[Di, 3.11.2026 – Bahnen, Glukose, Themenliste]

Heute war Selensky zu Besuch. Die Ringbahn fuhr stotternd und die Stadtbahn fuhr teilweise gar nicht. Weil er an der Ringbahn tagte und an der Stadtbahn schläft. In Hotels direkt an den Gleisen. Wer denkt sich denn bitte sowas aus. Kann man so jemanden nicht einfach im Adlon unterbringen? Fernab der großen Sbahnlinien? Verlässlich fuhren nur die Bahnen unter dem Grund.

Neuerdings fürchte ich mich vor Zucker. Mir wurde Diabetes genetisch in die Wiege gelegt. Erstaunlicherweise blieb ich bisher davor verschont, während viele meiner Verwandten in meinem Alter bereits Insulin spritzten. Vielleicht, weil ich so viel Gemüse esse. Zum Glück habe ich in den letzten beiden Jahren so viel Gewicht verloren. Ich bilde mir ein, mir damit ein paar Jahre erschlichen zu haben.

Am Wochenende in München erzählte mir jemand davon, dass sie dem Zucker komplett entsagt habe, weil sie sich in einem prädiabetischen Stadium befände. Das hat mich beschäftigt. Seitdem habe ich Angst vor Zucker. Ich muss auch dem Zucker entsagen. Dabei nehme ich kaum Zucker zu mir. Allerdings trinke ich Unmengen an Hafermilch und Hafermilch ist faktisch Glukosewasser, das nach der Einnahme steile Insulinpeaks erzeugt. Peaks gilt es zu vermeiden, sagen die Ärztinnen. Auf die geliebte Hafermilch zu verzichten, fällt mir jedoch schwer. Ich habe noch nicht entschieden, wie ich vorgehen will. Vielleicht verliere ich noch einmal zehn oder zwanzig Kilos, dann verlängere ich mein Hafermilchleben um ein paar Jahre. Andererseits erzeugt der Alkohol sicherlich auch Insulinpeaks, Alkohol ist ja faktisch Zucker. Vielleicht muss ich dreißig Kilo abnehmen.

Zwei Fragen aus der Themenliste:

„‚Logistische Ineffizienz halt ich nur schwer aus‘: Gilt das nur für Bahnstrecken und Netzwerkinfrastruktur oder auch für logistische Ineffinzienz im Alltagsleben, die man als Privatperson verbessern könnte? Falls ja, hast Du ein paar Beispiele dafür?„

Ich bin der schnellste Supermarktkasseneinpacker der Welt. Anleitungen für Verbesserungen zu geben, fällt mir jedoch schwer. Wenn ich aber umständliche Arbeitsweisen sehe (oder schlechte Firmenprozesse), glühe ich schnell weiß auf. Ich habe vor einigen Monaten bei einem sozialen Träger angefangen. Die Zahl an umständlichen Prozessen ist schier nicht mehr zu überblicken. Und der Aufwand, diese zurückzubauen erfordert hunderte Gespräche mit hunderten Menschen und nicht mehr nachvollziehbaren Entscheidungen. Anfangs machte es Spaß.

„Entweder ich lese nicht genau genug mit, oder Deine Frau hat gleichzeitig eine Schwedische Familie und eine Südtiroler Familie, oder so? Ja nein? denke mehr darfst Du nicht drüber schreiben, weil verschwiegenheitsklausel. Ich finde die Kombination aber sehr interessant, also falls.„

Ihre Familie ist viel herumgekommen. Jetzt wohnen sie im Sommer in Schweden und im Rest des Jahres in Südtirol. Wie es der Zufall will. Meine Frau habe ich aber in Wien kennengelernt. Vor sehr vielen Jahren. Vor mehr als dreißig Jahren. Sie war eine bleiche Studentin, die nur Schwarz trug und bei Sonnenschein nicht aus dem Haus ging. Ich hingegen war ein ungebildeter Nichtsnutz aus den Bergen, der Gedichte schrieb und gerne trank. Damals hatten wir uns nicht viel zu sagen. Das lag vielleicht aber daran, dass ich Wien nicht mochte. Später in den Niederlanden ging es mir besser. Jetzt bin ich aber von der Ursprungsfrage abgekommen. Aber mehr gibt es dazu eigentlich nicht zu erzählen.

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