Wenn Menschen von schönem Wetter sprechen, meinen sie Wetter mit Sonnenschein. Natürlich verstehe ich diesen Gedanken, Menschen denken dabei an Hochzeitsfeiern oder ans Grillen im Garten. Ich nenne Temperaturen über 30 Grad mittlerweile schlechtes Wetter. Einfach so, um mit meiner schlechten Laune nicht alleine zu sein. Eine Sache kann ich den hohen Temperaturen allerdings abgewinnen. Man kann sich wunderbar schlecht kleiden und alle Menschen bringen dafür Verständnis auf. Die letzten Tage lief ich mit den ganzen Fehlkäufen ins Büro. Bunte, kurze Hosen mit komischen Mustern oder kurzärmlige Hemden mit einem Aufdruck von Papageien, oder Blumenmustern. Ich kann mich noch daran erinnern, wie ich diese Kleidungsstücke kaufte, ich folgte dabei immer einem Gedanken: etwas wagen zu müssen. Mut lohnt sich ja meistens.
Im Büro sagte ich immer: Sorry, dass ich so aussehe. Das Wetter ist unerträglich.
Alle nicken immer und zeigen auf ihre eigene Kleidung.
Und sonst so.
Es waren gerade drei sehr anstrengende Tage. Abends ging ich mit der Frau und der Hündin in den nahegelegenen Park. Wir holten uns ein Bier beim Späti und redeten über die Dinge. Es gibt neuerdings ein leichtes Pale Ale von Störtebeker, es nennt sich „Wild Coast Ale“, das ist ein wirklich gutes Bier, mit fruchtigen Aromahopfen, aber leicht, weniger Alkohol, diese Brauerei aus Stralsund kennt ihr Handwerk. Und meinen Geschmack. Wir tranken es gestern bei 23 Grad und ohne direkte Sonne. Ich glaube, das ist die perfekte Temperatur. Meine Frau behauptet, dass ich das oft sage. Perfekte Temperatur. Das passiert immer irgendwo zwischen 16 und 23 Grad. Wir führen aber keine Statistik.
Heute wurde unsere Hündin von einer anderen Hündin anlasslos attackiert. Ich kenne die andere Scheißhündin. Sie hat mein Tier schon vor drei Jahren einmal attackiert. Die Halterin sehe ich immer wieder mal im Kiez, sie hält ihre Hündin mittlerweile immer an der Leine. Außer gestern. Leider bemerkte ich es zu spät. Meine Frau und ich saßen auf der Bank. Unsere Hündin lag im Gras, vielleicht 10 oder 15 Meter von uns entfernt, und kaute an Graspitzen herum, dann näherte sich plötzlich, wie aus dem Nichts, diese Hündin, und ging direkt auf ihren Hals los. Wie ein besoffener Schlägertyp, der sich ein Opfer heraussucht. Es kam nicht zu einem Biss. Meine Hündin reagierte sofort mit einem Schrei und rannte davon, die andere Hündin jagte hinterher, dabei kam es noch zu mehreren Kontakten. Meine Hündin verteidigte sich zwar, aber sie hatte keine Lust auf den Stress und blieb daher eher im Fluchtmodus. Wir Menschen gingen gleich dazwischen. Aber eigentlich regte ich mich über die Halterin auf. Ja, ist nicht cool für sie, dass sie so ein Aggrotier hat, und ich kann mir vorstellen, dass man mal einen Spaziergang ohne Leine versuchen will, aber dann sollte sie das Verhalten ihres Hundes auch schnell erkennen. Der Angriff kam ja nicht aus dem Nichts. Mensch, hat mich total aufgeregt.
Meine Hündin hatte danach noch eine Stunde lang Puls und kam aus dem Hecheln nicht mehr heraus.
Danach gingen wir nach Hause, kochten etwas, ich legte mich mit dem Tablet und Hertha gegen Bochum ins Bett und war schon bei Anpfiff schläfrig. Das muntere Spiel machte dann auch mich munter. In der Halbzeitpause nickte ich allerdings kurz ein. Am Ende gewannen wir 1:0. Das war ein schöner Saisonauftakt.
Seltsam unausgewogener Text.

Ich hatte schon zwei Führungen in der Brauerei, einmal mit Verkostung (das kann ich aber nicht wiederholen). Das sind wirklich gute Leute. Leider vertrage ich Alkohol gar nicht mehr.