[Di, 28.11.2023 – es ist kühl]

Es ist kühl. Lustigerweise ist es in Longyearbyen seit mehreren Tagen konstant wärmer als in Berlin. In Longyearbyen misst es immer zwischen 0 und 3 Grad plus. In Berlin zwischen -2 und +1. Zumindest noch bis morgen. Danach wird es auch in der Arktis wieder kühler.

Ja, ich checke das jeden Tag. In der Statusleiste auf meinen Laptops werden immer beide Wetterlagen angezeigt. Ich weiss immer Bescheid. Am Sonntag im Stadion wird es voraussichtlich -2 Grad sein. In Berlin aber, nicht in Longyearbyen. Das Olympiastadion ist bei Minusgraden allerdings kein sehr wirtlicher Ort. Der ganze Steinkörper strahlt die Kälte noch einmal zusätzlich ab. Früher, sass ich oft in Block 2.1, als ich die Dauerkarte einer Freundin benutzen konnte, die ein Kind bekommen hatte. Ihr Mann und ihr Vater sassen deswegen neben mir und der Vater hatte immer 3 Sitzkissen bei sich. Den dritten gab er deswegen mir. Bei Minusgraden ist das sehr angenehm, sonst sitzt man auf diesen eisigen Hartplastikschalen. Jetzt stehe ich in der Kurve, dort sitzt man nicht. Immerhin bewegt man sich und man singt etwas mehr als oben auf den Sitzplatzrängen. Aber ich kann nicht 90 Minuten lang hüpfen. Bei Minusgraden muss man eigentlich 90 Minuten lang hüpfen.

Am Abend fuhr ich zu Hertha in die Geschäftsstelle um ein Interview mit zwei Spielerinnen der Frauenmannschaft aufzunehmen. Die beiden waren sehr lustig und gut gelaunt und etwas frech. Nach dem Interview öffnete Saskia eine Sektflasche und wir stiessen auf die Folge Nummer 11 an. Ausserdem wird sie morgen Geburtstag haben. Alles gute Gründe für eine Flasche Sekt.

Diesmal war ich nicht mit dem Auto zu Hertha gefahren sondern mit der Ubahn. Ich dachte immer, es sei praktischer mit dem Auto zu fahren, wegen der langen Fusswege und des Umsteigens. Aber jetzt fährt die U2 ja wieder durch und der Bahnhof ist wirklich nicht weit von der Geschäftststelle entfernt. Ich brauche lediglich 3 Minuten länger als mit dem Auto. Dafür spare ich mir den Stress mit der Blechkiste durch den Feierabendverkehr zu navigieren. Ich kam auf dem Olympiagelände an und fühlte mich wie eine ausgeglichene Zen-Puppe.

(Ich muss mal googlen ob es Zen-Puppen überhaupt gibt)

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