[Mi, 3.6.2026 – Hundeghosting]

Die Hündin schlief letzte Nacht wieder alleine. Das dritte Mal in vier Jahren, wenn ich richtig gezählt habe. Also. Prinzipiell finde ich das ja gut. Ich finde ohnehin, dass sie zu sehr an mir hängt. Sie ist dauernd bei mir, macht immer das, was ich auch mache. Sitze ich irgendwo, sitzt sie auch, lege ich mich ins Bett, legt sie sich auch schlafen. Arbeite ich in der Küche, liegt sie da und schaut mich an. Gehe ich durch die Wohnung, geht sie mit, gehe ich aufs Klo, kommt sie auch. Ich unterbinde es schon seit Langem, dass sie mitkommen darf, ich sage dann, dass sie liegen bleiben soll, bin ich aber zu lange weg, kommt sie irgendwann trotzdem. Beim Schlafen liegt sie immer am Boden vor meinem Bett. Mitten in der Nacht wechselt sie dann in ihr Bettchen, das zwei Meter weiter liegt.

Sie ist jetzt viereinhalb. In Menschenjahren ist sie Anfang dreißig, eigentlich ist ein Auszug aus der Wohnung längst überfällig, aber so sind wir Daddys nun mal, wir wollen das ja nicht forcieren.

Jetzt schlief sie die ganze Nacht alleine. Die letzten beiden Male war ich betrunken gewesen. Schon damals empfand ich es als Liebesentzug. Allerdings war ich nachsichtig, ich würde auch nicht neben so einem stinkenden Kerl liegen wollen. Aber gestern hatte ich Salat und Wasser.

Wie gesagt. Eigentlich finde ich es gut, wenn sie ein wenig selbstständig ist. Aber dieses anlasslose Geghoste ist schon kindisch.

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