Gerade aus logistischen Gründen keine Zeit, die Dinge aufzuschreiben. Meine Schwiegereltern sind zu Besuch und die Tastatur meines Laptops ist kaputt, was bedeutet, dass er nur an meinem Schreibtisch mit der Dockingstation zu betreiben ist, da aber mein Arbeitszimmer gerade belegt ist, verfüge ich nicht über mein Schreibgerät. Außerdem wurde mein Chef gestern entlassen, deswegen traf ich mich mit ihm am Abend auf einen Drink, wo wir ein bisschen über die Dinge redeten. Entlassungen sind schon immer etwas Emotionales, aber meine Einstellung dazu, sowie auch seine, ist: Unsere Chefköpfe rollen immer als erste. Das ist okay so. Wenn ich das sage, fühle ich mich immer wie ein Vollprofi. Jetzt bin eben ich in der zweiten Hierarchieebene statt er. So laufen die Dinge.
Apropos rollende Köpfe. Mein Schwiegervater ist total angetan von diesem leichten, neuen Wild Coast Ale von der Störtebeker Brauerei. Es ist nicht ohne Grund immer als Erstes ausverkauft. Heute fragte er mich, was das Wort „Störtebeker“ eigentlich bedeutet, und weil ich vier Jahre lang in Hamburg wohnte, weiß ich natürlich alles über Hamburg und fing an, über den Piraten Klaus Störtebeker zu referieren, bis hin zur Geschichte mit dem rollenden Kopf, der das Leben seiner Matrosen rettete. Leider stellte sich nachher, als ich im stillen Kämmerlein auf mein Telefon schaute, heraus, dass ich zum einen die Geschichte mit dem rollenden Kopf falsch in Erinnerung hatte, aber auch, dass es sich bei Klaus Störtebeker weitgehend um eine Legende handelte. Ähnlich wie Robin Hood. Allerdings gab es ihn immerhin als real existierende Person, die als Pirat ihren Lebensunterhalt verdiente, aber die Geschichten sind Legenden.
Nun.
Ein underwhelmtes Gefühl blieb übrig.
Einen wirklich guten deutschen Ersatz für das Wort „underwhelming“ gibt es nicht. Enttäuschend ist ein gutes Wort. Aber nicht, wenn man underwhelmed ist. Underwhelming hat dieses Dämpfende, wie ein Pft, das die Luft rauslässt. „Ernüchternd“ vielleicht, oder „wenig berauschend“. Aber weder „nüchtern“ noch „wenig rausch“ spielt in meiner Lebenswelt eine positive Rolle.

Aber „ernüchternd“ passt in der Negativität doch durchaus zu dem eher nicht so positiven underwhelmten Gefühl, oder? Finde „unterwältigt“ als Anglizismus sonst auch ganz fein. 🙂