[Do, 2.7.2026 – Beißer, Kneipensterben]

Am Morgen saß eine riesige Heuschrecke auf der Innenseite meiner Nachttischlampe. Ich google-lenste sie und heraus kam die Antwort, dass es sich um einen südlichen Irgendwas-beißer handelte. Eine Heuschreckenart, die in Afrika beheimatet ist. Von so viel apokalyptischer Symbolik überwältigt, griff ich sofort zu einem T-Shirt und warf es aus dem Fenster.

Jetzt, wo ich das aufschreiben will und gerade recherchierte, wie das Tier nochmal heißt, sagte mir das Internet, es handle sich um eine in Berlin heimische Langfühlerschrecke aus der Familie der Laubheuschrecken (Tettigoniidae). Keine Rede mehr von Afrika. Keine Apokalypse mehr.

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Der vorletzte Tag vor dem Urlaub. Jetzt komme ich nicht mehr mit der Arbeit hinterher. Es sind noch so viele wichtige Dinge zu erledigen, zu übergeben und zu verschieben. Eigentlich passt der Urlaub gerade überhaupt nicht, ich habe gerade so viele spannende Themen in Arbeit, aber andererseits freue ich mich so sehr auf den Urlaub, dass ich gar nicht weiß, wofür ich mich entscheiden möchte, wenn ich entscheiden könnte.

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Dann in Neukölln gewesen und mich sehr über das Kneipensterben dort gewundert. Bis noch vor wenigen Jahren ging ich sehr oft in der Gegend nördlich der Weserstraße aus. Meine Lokale haben alle ersatzlos die Türen geschlossen. Das LagerLager, der Damensalon, die Black Lodge. Nur verschlossene Türen und das Logo hängt noch an der Fassade. Dafür waren wir in einer anderen Bar, sie hieß irgendwas mit Queers. Der Barmann ignorierte mich offensiv, kümmerte sich aber aufopferungsvoll um die anderen. Bis er mitbekam, dass ich mit einer Frau verheiratet bin. Dann regte er sich zuerst auf, und dann sagte er, wie schade das sei, ich sei ja total sein Typ und auf einmal wurde er superfreundlich. Ich habe keine Conclusio. Aber am Ende des Abends verabschiedeten wir uns mit einer Umarmung.

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Und nein, meine Novelle liegt wirklich nicht standardmäßig auf meinem Nachttisch. Muss wohl mit den Umräumarbeiten zu tun gehabt haben.

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