[Fr, 24.7.2026 – Trüffel, Fähre, Hummeln]

Am Hang unterm Haus gräbt unsere Hündin ständig in der Erde, steckt ihre Schnauze in den Boden und gräbt wieder von vorn an einer anderen Stelle weiter. Gelegentlich holt sie dabei kleine, runde Steine heraus. Das macht sie auch manchmal in Berlin. Dort unterbinde ich es aber, weil sie sonst den ganzen Park umpflügen würde. Sie will nämlich, dass ich den Stein aufhebe und werfe. Weil sie nichts lieber tut als das: etwas Rundem hinterherlaufen, das durch die Luft fliegt.

Deswegen nahmen wir ihr heute auch wieder die Steine ab. Meine Frau wunderte sich aber, dass die Steine weich waren. Tatsächlich hatte sie mehrere solcher Steine ausgegraben und sie waren alle weich. Wir gingen hinauf zum Haus und schnitten sie auf. Sie waren innen schwarz. Wir machten ein Foto und schickten es der KI, die uns erhellte: Es handelte sich um einen Trüffel. Allerdings um einen sogenannten Hirschtrüffel, also keine essbare Variante. Das begeisterte uns dennoch. Kann es sein, dass wir hier seit fast 5 Jahren eine Trüffelhündin haben? Deswegen wollte ich auch gleich wissen, ob hier in der Gegend Trüffel wüchsen. Das ist hier allerdings nicht der Fall. 300 Kilometer weiter südlich, in Schonen, hingegen schon, das sei sogar eine an Trüffelpilzen sehr reiche Gegend. Offenbar wachsen sogar in Südtirol Trüffel, auch in der Gegend um Meran, wo meine Mutter und meine Schwestern wohnen. Ich werde beim nächsten Besuch sehr darauf achten, wo meine Hündin ihre Schnauze in die Erde steckt.

Am Samstag wollte ich eigentlich früh fahren, um die Fähre in Gedser um 13 Uhr zu schaffen. Im Laufe des Tages entschied ich mich dafür, die Fähre um 15 Uhr zu nehmen, ich müsste hier also erst gegen acht oder neun Uhr los. Dann bin ich gegen acht Uhr in Berlin. Als ich dann endlich am Abend die Fähre buchen wollte, stellte sich heraus, dass diese Fähre bereits ausgebucht ist und auch die Fähre um 18 Uhr. Lediglich die Fähre um zwanzig Uhr stand noch zur Auswahl. Das ist eine ungewohnte Zeit zu reisen, aber trotzdem gefällt mir der Gedanke. Ich muss morgen früh ohnehin noch das Boot aus dem Fluss ziehen. Mein Schwager kann das nicht alleine, man braucht vier Arme dafür, und mein kleiner Citroën ist etwas rustikaler als sein sportlicher Volvo.

Aber Mensch. Ich habe keine Lust, zurückzufahren. Am Montagmorgen habe ich gleich einen Termin mit dem Datenschutzbeauftragten. Wir haben ein schwieriges Thema auf der Agenda. Ich beginne die Woche sofort hart. Ich bestand darauf, diesen Termin sofort an dem Montag nach meinem Urlaub wahrzunehmen. So gehe ich immer vor.

Seit vorgestern kriechen dutzende Hummeln im Gras herum. Ich befragte das Internet danach. Jetzt stellt sich heraus, dass Hummeln im Juli an einem Lindenproblem leiden. Vor unserem Haus steht eine imposante, 80 Jahre alte Linde. Laut Internet sorgen Linden dafür, dass sie mit ihrem Geruch noch Hummeln anziehen, obwohl sie bereits keinen Nektar mehr in ihren Blüten tragen. Hummeln können sich daher nicht mehr ernähren, und weil sie zum Fliegen einen enormen Aufwand betreiben und somit mehr Energie verbrauchen, als sie aufnehmen können, fallen im Juli sehr viele Hummeln um Lindenbäume herum zu Boden, weil sie nicht mehr fliegen können, wo sie dann verenden. Man kann ihnen helfen, indem man ihnen Zuckerwasser zu trinken gibt. Wenn die Hummeln sofort ihre Rüssel nach dem Wasser ausstrecken, waren sie nur erschöpft und werden nach der Stärkung wieder fliegen können. Bis zur nächsten Linde zumindest. Ein paar von denen konnte ich helfen. Aber die Hummelwelt konnte ich jetzt damit nicht retten.

Ich packte dann den ganzen Tag. Ich schloss meine Maschinen weg, und duschte mich draußen mit lauwarmem Wasser bei kühlem und starkem Wind. Leider werde ich meinen Rasenmäher nicht richtig sicher verstauen können. Ich verlasse mich auf meinen Schwager, der im August das Haus winterfest macht, dass er die Maschine einigermaßen verstecken und mit der Kette des Bootes verbinden kann. Im Mai funktionierte das einigermaßen gut, aber da waren wir nur 5 Wochen weg. Leider bekomme ich die Scheune nicht richtig verschlossen. Dafür hätte ich noch einmal in die Stadt fahren müssen, um drei weitere Schiebeschlösser zu kaufen. Aber auch das wird nicht wirklich helfen, wenn jemand wirklich einbrechen will, dann wird er einbrechen können. Nun denn, ich werde mich an diese Unsicherheit gewöhnen müssen. Vielleicht sind meine Gefühle für den Rasenmäher einfach zu stark. Wegen der Kreissäge mache ich mir keine Gedanken. Auch nicht um den Bohrer, den Rasentrimmer, die vielen Schrauben, den Bohrer, die Schleifmaschine. Sogar um den Pizzaofen mache ich mir keine Gedanken. Aber schon um diesen Rasenmäher. Er hat mir hier wirklich geholfen.

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