[Do, 23.7.2026 – Wildkamera, Reisen generell, Familien-Instrumentarium]

In die Stadt gefahren, um nach den Wildkameras zu suchen, die ich hier installieren wollte. Meine Unternehmung blieb allerdings erfolglos. Es gibt ein Geschäft, etwa anderthalb Stunden von hier entfernt, in südlicher Richtung, da will ich aber nicht hin, das sind nämlich anderthalb Stunden in Richtung Berlin, das würde sich wie ein vorgeglühters Urlaubsende anfühlen. Ich werde den Ort am Samstag durchfahren, wenn ich mich tatsächlich auf dem Weg nach Berlin befinde, ich werde winken, vielleicht kehre ich dann nächstes Jahr im Mai ein, auf der nächsten Schwedenreise, da hatte ich dann neun Monate Zeit, mir Gedanken über das richtige Kameramodell und die richtige Batterie und das richtige Solarpanel zu machen.

Ach, neun Monate. Das ist schon eine lange Zeit. Eventuell überlegen wir, im Oktober oder November noch einmal zu kommen. Ohne die Hündin aber, dann können wir fliegen. Der Flughafen ist ja wirklich nicht weit entfernt, nur etwa 40 Minuten mit dem Auto, man könnte sich ein Auto mieten, für ein langes Wochenende. Andererseits verreise ich so gerne mit der Hündin, und ohne Hündin macht es hier auch nur so mittelmäßig Spaß, bzw. natürlich macht es auch ohne sie Spaß, aber ohne Hündin würde ich ständig denken, was sie gerade macht und dass sie es hier doch immer so gerne mag, sie hat hier ja wirklich die Zeit ihres Lebens. Natürlich ist es ihr prinzipiell egal, wo sie ist, solange sie von ihrem Rudel umgeben, aber hier hat sie schon noch einmal eine ganz andere Bindung zu ihrer Umgebung, als wenn sie in Berlin ist, wo sie vornehmlich unter meinem Schreibtisch liegt. Hier liegt sie nämlich an einer strategischen Ecke vor dem Haus in der Sonne und behält den ganzen Laden im Blick. Eine nicht zu unterschätzende Lebensaufgabe.

Und sonst so.

Ich baue meine Sache ab. Meine Frau wird noch eine Woche länger bleiben, die Scheune will ich aber vorher zugeschlossen bekommen. Auch das Boot muss ich noch aus dem Wasser ziehen und die Dusche muss vielleicht abgebaut werden, sie wird die Winterstürme nämlich nicht überleben.

Am Abend kochen wir Wokgemüse. Meine kleine Schwester befindet sich aber kurz vor einer akuten manischen Phase und meine ganze Familie ist in Aufregung und sehr besorgt. Am Abend führe ich viele Gespräche. Mehrmals mit meinem Vater. Auch mit meiner Mutter, die sich in einer Krisensituation befindet. Sie haben kein Instrumentarium, wie sie mit solchen Situationen umzugehen haben. Ich telefoniere mit meiner Schwester, aber mit Menschen in einer manischen Phase zu reden, ist nie zielführend, es wird in den nächsten Tagen wahrscheinlich wieder böse enden. Während der Gespräche, die sich den ganzen Abend zogen, kippte ich eine Flasche Cidre und sicherlich 5 Biere in mich hinein. Ich saß die ganze Zeit draußen mit dem Telefon am Ohr. Nach Sonnenuntergang kommen kleine Mücken, sie werden hier Knotsen genannt. Sie stechen mich nicht, ich weiß aber, dass sie meinen Schwager stechen, dennoch nerven sie. Vor allem, wenn ich telefoniere. sie schwärmen ständig vor meinem Gesicht, vor meiner Nase, man will sich deswegen durchgehend kratzen und alles von sich wischen.

Schreibe einen Kommentar