29 Juli Donnerstag/Thursday - Boss 2

Ich ging heute zum Chef und sagte:

Hallo Boss, also ich muss jetzt mal ernsthaft mit dir reden, und zwar geht es um meine Zukunft hier in der Firma, weisst du-
Boss: Mek, ich habe keine Zeit jetzt.
Ich: Ich moechte binnen kurzer Zeit mit dir ein ernstes Gespraech fuehren.
Boss: Ja klar.
Ich: Hast du heute im Laufe des Nachmittags Zeit?
Boss: Nein, Morgen auch nicht, und am Anfang der naechsten Woche auch nicht.
Ich: Na schlage du den schnellstmoeglichen Termin vor.
Boss: (schaut in Kalender) Naechste Woche Donnerstag um 14Uhr.
Ich: *Grummel* Nein, da kann _ich_ nicht. Nenn mir ein frueheres Datum.
Boss: (vertieft sich im Kalender)
Nachdem ich zwanzig Sekunden wartete verliess ich sein Buro.

28 Juli Mittwoch/wednesday - Boss

Ich werde Morgen zu meinem Chef gehen und sagen:

Hallo Boss, also ich muss jetzt mal ernsthaft mit dir reden, und zwar geht es um meine Zukunft hier in der Firma, weisst du ich habe gehoert dass den Zeitarbeitlern wie mir vorlaeufig keine feste Anstellung angeboten werden kann und wir darum, falls wir Interesse haben, weiterhin ueber den Vertrag mit der Zeitarbeitsfirma hier arbeiten koennen. Und das will ich nicht. Weisst du Boss, fuer mich spielt da allmaehlich ein finanzieller Faktor mit. Ich kann einfach nicht mehr mit diesem Lohn leben. Wo ich zu euch arbeiten kam, da ging es mir vor allem um die Firma. Ich bin extrem waehlerisch wenn es auf die Firma ankommt. Ich koennte mich jetzt fuer eine x-beliebige Stelle in irgendeinem Versandshaus als UNIX-techniker bewerben oder in irgendeiner Anwaltskanzlei oder wo auch immer, aber das ist nicht in meinem Interesse. Ich habe den niedrigen Lohn und diese fuerchterlich nervige Arbeit bewusst angenommen um in einigen Monaten in dieser Firma eine technische Stelle anzunehmen. Ich habe mich bei euch schon beworben wo ich noch in Madrid wohnte und wusste dass ich nach Deutschland ziehen wuerde, leider ohne jemals eine Antwort bekommen zu haben. Diese Firma ist die einzige hier in der Stadt wofuer ich gerne arbeiten moechte. Und wie du weisst wurde ich vorgestern abgelehnt fuer die Stelle als UNIX-techniker, und das hat mir jegliche Motivation genommen weiterhin fuer diesen Lohn diese nervige Arbeit weiterzumachen. Mir ist durchaus bewusst dass du bei dieser UNIX-stelle deinen Fuss zwischen zwischen die Tuer gesetzt hast-
Boss: Was ich? Du unterstellst mir da aber was!
Ich: Nein ich unterstelle gar nichts, ich weiss das ganz einfach. Weisst du ich bin in Madrid selbst Teamlead fuer ein 8koepfiges Team gewesen (stimmt zwar nicht) und ich weiss durchaus wie solche Vereinabrungen ablaufen-
Boss: Aber du-
Ich: Nein ich habe hier vollstes Verstaendnis dafuer, es ist nunmal schwierig jemanden fuer dein Team zu bekommen, und du willst nicht wieder jemanden verlieren, da spielt ja dieses ungeschriebene Gesetz innerhalb der Firmen dass man mindestens ein Jahr in einer Abteilung gearbeitet haben bevor man jemanden an eine Abteilung weitergibt, aber fuer mich ist jetzt einfach der Punkt gekommen wo ich fuer mich selbst klare Linien ziehen muss. Wie du weisst bin ich zehnmal ueberqualifiziert fuer diesen Job, und das wussten die gestern oben auch und haben sich gewundert ueber was ich da mache, und ich habe frueher mehr als doppelt so viel verdient (stimmt nicht), sodass es fuer mich jetzt einfach nicht mehr rendabel ist weiterhin hier zu arbeiten.
Boss: Du willst kuendigen?
Ich: Nein, nicht unbedingt. Fuer mich gibt es zwei zusaetzliche Optionen. Die erste waere natuerlich dass du mir den Weg zu jener Stelle frei machst fuer die ich mich vorgestern beworben habe. Damit waere ich ueberaus zufrieden. Die andere Option, und ich weiss dass das die realistischere ist, ist eine Lohnerhoehung bei meinem Zeitarbeitsvertrag. Ich bin schon mit 300EUR mehr zufrieden wenn ich die Aussicht habe am Ende des Jahres eure UNIX Maschinen zu pflegen. Ueberlege es dir bitte. Ich mag diese Firma sehr gerne, aber jetzt muss ich fuer mich selbst waehlen.
Boss: Gut. Ich glaube da laesst sich was machen. Ich spreche mal mit dem Bereichsleiter.

Bleibt nur noch zu hoffen dass mein Chef auch die richtigen Antworten gibt.

27 Juli Dienstag/Tuesday -

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20 Juli Dienstag/Tuesday - Sommer/Summer

Ha, es hat wieder angefangen zu regnen. Der gestrige sonnige Tag hatte mich schon voellig beunruhigt. Da haette man doch tatsaechlich meinen koennen der Sommer kaeme.

19 Juli Montag/monday - Titanisch

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(4) functionz

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(3) ein neuer Anfang / a new start

Zwischen meinem 18. und 23. Lebensjahr hatte ich eine sehr kreative literaire Phase. Ich las damals Charles Bukowsky und waehrend dem Lesen meldete sich ploetzlich meine Muse und sagte “Mek, sieh her. Das kannst du doch auch. Schreibe deine wilden Saufgeschichten auf und werde beruehmt.” Ich entdeckte spaeter natuerlich dass es bei Bukowsky weit mehr auf sich hatte als nur Saufgeschichten, aber das war fuer mich jedenfalls der Anstoss mich wieder in die Welt des Schreibens zu stuerzen. Ich schrieb als Kind sehr viel. Bis ich etwa 13 oder 14 wurde. Ich schrieb ausschliesslich Horrorgeschichten oder ganz fuerchterlich pathetische Heldengeschichten. Danach setzte die Zeit der Drogen ein und die kreativitaet musste weichen. Nach dem Lesen von Bukowsky besorgte ich mir dann eine Schreibmaschine und tippte drauflos. Ein halbes Jahr spaeter hatte ich ein 80-seitiges Buechlein fertig und ging damit auf Reisen. Wien, Zuerich, Augsburg, Berlin. Betrank mich, fing in der Kneipe an zu lesen, verkaufte meine Schreiberei und soff noch mehr vom Erloes. Eine schoene Zeit war das.
Obwohl das Buechlein eine Sammlung von Kurzgeschichten, Zeichnungen und Gedichten war, gab es einen Zusammenhang zwischen den ganzen Komponenten und ich fing somit an, an eine etwas reifere Geschichte zu basteln, die direkt aus jenem Buechlein hervorkam. Eine Geschichte ueber einen planlosen 20jaehrigen Hausbesetzer der ungewollt Mittelpunkt einer Weltverschwoerung zwischen Gott und gierigen Machthabern wird und ohne es zu merken die ganze Welt in den Abgrund stuerzt. Eine Weltuntergangskomoedie. So schrieb ich 4 Jahre lang an dieser Geschichte. In der Zwischenzeit zog ich nach Wien, fand keine Wohnung, verstritt mich und zog nach einigen Monaten fuer einen Winter in die Niederlande, besetzte dort ein huebsches kleines Haus in der Innenstadt und blieb. Da schrieb ich weiter, wurde mehrmals geraeumt, verliebte mich, und zog irgendwann mit meiner Schreibmaschine, Brecheisen und Schlafsack zu meiner damaligen Freundin. Da bezahlte ich das erste mal in meinem Leben Miete und machte mich breit. Dann fing ich auch irgendwann an zu arbeiten um etwas Geld im Sack zu haben, erwarb mir einen billigen Laptop damit ich meine Geschichte endlich mal sauber irgendwo eingeben konnte, und nicht immer alles uebertippen musste wenn ich groessere Korrekturen gemacht hatte. Dann hatte ich irgendwann fast 350 DIN A4 Seiten zusammengeschrieben und kam eines Tages nach Hause und fand die Wohnungstuere aufgebrochen. Die naechsten Schritte durch meine Wohnung waren wohl die schlimmsten Minuten meines Lebens, weil alle Buecher auf dem Boden lagen und ich gleich merkte dass mein Laptop nicht mehr da stand wo ich ihn gelassen hatte. Und waehrend ich so auf meinen leeren Schreibtisch hinlief wusste ich auch gleich dass ich keine Kopie des ganzen Geschriebenen hatte. Weder auf Floppy noch irgendwo anders. Lediglich die ersten 50 Seiten hatte ich einmal ausgedruckt gehabt und einige Fragmente hatte ich mal onlline gesetzt um HTML zu lernen. Die Geschichte war damals fast fertig gewesen. Ich war schon beim Vorletzten Kapitel und musste danach eigentlich nur noch eine feine, finale Korrektur durchnehmen.
Und dann war plotzlich alles weg. Es waere mir nie im Leben eingefallen dass ich jemals das Opfer eines EInbruches haette werden koennen, da ich ja der war der leerstehende Haeuser aufbrach und sonst eh niemals Geld hatte. Aber ich ich musste mir gleichzeitig eingestehen dass ich in der Zwischenzeit eben etwas Geld verdiente und sogar einen (wenn auch bescheidenen) Besitz hatte. Aber das einzige wofuer ich eigentlich lebte, oder jedenfalls das einzige wovon ich wirklich sagen konnte dass es etwas war woran ich arbeitete, was mir eben das Gefuehl gab dass ich nicht ganz so nutzlos war, war eben meine Geschichte die ich schrieb. Und dann kam der Junkie, der auf die Schnelle etwas Geld brauchte, und machte in wenigen Minuten alles kaputt was ich _eigentlich_ besass. Vielleicht bekam er 50EUR dafuer. Vielleicht 100.
Ich hingegen versuchte die Geschichte zu rekonstruieren, aber merkte bei jedem Satz schmerzhaft dass sich jener Satz vorher ganz anders anfuehlte und viel geistiger war und beinahe jede Minute verzweifelte ich daran und nach etwa zwei Wochen gab ich es voellig auf. Ich beschloss eine ganz neue Geschichte anzufangen wenn meine ganze Wut vorbei war.
Ich fing nie damit an.
Einige Kapitel findet man hier auf meiner Seite unter dem Link ‘Literature’. Das sind die Kapitel die ich auf Niederlaendisch geschrieben hatte.
Ich hoerte mit der Schreiberei dann vollkommen auf. Irgendwie schmerzte der Gedanken am Schreiben immer und das mochte ich nicht. Erst wo ich vor etwas mehr als einem Jahr mit diesem Tagebuch anfing, packte mich die Lust am Schreiben wieder, und nun, auch nach mehrmaligem Andringen von Julietta, habe ich letzten Donnerstag wieder damit angefangen die Geschichte neu zu schreiben. Es scheint alsob jetzt genug Zeit voruebergegangen ist. Die Geschichte macht ploetzlich wieder Spass.

(2) Jacquito Brel

Die kleinen belanglosen Wortspiele die Freude machen

Ne mequito pas

18 Juli Sonntag/Sunday - Geranien/geraniums

Und das ist das was passiert wenn meine Haengegeranien schutzlos an Julietta ausgeliefert sind.

15 Juli Donnerstag/Thursday

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(2) Beichte / Confession

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13 juli Dienstag/Tuesday - Winter (2)

hier bin ich aufgewachsen. und danach fuehle ich mich gerade. Schnee.

12 Juli Montag/Monday - Winter

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11 Juli Sonntag/Sunday

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10 Juli Samstag/Saturday

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7 juli Mittwoch/Wednesday -

“Ich bin im Grunde genommen ein Spiesser, nur hat mir das Leben dies nicht gegoennt”
die Aussage eines Arbeitskollegen heute. Ich habe mich ganz merkwuerdig getroffen gefuehlt von diesem Satz. Eigentlich bin ich doch stinklangweilig und und auch spiessig, nur har mir das Leben dies eben nicht erlaubt. Wegen der ganzen Umstaende die mich durch lange Naechte und die halbe Welt getrieben haben, die Sehnsucht eben. Und die Liebe. Aber eigentlich bin ich stinklangweilig.
Wir haben vor zwei Wochen angefangen zusammen Musik zu machen, er hat fast schon so eine Art Tonstudio zuhause.
Vielleicht sollten wir es mit Musik für gelangweilte Rocker versuchen. Oder Stones-covers.

6 Juli Dienstag/Tuesday - back to UNIX?

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(2) Comments

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4 Juli Sonntag/Sunday - Geranien/Geraniums

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3 Juli Samstag/Saturday - maennlichkeit/manhood

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