte ich es kaum noch aus. Und natürlich wird es schlimmer, je mehr ich mich damit beschäftige. Wenn ich in der Wetter-App am Ende der Woche 41 Grad sehe, dann bekomme ich schon Beklemmungen. Deswegen versuche ich diesmal einfach drauf zu scheissen. So nämlich.

In irgendeinem Psychotest erhielt ich einmal als Ergebnis, dass ich mich selbst beruhigen kann, und offenbar führt das bei der Einordnung in den sogenannten „Big Five“ dazu, dass ich wenig neurotisch bin. Das habe ich immer als eine gute Eigenschaft verbucht. Hitze ist aber offensichtlich mein Boss-Level.

Heute wurde es 34 Grad. Ich entschied mich für eine weiße, kurze Hose, ein weißes Hemd und weiße Turnschuhe. Jegliche Wärme sollte von mir abprallen und zurück ins Universum geschickt werden. Im Büro fragte man mich, ob ich zum Tennis gehen würde. Aber: So ein White-privileged-Boy-Look ist zur Abwechslung mal wirklich kein schlechter Look.

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