Die Autobahnstrecke zwischen Berlin und Hamburg kenne ich eigentlich nur im Dunkeln. Ich steige ins Auto, fahre die Prenzlauer hinaus, danach beginnt eine 300 Kilometer lange Asphaltpiste durch die Dunkelheit. Letztens fiel mir auf, dass ich mich in meiner Vorstellung nicht durch eine ebene Landschaft bewege. In Wirklichkeit fahre ich ja durch die norddeutsche Tiefebene, ich wähne mich aber ständig von Bergen umgeben. Sie sind weit entfernt. Es ist, als würde ich durch ein breites Tal fahren. So breit wie das Adventdalen bei Longyearbyen, eine mehrere Kilometer breite Talsohle, die von dramatischen Erhebungen flankiert wird, solche Täler, wie man sie auch aus Filmen, die in Montana oder Wyoming spielen, kennt. Mein Gehirn will sich offenbar etwas Schönes vorstellen, während ich anderen Gedanken nachhänge.
Heute kochten meine Frau und ich erneut das vegane Kohlgericht nach, bei dem wir uns neulich so verstritten. Diesmal kochten wir es so, dass wir die Streitpunkte unserer letzten Kochaktion zuerst in Ruhe ausdiskutierten und erst dann zur Tat schritten. Funktionierte prima. Wir sind ja gar nicht streitsüchtig. Der Erkenntnisgewinn war allerdings gering. Das Essen schmeckte auch nicht besser.
Das Blog war den halben Tag kaputt und ich habe es nicht bemerkt. Ein Plugin meldete, dass es ein Update braucht, also schmiss ich das Update an und verließ das Pensèezimmer. Erst später am Abend sah ich, dass es kaum Zugriffe auf das Blog gegeben hatte, also rief ich die Seite auf und alles war weiß. Das Plugin hatte alles zerschossen. Ich konnte es aber schnell fixen.
Was ist sonst noch passiert? Wir liefen mittags eine lange Runde mit der Hündin. Danach schaute ich Hertha gegen Kiel, was Hertha im fünften Spiel hintereinander gewann. Unfassbar. So muss es sich anfühlen, Bayernfan zu sein. Gerade jetzt kann ich nicht ins Stadion gehen, aber vermutlich ändert es sich bei mir beruflich ab Januar wieder ein wenig, dann bin ich wieder etwas mehr in Berlin. Dann war ich auch beim Friseur. Die Chefin war heute nicht zugegen, deswegen schnitt mir ein junger Mann aus Spanien die Haare. Am Telefon sprach er einwandfreies Deutsch mit Akzent. Als ich bei ihm ankam, fragte er mich, ob ich auch Englisch könne. Ich bejahte. Und dann redete er schlechtes Englisch mit mir. Nach einer Weile wollte ich ihm vorschlagen, Deutsch zu sprechen, aber ich wollte ihn nicht auf sein schlechtes Englisch hinweisen.
Am Abend aktivierten wir wieder die Winterbeleuchtung:



Ich dachte ja gerade beim Rezept-Lesen: Ein Kohl-Rezept, dass damit wirbt, dass man Kohl fast gar nicht bemerkt („you won‘t even notice there are 8 whole Cups in it!“), hat irgendwie seinen Zweck verfehlt.
Das stimmt. Der Hinweis ist wahrscheinlich für Anfängerinnen gedacht. Bzw Für Koholphobikerinnen. Aber ein Curry übertüncht ja ohnehin alles andere.