[Sa, 2.3.2024 – Zehnminutenkuchen, Vivamexico, Pannbiff]

Meine Frau schickte mir gestern spät am Abend dieses 10 Minuten Kuchenrezept aus Spiegel Online. Sie wusste wahrscheinlich, dass mich das triggert. Kuchen in zehn Minuten. Noch am Vormittag buk ich den Zehnminuten-Karottenkuchen. Ich benötigte dafür 30 Minuten, aber mit etwas Übung schafft man das locker in einem Drittel der Zeit.

Heute ist Vivamexicotag. Heute vor 16 Jahren lernte ich meine Frau kennen. 16 Jahre. Ohne Scheiss. Nur das Blog hat eine noch längere Kontinuität.

Weil wir an dem Tag immer mexikanisch essen, wollten wir ins Bariton in die Friedrichshainer Weserstrasse. Aber da sie aufgrund einer geschlossenen Gesellschaft keine Reservierungen annahmen, entschieden wir uns kurzerhand zu Hause zu bleiben und schwedisches Pannbiff zu kochen. Ab 16Uhr sassen wir in der Küche. Anstatt aber mit der Zubereitung der Speisen zu beginnen, öffneten wir uns Drinks, naschten Oliven und Dinkelbrot mit Butter und hingen ewig an der Kücheninsel herum. Wir redeten über Sandra Hüller und ihrem neuen Film, über Ilker Çatak, über die RAF, über meine Familie und über the Cure. Ich weiss sehr wenig über the Cure. Ich fand Robert Smith auf den Bildern immer sehr sympathisch und es gibt viele gute Zitate von ihm. Aber meine musikalische Entwicklung ging direkt von Metal in den Punk über und weiter zu den Bad Seeds und Einstuerzende Neubauten, bevor sich die Hörgewohnheiten etwas diversifizierten. The Cure kamen da nicht vor. Ich sagte, ich kenne nur “Cold”, weil ich das Lied zufällig vor einigen Monaten entdeckt hatte. Meine Frau meinte aber, dass ich bestimmt andere Songs von the Cure kenne. Deswegen spielte sie mir das eine oder andere vor und sie hatte Recht, ich kannte sie alle, ich wusste nur nicht, dass sie von the Cure waren. Danach hörten wir Joy Division und The Smiths. Auch das sind Bands, die ich eigentlich zu meinem Jugendrepertoire zählen müsste, an denen aber meine musikalische Entwicklung vorbeigeschrammt ist. Ich glaube, ich bin jetzt zu alt, um innige Gefühle zu deren Musik zu entwickeln.

Irgendwann waren wir betrunken und hungrig, also fingen wir an, den Pannbiff zuzubereiten. Es gibt keine vernünftigen deutschsprachigen Rezepte für Pannbiff, ich muss mal eines aufschreiben. Vielleicht gibt es keine vernünftige deutsche Pannbiff Rezepte, weil Panbiff einfach nur eine schwedische Frikadelle ist. Aber warum sind dann schwedische Fleischbällchen so berühmt? Für schwedische Fleischbällchen gibt es tausende deutschsprachige Rezepte. Kaum haben die Bällchen eine andere Form, interessiert sich niemand dafür. Die gastronomische Abteilung von Ikea sollte sich der Sache annehmen.
Aber eigentlich ist das ja auch egal.

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