[Mo, 31.8.2026 – Parklet, Texte, Alarm]

Am Sonntag noch mit der Traveling Lady und ihrem Freund auf eine längere Hunderunde im Kiez gewesen. Ich stellte fest, dass ich den ganzen Sommer lang kein einziges Mal mit dem Kajak ins Wasser gegangen bin. Nicht einmal in Schweden, weil ich das Kajak in Berlin ließ. Sie war hingegen schon mehrmals auf dem Wasser. Sie macht es einfach. Ich denke zu viel darüber nach. Sie hat aber auch einen Hund, der sich ohne zu murren in ein Paddelboot setzt, während meine Hündin nicht mal auf einen Sofasessel springt, weil das für sie zu wenig fester Boden unter den Pfoten ist. Aber jetzt fängt der September an. September und Oktober sind die besten Monate, um ins Wasser zu stechen.

Unterwegs kam mein Schwager dazu. Er und die Traveling Lady kennen sich vom letzten Sommer aus Schweden. Danach wollten wir den Spaziergang in einer Aperitifbar beenden, aber wir befanden uns jetzt in einer seltsamen Gegend zwischen Lichtenberg und F’Hain, wo es schlichtweg keine Aperitifbars gab oder zumindest keine Bar, die an einem Sonntagnachmittag geöffnet hat. Wir hätten in den Südkiez gehen müssen oder in den Prenzlauer Berg, aber das war uns zu umständlich, also gingen wir zurück zu meiner Wohnung und setzten uns in dieses hölzerne Parklet mit den Bänken auf der Straße. Da passen ziemlich genau vier Menschen hinein. Als meine Frau davon erfuhr, kam auch sie herunter und gesellte sich zu uns. Wenn man den Bauch einzieht, kann man dort auch zu fünft oder zu sechst sitzen. Zuvor hatten wir uns ein paar Biere beim Späti geholt und so ließen wir den Nachmittag ausklingen.

#

Frau Fragmente hat den ganzen August lang täglich gebloggt, jetzt stellt sie es aber ein und will es auf nur zwei bis dreimal pro Woche reduzieren. Einen eigenen Rhythmus finden. Als ich mir sagte, dass ich einen Monat lang durchbloggen will, dauerte dieser Monat ziemlich genau 5 Jahre. Seit etwa einem Jahr habe ich die Frequenz etwas heruntergefahren, auf 5 bis 6 Beiträge pro Woche. Die Entscheidung traf ich damals bewusst, weil ich mehr Zeit der Romanarbeit widmen wollte. In Wahrheit schreibe ich nur weniger. Für das Blog zu schreiben ist offenbar ein ganz anderes Output-Ventil, das nicht viel mit anderer Schreibarbeit zu tun hat.

Diese Blogtexte kosten wesentlich mehr Zeit, als man denken würde. Meistens sitze ich eine Stunde lang dran. Manchmal zwei oder drei. Manchmal auch nur 15 Minuten. Fünfzehn Minuten sind aber selten.

Ich schreibe einfach gerne. Ich verbringe gerne Zeit mit der Erstellung von Text. Es kommt dabei etwas Gutes aus mir heraus. Schon nur deswegen hat es für mich keine Bedeutung, Texte mit KI zu erstellen. Es ist der Prozess der Entstehung, der mir am meisten Freude macht, nicht einen Text fertig zu haben. Das habe ich schon einmal so ähnlich geschrieben. Ich muss das mal festhalten und einen KI-Disclaimer schreiben.

#

Ich war shoppen. Ich benötige Hemden und auch Hosen und Schuhe. Alles, was ich suchte, fand ich. Auch Unterhosen. Dass ich die brauche, wusste ich aber vorher nicht. Bei Uniqlo haben sie seltsam fetischhafte, ultra dünne und enge Boxershorts ohne Naht. Fand ich lustig. Nahm ich mit.

Einigermaßen erstaunte mich, wie normal diese Selfservice-Kassen mittlerweile geworden sind. Offensichtlich war ich schon lange nicht mehr in Modegeschäften. Bei Uniqlo wirft man einfach den kompletten Einkauf in ein Loch. Daraufhin wird der Preis des gesamten Einkaufs angezeigt und man legt nur noch das Telefon auf das Lesegerät. Ich hatte das bei Uniqlo schon einmal gesehen. Heute war das aber auch bei Zara so und bei Pull&Bear. Es gab kaum noch Personal. Bei Zara gab es auf der ganzen Etage ziemlich genau zwei junge Frauen, die beide kein richtiges Deutsch konnten und die man optisch dem Neuköllner Nachtleben zuordnen würde. Das meine ich wesentlich positiver, als es jetzt klingt.

Als ich einen Laden verließ, ging der Alarm los. Ich blieb natürlich stehen. Der Alarm interessierte aber niemanden. Ich hielt meine Tüte noch einmal durch die Radarschranken und der Alarm ging wieder los. Ich stand da noch eine Weile herum, aus Angst, einen nicht entfernbaren Chip in den Textilien hängen zu haben. Nachdem keine Security kam und ich auch keinen Chip finden konnte, ging ich irgendwann einfach.

Schreibe einen Kommentar